12.09.2017 Mitarbeiter zu lebenslangem Lernen motivieren

Weiterbildung im IT-Beruf

Von: Lea Sommerhäuser

Je mehr Tätigkeiten durch Maschinen automatisiert werden, desto mehr werden Mitarbeiter benötigt, die diese steuern und überwachen. „Vor diesem Hintergrund ist es absolut entscheidend, der Weiterbildung mehr Platz in Unternehmen einzuräumen und Mitarbeiter zu einem lebenslangen Lernen zu motivieren“, betont Christian Grimm, Sales Director DACH Talent Management bei Lumesse, im Interview.

Christian Grimm, Sales Director DACH Talent Management bei Lumesse

„Unternehmen sollten Mitarbeitern eine hohe Transparenz über mögliche Entwicklungsperspektiven in ihrem Unternehmen bieten“, meint Christian Grimm, Sales Director DACH Talent Management bei Lumesse.

IT-DIRECTOR: Herr Grimm, welchen Einfluss übt die Digitalisierung derzeit auf das Personalmanagement in Großunternehmen aus?
C. Grimm:
Die Transformation der Arbeitswelt durchdringt Unternehmen jeder Größenordnung. Daher ist es entscheidend, dass ein ganzheitliches Personalmanagement umgesetzt wird – abteilungsübergreifend, integriert in bestehende Systeme, die die Prozesse harmonisieren und automatisieren. Wichtig dabei ist heute, dass der einzelne Mitarbeiter im Mittelpunkt steht und selbst flexibel Maßnahmen anstoßen kann. Also Initiativen, die zuvor aus der Human-Resource-Abteilung (HR) oder von Vorgesetzten getrieben wurden.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sind deutsche Konzernmitarbeiter an einer Weiter-/Fortbildung interessiert und werden dementsprechend von ihren Arbeitgebern unterstützt?
C. Grimm:
Unternehmen sollten Mitarbeitern eine hohe Transparenz über mögliche Entwicklungsperspektiven in ihrem Unternehmen bieten. Weg von starren Seminarkatalogen, hin zu selbstbestimmten, skill-basierten Maßnahmen, die Mitarbeiter in ihrem Job weiterbringen oder den nächsten Karriereschritt unterstützen. Learning-Portale sind dabei sehr beliebt. Sie ermöglichen es, passende Inhalte zu jeder Zeit, von jedem Ort oder Device zu nutzen. Dadurch können Mitarbeiter individueller gefördert und die Motivation gesteigert werden. Dies verbessert maßgeblich die Bindung an das Unternehmen sowie die Produktivität der gesamten Organisation.

IT-DIRECTOR: Welche Weiterbildungsmaßnahmen und -konzepte halten Sie im Rahmen der digitalen Transformation für sinnvoll?
C. Grimm:
Sogenannte Blended-Learning-Konzepte, d.h. Präsenztrainings kombiniert mit E-Learning-Inhalten spielen eine zentrale Rolle. Sie unterstützen sowohl Pflichtschulungen wie Daten- oder Arbeitsschutzunterweisungen als auch andere thematischen Fortbildungen. Dabei kann sichergestellt werden, dass nicht nur die Teilnahme an dem Training erfolgt ist, sondern auch die Inhalte verstanden wurden. Oder z.B. Kiosksysteme sind gefragt für Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz keinen PC einsetzen können. Diese Lösungen bieten ihnen über eigene mobile Endgeräte auch außerhalb der Arbeitszeit Zugriff auf speziell für sie zugeschnittene Lerninhalte, die sie nach Bedarf abrufen können. Oder Social Learning, also der gemeinsame Austausch von Inhalten untereinander.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Herausforderungen sind diese Konzepte verbunden?
C. Grimm:
Die digitale Revolution verändert alles – Aufgaben, Prozesse, Mitarbeiterreinsatz und Qualifikation. Bestehende starre Hierarchien, Führungsstile und Strukturen müssen einer agilen Organisation Platz machen. Flexibilität ist gefordert in Sachen Arbeitszeiten und Arbeitsort, ebenso wie neue Beschäftigungs- oder Entlohnungsformen oder die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.

IT-DIRECTOR: Wird die digitale Transformation ohne Arbeitsplatzverluste vonstattengehen? Oder werden an manchen Stellen die Maschinen übernehmen?
C. Grimm:
Je mehr Tätigkeiten durch Maschinen automatisiert werden, desto mehr werden Mitarbeiter benötigt, die diese steuern und überwachen. Vor diesem Hintergrund ist es absolut entscheidend, der Weiterbildung mehr Platz in Unternehmen einzuräumen und Mitarbeiter zu einem lebenslangen Lernen zu motivieren.

Bildquelle: Lumesse

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