Grundsätzlich sollte ein Software-Modernisierungsprojekt mit einer Vorstudie starten, in deren Rahmen der IT-Experte das Legacy-System sowie die Migrationsumgebung analysiert.
Die Praxis zeigt: Die Altsoftware (Legacy-System) eines Unternehmens kann mit den künftigen Anforderungen an die Software-Landschaft nicht Schritt halten. Als Gründe sind hier die weiter steigende Digitalisierung, größere Datenmengen, durchgängig höhere Sicherheitsstandards und neue Compliance-Vorgaben zu nennen. Außerdem erfordern aktuelle Trends und Entwicklungen in den Bereichen Social Media, Mobile, Analytics und Cloud neue Geschäftsmodelle mit intelligenten und vernetzten IT-Lösungen. Insbesondere das Anwenderverhalten in Freizeit und Alltag mit Smartphones und Tablets macht sich in der Arbeitswelt bemerkbar. Die Mitarbeiter stellen sich zunehmend auf die intuitive Benutzung von Applikationen ein und der Wunsch nach Bedienelementen beispielsweise durch Touch- oder Spracheingaben steigt. Eine neue Generation an Usern bewegt sich in einem vernetzten und dynamischen Verbund von Arbeit und Freizeit. Sie ist stets informiert und operativ in beide Welten eingebunden.
Weitere Gründe, die eine Modernisierung der Software erfordern, sind in der bestehenden Anwendungslandschaft selbst zu suchen. Viele Legacy-Applikationen sind nicht mehr oder nur unzureichend kompatibel mit anderen IT-Systemen (Kernapplikationen), ermöglichen keine automatisierten Testläufe und folgen oftmals nicht den Praxisanforderungen nach ITIL oder Best Practices für Architektur und Programmiermodelle. Hinzu kommen gewachsene Programmcodes, die meist wartungsaufwendig, nur lückenhaft dokumentiert, schwer zu lesen und kaum weiterentwickelbar sind. Die Integration von neuen Features ist teuer. Problematisch kann es werden, wenn Herrschaftswissen von Mitarbeitern durch deren Verlassen des Unternehmens verloren geht und veraltete Software-Architekturen Ausfallrisiken bedeuten. Ein weiterer Aspekt sind aufwändig miteinander verbundene Einzellösungen aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen, die zu längeren Durchlaufzeiten in den IT- und Geschäftsprozessen führen und Automatisierungsfortschritte verlangsamen oder sogar behindern.
Die Unternehmens-IT steht vor einer Fülle komplexer Herausforderungen, die sich von der Architektur bis zur Oberfläche durch alle Ebenen ziehen. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, bedarf es der Einführung moderner Konzepte oder Technologien. Das ist den meisten IT-Verantwortlichen durchaus bewusst, dennoch zögern sie mit der Realisierung eines Erneuerungsprojekts: meist aus Mangel an Zeit und Ressourcen, fehlendem oder unzureichendem Know-how oder der Sorge, durch eine Erneuerung geschäftskritische Prozesse zu tangieren. Möchten Geschäftsverantwortliche eine kostensparende und von allen Seiten akzeptierte IT-Landschaft, die Innovationen fördert und technologiebasierte Geschäftsmodelle unterstützt, kommen sie an einer Modernisierung der Software-Landschaft über kurz oder lang nicht vorbei. Was aber tun, wenn IT-Entscheider diese Notwendigkeit und Dringlichkeit erkannt haben, die Umsetzung aber praktisch scheitert?
Software-Dienstleister wie Aracom IT Services können hier Hilfe leisten. Sie zeigen Wege auf, um die bestehende Anwendungslandschaft fit für die aktuellen und kommenden Anforderungen zu machen. Das Stichwort hierzu lautet Migration – nicht nur im Sinne einer Komplettmigration, sondern auch durch gezielte Definition und Abgrenzung von Teilbereichen. Viele Mittel und Wege führen zum Ziel, die gründlich durchdacht sein sollten. Welche Option das Unternehmen letztendlich wählt, hängt von den individuellen Geschäftsprozessen und Branchenbesonderheiten ab. Während für die einen eine Neuentwicklung der Software der Königsweg ist, sind andere mit einer Migration auf Standard-Software, Outsourcing, Re-Hosting, Kapselung oder Re-Engineering als Gegenstück zur Neuentwicklung besser beraten.
Grundsätzlich sollte ein Software-Modernisierungsprojekt mit einer Vorstudie starten, in deren Rahmen der IT-Experte das Legacy-System, die Anforderungen sowie die Migrationsumgebung analysiert. Mit der Beurteilung der Applikationen, Daten, Infrastruktur und Prozesse wird die Ist-Situation festgelegt und davon ausgehend die Soll-Situation definiert. Am Ende der Planungsphase steht die Modernisierungsstrategie und Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO). Dabei kann ein Unternehmen, das ein System ablöst und auf neue Technologien aufsetzt, Erfahrungen aus der Nutzung und Weiterentwicklung der letzten Jahre in die Architekturentscheidung einfließen lassen.
Ob man will oder nicht – die Anforderungen an die Unternehmens-Software verändern sich im Laufe der Zeit. In den meisten Fällen ist es wirtschaftlicher, die Anwendung zu überarbeiten oder sogar ganz neu zu erstellen. Denn eine erfolgreiche Realisierung bringt nicht nur eine Kostenersparnis durch einfachere Handhabung und Wartung der Software-Landschaft. Sie ermöglicht zudem eine schnellere Integration neuer Features, die dazu beitragen, sich vom Wettbewerb abzuheben. Letztlich profitieren alle von einer zukunftsfähigen, skalierbaren Software-Architektur mit einem verbesserten Datenaustausch und einer Verkürzung der Phase „Time-to-Market“.
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