04.05.2017 Greenpeace fordert mehr Transparenz

Wie nachhaltig agieren Internet-Riesen?

Wenn es um die Umsetzung nachhaltiger Energiekonzepten geht, ist laut Greenpeace-Studie mehr Transparenz unter den Akteuren der Internet-Branche gefragt, um gemeinsam die steigenden CO2-Emissionen bewältigen zu können.

CO2-Emissionen senken

Insbesondere Rechenzentrumsbetreiber sollten vermehrt auf erneuerbare Energien setzen, um CO2-Emissionen zu senken.

Im aktuellen Green-IT-Report für das Jahr 2017 von Greenpeace mit dem Titel „Clicking Clean: Who is winning the race to build a green internet?“ haben zahlreiche große Player hinsichtlich ihres Einsatzes und ihrer Initiativen rund um erneuerbare Energien gut abgeschnitten. Viele Internet-Anbieter wurden von der Umweltorganisation jedoch aufgefordert, sich zu erneuerbaren Energien zu bekennen, mehr Transparenz zu zeigen und enger mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten.

„Der Greenpeace-Report ist ein guter Indikator dafür, dass sich z.B. die Rechenzentrumsbranche nachhaltiger aufstellt. Jedoch haben sich viele Organisationen eigene Ziele gesucht, anstatt zusammenzuarbeiten, um Erkenntnisse zu teilen und die besten Wege in eine nachhaltige Zukunft zu finden. Google, Facebook und Apple sind sehr aktiv bei grünen Innovationen und arbeiten auch eng mit den Energieversorgern zusammen, um nachhaltige Unternehmensziele zu erreichen. Ihr Einsatz beeinflusst den Rest der Branche, doch es muss noch mehr getan werden“, fordert Roel Castelein, Customer Services Director bei The Green Grid. Das weltweite Konsortium von über 200 Mitgliedern – Unternehmen, Behörden, Bildungseinrichtungen und Einzelpersonen – widmet sich eigenen Angaben zufolge vor allem der Förderung der Ressourceneffizienz im Bereich der Informationstechnologie und Rechenzentren, einschließlich aller IT-, Facility- und Infrastruktursysteme.

Bezugnehmend auf die Ergebnisse des Greenpeace-Reports unterstreicht Castelein: „Netflix ist so ein Hyperscaler, der eines der größten Datenaufkommen aller untersuchten Unternehmen hat und dazu aufgefordert wurde, mehr erneuerbare Energien zu nutzen und sich für erneuerbare Energien in der Rechenzentrumsbranche einzusetzen. Da der Video-Streaming-Markt weiter wächst und beispiellose Datenmengen produziert, könnte eine Vorreiterrolle von Netflix oder eines gleich großen Anbieters einen neuen Standard setzen. Der Einsatz für grüne Richtlinien könnte ein Vorbild für andere sein."

Verdreifachung des Internet-Traffics

Der jüngste Greenpeace-Bericht analysiert die großen Technologie- und Rechenzentrumsanbieter in Bezug auf die Nutzung erneuerbarer Energien, Interessensvertretung, Transparenz der Energiequellen sowie Planung. Google, Facebook, Apple und der Colocation-Provider Switch erhielten beste Bewertungen, weil sie alle Kriterien erfüllten und zu 100 Prozent erneuerbare Energien nutzen.

Seit 2012 ist der Stromverbrauch im IT-Sektor um sechs Prozent gestiegen (insgesamt 21 Prozent), dadurch wird der Ruf nach einem „grüneren“ Betrieb von Rechenzentren immer lauter. Die erwartete Verdreifachung des weltweiten Internet-Traffics bis 2020 verstärkt die Forderung nach dem Einsatz von erneuerbaren Energien in Rechenzentren, um das Wachstum zu bewältigen. „Wenn Datenmengen wachsen, müssen sich Data-Center-Betreiber zusammentun, statt in Silos zu arbeiten und Klarheit bei der Nutzung von erneuerbaren Energien gewinnen, um eine nachhaltige Branche zu erschaffen. Ob es um die Einhaltung behördlicher Nachhaltigkeitsziele geht, den Einsatz erneuerbarer Energien als Sekundärquelle oder um eine engere Verbindung mit Energieversorgern – alle Maßnahmen können zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen“, so Roel Castelein.

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