Ausfälle sind in unterschiedlichem Maße geschäftskritisch und können fatale Folgen für Umsatz, Image und den Erfolg des Unternehmens haben. Um das zu verhindern, müssen Firmen dafür Sorge tragen, dass ihre Systeme hochverfügbar und ausfallsicher sind. Dazu gibt es jedoch weder ein pauschales Konzept noch eine allgemeingültige Lösung. Auch stehen dem Ruf nach 100-prozentiger Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit oftmals begrenzte IT-Budgets gegenüber. Verschiedene Praxisbeispiele zeigen, wie der IT-Anbieter Consol unterschiedliche Anforderungsprofile angeht. Denn es steht fest, dass sich ein Konzept für Hochverfügbarkeit erst aus der individuellen Analyse der Systeme und der darauf abgebildeten Geschäftslogik sowie der vorhandenen Organisation – Stichwort Change Management – ergeben kann.
Das einwandfreie Funktionieren seines Kundenportals ist für einen Telekommunikationsanbieter geschäftskritisch. Es muss immer funktionieren, denn über das Portal melden sich neue Kunden an. Bestehende Kunden haben ihren eigenen Bereich mit einer Schnittstelle zur Buchhaltung für die Rechnungsstellung und den Kundendaten. Zudem ist das Kundenportal in die Web 2.0-Strategie eingebunden und die Schnittstelle zum Service. Ein Ausfall bedeutet nicht nur einen hohen Image-Schaden und Unzufriedenheit, sondern auch finanzielle Verluste. Aus diesem Grund hat sich der Telekommunikationsanbieter für einen Zero Downtime Service für dessen Unified Communications-Middleware entschieden. Die Ausfallsicherheit der rund 40 Application-Server-Instanzen ist dabei softwareseitig durch die Implementierung einer speziellen User-basierten Routinglösung und der Verwendung eines reverse Proxies gegeben.
Ein Automobilhersteller verzeichnet einen Durchsatz von ca. 1.800.000 E-Mails pro Tag, was einem Volumen von rund 500-600 Gigabyte entspricht. Die darin enthaltenen Informationen sind vielfach geschäftsrelevant, z.B. befinden sich darunter auch Aufträge, Bestellungen, Lieferantenverträge, Absprachen und vieles mehr. Eine Unterbrechung oder der Verlust einer E-Mail mit wichtigen Informationen wäre produktions- und geschäftsschädigend. Aus diesem Grund muss neben der Hochverfügbarkeit auch die Konsistenz der Informationen gewährleistet sein. Das System muss also zu jedem Zeitpunkt wissen, in welchem Status es sich befindet und befunden hat. Consol erreicht hier eine unterbrechungsfreie Hochverfügbarkeit u.a. auf Basis des DNS (Domain Name System) mit dem Verfahren IP Round Robin.
Über eine komplexe Web-Applikationslandschaft steuert ein weiterer Automobilhersteller sowohl seine Außendarstellung als auch seine internen oder produktionsrelevanten Prozesse, z.B. das Bestellwesen mit Zulieferern. Um einen Ausfall mit einem möglichen Datenverlust zu vermeiden, müssen alle Systeme sich permanent synchronisieren, damit beim Ausfall eines Systems ein anderes auf dem gleichen Informationsstand ist und eine Anfrage im aktuellen Status übernehmen kann. Durch das Verteilen der kompletten Web- und Applikationsserverlandschaft mit ca. 8.000 Instanzen auf 500 geclusterte aktive und passive Server mit vorgeschalteten Load Balancern erreicht der Anbieter hier eine hundertprozentige Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit.
Die Praxisbeispiele zeigen, wie unterschiedlich die Anforderungsprofile an Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit sein können. Um schließlich eine passende und bezahlbare Lösung zu finden, sollte ein Unternehmen zunächst genau analysieren, welches die wohl kritischsten Anwendungen sind und wie hoch das Risiko ist, sollte ein solches System für kurz oder lang ausfallen. „Die Risikobewertung sollte immer am Anfang eines Projekts in Richtung Hochverfügbarkeit stehen“, erläutert Henning von Kielpinski, Manager Virtualisierung bei Consol. „Die technische Lösung kommt erst danach. Dabei gilt pauschal: Je kritischer und individueller die Informationen und Prozesse und je vernetzter die Systeme, desto mehr ist auf die Absicherung des unterbrechungsfreien Betriebs zu achten.“
Tipps bei der Risikobewertung
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