Zertifikate sind nicht alles.
T.I.S.P. (TeleTrusT Information Security Professional) oder CISSP (Certified Information Systems Security Professional), MCTP (Microsoft Certified IT Professional) oder MCSE (Microsoft Certified Solutions Expert), CCNP (Cisco Certified Network Professional) oder CCA (Cisco Certified Architect) - die
Liste der IT-Zertifikate ist lang und wird immer länger.
Der Zweck dieser Zertifikate liegt ganz schlicht in einer "Bescheinigung" gewisser Kenntnisse bezüglich eines bestimmten Produkts oder Verfahrens. "IT-Hersteller produzieren stark erklärungsbedürftige Produkte und Technologien. Sie sind darauf angewiesen, dass auf dem Markt ausreichendes Know-how verfügbar ist", beschreibt Maik Görlich, Geschäftsführer des Schulungsunternehmens
CertBase die Vorteile der Zertifikate für die Hersteller.
IT-Fachkräfte profitieren ebenfalls: In vielen Unternehmen gehören bestimmte Zertifikate zum Pflichtprogramm für Mitarbeiter. Ein Bewerber kann durch das richtige Zertifikat seinen Marktwert erhöhen. Auch die Personalabteilungen sehen Zertifikate positiv: "Zertifikate sind nachweisbar. Dies gilt nicht unbedingt für alle sonstigen Angaben in Bewerbungen und Lebensläufen", sagt Maik Görlich.
Sind Zertifikate also auf jeden Fall sinnvoll? Schließlich kosten die Kurse und Prüfungen eine Menge Geld - teils gehen die Kosten in den fünftstelligen Bereich. "Das Meiste ist im Grunde wie Vokabeln lernen. Doch wer alle Vokabeln kann, der kann noch nicht sprechen",
urteilt IT-Administrator Alexander Fuchs, der Zertifikate eher skeptisch sieht. "Es geht nicht nur darum, was ich weiß, sondern wie ich es benutze."
Zertifikate garantieren keinen Erfolg, meint auch Projektmanager
Marcus Raitner. In einer interessanten Diskussion über ihren Sinn und Unsinn im Projektmanagement betont IT-Berater
Falk Schmidt: "Ich persönlich glaube, dass Zertifikate allein kein Qualitätsmerkmal sind, sondern lediglich das Grundverständnis der einen oder anderen Methode belegen. Einen guten Projektmanager macht aber eben im Wesentlichen die Erfahrung aus und die Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken."
Das Problem seien aber die Recruiter und Einkäufer, die Zertifikate als hautsächliches Auswahlkriterieum nutzen, meint Marcus Raitner in seinem Ausgangsartikel. Für ihn ist das ein "Pseudo-Kompetenzmaßstab". Er ergänzt: "Spannender als die Frage nach dem Zertifikat ist die Frage, wie Wissen zu Erfahrung wird."
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