28.09.2017 Rechenzentren

5 Fragen zu zukunftsfähigen RZ-Infrastrukturen

Von: Dr. Ulrich Müller*

Wie sieht eine zukunftsfähige Infrastruktur für Mittelständler aus, die den Herausforderungen der digitalen Transformation gewachsen ist?

zukunftsfähige RZ-Infrastruktur

Für eine zukunftsfähige RZ-Infrastruktur sollten Verantwortliche auf mehr als eine Karte setzen.

Welche Rolle spielt die Cloud?

Der Cloud-Monitor von Bitkom zeigt: Mittelständler schließen zu den großen Unternehmen auf. 64 Prozent der Betriebe mit 20 bis 99 Mitarbeitern nutzen die Wolke bereits. Denn die Cloud bietet die Möglichkeit, Leistungen bedarfsgerecht in Anspruch zu nehmen; gleichzeitig wird Skalierbarkeit gewährleistet, wann immer sie gebraucht wird. Eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur kommt um Cloud Computing daher nicht herum. Werden Private und Public Cloud sinnvoll mit den eigenen Rechenzentren kombiniert, entsteht ein Umfeld, das unterschiedlichen Geschäftsanforderungen gerecht werden kann und sich auch an heute noch unbekannte Gegebenheiten anpasst.

Was, wenn die Datenberge wachsen?

Mittelständler, die besonders große Datenmengen dezentral vorhalten müssen, können sich nicht ausschließlich auf den Download aus der Wolke verlassen. Secure Data Distribution kann hier eine Alternative bieten: Ein Unternehmens-Server stellt die relevanten Daten bereit, die mittels Cloud-Technologie zunächst in ein deutsches Rechenzentrum umziehen, um von dort über gesicherte Infrastrukturen an einzelne Standorte verteilt zu werden. Der gesamte Transportweg der Informationen ist per Monitoring nachvollziehbar und die Daten liegen jeweils physisch in den entsprechenden lokalen Rechenzentren, wo sie ohne Abhängigkeit von Bandbreite, Download-Rate oder Verbindungsgeschwindigkeit abgerufen werden können. Eine solche Komponente innerhalb der Infrastruktur ist ideal für immense Datenvolumina mit hohen Verfügbarkeits- und Sicherheitsanforderungen.

Welche Mischung passt am besten?

Für eine zukunftsfähige RZ-Infrastruktur sollten Mittelständler auf mehr als eine Karte setzen: Eine gut durchdachte Kombination aus Cloud-Lösungen und eigenen Rechenzentren bildet eine hybride Landschaft, die Skalierbarkeit, Flexibilität, Kostentransparenz und Verfügbarkeit bietet. Das gelingt allerdings nur dann, wenn alle Komponenten sinnvoll miteinander vernetzt sind und die Orchestrierung hohen Ansprüchen genügt. Um sicherzustellen, dass nach Belieben Informationen von einem in den anderen Bereich des Gesamtkonstrukts verschoben werden können, braucht es die richtigen Schnittstellen und die passenden technischen Voraussetzungen.

Zusätzlich dürfen die Verantwortlichen den Überblick über Kosten und Auslastung nicht verlieren, sondern müssen stets transparent erkennen können, welche Ressourcen gerade wie intensiv genutzt werden. So lassen sich mit kleinen Anpassungen Feinheiten nachjustieren und die gesamte Landschaft lässt sich ideal managen.

Wie steht es um die Sicherheit?

Im Cloud-Monitor von Bitkom unterscheidet sich das Vertrauen in die Public Cloud von großen und mittelständischen Unternehmen noch stark. Während 79 Prozent der Unternehmen ab 2.000 Mitarbeitern ihre Firmendaten in der Public Cloud in Sicherheit wähnen, sind davon nur 57 Prozent der Mittelständler überzeugt.

Doch auch wenn der Mittelstand sich in der Cloud noch nicht ganz sicher fühlt, sind die Entscheidungsträger laut einer PwC-Studie dennoch nicht bereit, wirklich in Sicherheit zu investieren. Die Budgets schrumpfen und die jährlichen Investitionen in IT-Sicherheit betrugen zuletzt bei 58 Prozent der Befragten unter 50.000 Euro. Das ist ein gefährlicher Widerspruch. In Anbetracht steigender Angriffszahlen und immer häufigerer Hacker-Attacken müssen auch mittelständische Betriebe ganzheitliche Security-Konzepte ausarbeiten und in die Sicherheit ihrer Infrastrukturen sowohl Zeit als auch Know-how investieren.

Welche Vorgehensweise ist sinnvoll?

Die Herausforderungen sind groß und Mittelständler müssen einen kosteneffizienten Weg finden, sich ihnen zu stellen. Viele setzen dabei auf externe Unterstützung, wie eine Lünendonk-Studie zeigt: Die Mehrheit (62,7 Prozent) mittelständischer Firmen in Deutschland rechnet zukünftig mit mehr Outsourcing an externe Dienstleister. Insbesondere Rechenzentren wollen nur noch 14,6 Prozent der Befragten „überwiegend oder ausschließlich selbst betreiben oder ausbauen“.

*Dr. Ulrich Müller ist Sprecher der Geschäftsführung der Operational Services GmbH & Co. KG

Bildquelle: Thinkstock / iStock

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH