13.06.2017 Mitarbeiter durch Wertschätzung glücklich machen und halten

5 Strategien für Führungskräfte

Von: Andrew Filev

Mitarbeiter brauchen mehr als ihren Gehaltsscheck, um motiviert zu bleiben und sich nicht nach anderen Jobs umzusehen. Wertschätzung und regelmäßige Bestätigung sind ein wesentlicher Faktor, wenn es darum geht, Mitarbeiter dauerhaft zu binden.

Wertschätzung für Mitarbeiter

Eine weltweite Studie von Office Vibe zum Thema Mitarbeiter-Engagement zeigt: Unternehmen mit etablierten Programmen für die Mitarbeiter-Wertschätzung haben eine um 31 Prozent geringere Fluktuation.

Das Problem: Viele Führungskräfte vergessen in der Hektik des Alltags wie wichtig Wertschätzung für eine gute Zusammenarbeit ist. Dabei können Manager ihr Team durch Wertschätzung glücklicher und produktiver machen, Mitarbeiter binden und ihrem Unternehmen dabei sogar Geld sparen. Ein gelegentliches „Gut gemacht“ reicht hier jedoch nicht. Die folgenden fünf Komponenten sollte eine Strategie für echte Wertschätzung beinhalten.

1. Es kommt auf Frequenz und Regelmäßigkeit an

In vielen Unternehmen herrscht die Ansicht, das jährliche Mitarbeitergespräch ist der passende Rahmen für Lob und Bestätigung. Zielorientiertes Vorgehen ist in manchen Fällen gut, in der Mitarbeiterführung ist prozessorientiertes Handeln gefragt: Führungskräfte sollten also nicht nur am Ende eines erfolgreichen Projektes Lob aussprechen, sondern auch zu Anfang und nach jedem erreichten Meilenstein. Die Mitarbeiter werden es durch eine deutlich höhere Motivation danken. Laut Joshua Klapow, Chief Behavioral Scientist bei Chip Rewards, einem Experten für Mitarbeiter-Motivation, ist das Timing für das Lob das absolut entscheidende. Im Idealfall sollte es so schnell wie möglich nach erbrachter positiver Leistung erfolgen.

2. Generisches Lob verpufft – auf eine spezielle Leistung beziehen

Lob ist eine Form von Feedback – und als solches muss es sich immer auf etwas beziehen. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass die anerkennenden Worte nicht zur Floskel werden und zudem ernst gemeint sind. Es ist ratsam, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, die erbrachte Leistung zu analysieren, um beispielsweise die Bedeutung für das Gesamtziel herauszustellen. Damit wird es wesentlich wirkungsvoller. Die Vorteile dieses Mehraufwandes: Die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Projekt wird gefördert. Außerdem stärkt dies den Zusammenhalt, denn auch das Team nimmt die Leistung des Kollegen als nutzbringend wahr. Übrigens: Auch konstruktive Kritik kann eine Form der Wertschätzung sein, damit zeigen Vorgesetzte, dass sie ihre Mitarbeiter ernst nehmen und sie weiterentwickeln wollen.

3. In Mitarbeiter hinein versetzten

Jeder Mitarbeiter hat unterschiedliche Stärken und Präferenzen, insbesondere wenn es um die Form der Kommunikation geht. Nicht jeder wird gerne vor dem gesamten Team gelobt. Und manche Kollegen macht eine Anerkennung beim Erreichen wichtiger Ergebnisse besonders stolz – andere erwarten stets ein paar Worte der Anerkennung, auch wenn es sich nur um eine kleine Zuarbeit handelt. Nicht immer bleibt die Zeit, die Vorlieben jedes Mitarbeiters genau kennen zu lernen. Eine einfache Lösung sind regelmäßige, schriftliche Feedback-Runden: Mit dem Ergebnisbericht eines Projekts lässt sich auch die Meinung der Mitarbeiter zur Zusammenarbeit einholen. So erfahren Vorgesetzte, ob die Teammitglieder sich mit dem Führungsstil im Projekt wohlgefühlt haben oder ob es Verbesserungsvorschläge gibt.

4. Kommunikation verbessern

Eine aktuelle Studie zur digitalen Arbeit von Wrike zeigt: Schlechte Kommunikation mit dem Vorgesetzten ist für deutsche Büroangestellte eines der größten Hindernisse für Produktivität und somit Grund zur Frustration. Wertschätzung basiert auf regelmäßiger und klarer Kommunikation. Gerade in größeren Teams können Collaboration-Tools die Kommunikation vereinfachen und einen besseren Überblick über die Leistungen des Teams verschaffen: Sie helfen dabei, nicht immer nur die Teammitglieder zu loben, die gekonnt auf sich aufmerksam machen, sondern auch die, die im Stillen viel leisten. Auch können erfolgreiche Projekte als Best-Practices schnell und unkompliziert im gesamten Unternehmen kommuniziert werden – eine weitere Möglichkeit der Wertschätzung des Teams.

5. Anerkennung zur festen Institution der Unternehmenskultur machen

Um eine Kultur der Wertschätzung unternehmensweit zu etablieren, braucht es feste und gut sichtbare Maßnahmen – dazu kann das plakative Beispiel des „Mitarbeiters des Monats“ als Vorbild fungieren und für das eigene Unternehmen angepasst werden. Solche Institutionen sollten für Mitarbeiter aller Führungsebenen geschaffen und regelmäßig genutzt werden. Dies hat zwei Vorzüge: Es schafft eine höhere Bandbreite für Anerkennung und zeigt, dass Wertschätzung alle Führungslevels betrifft. Ein schneller und unkomplizierter Beitrag zu einer wertschätzenden Unternehmenskultur sind regelmäßige Anerkennungs-Runden zu Beginn jedes Meetings. Das Team sollte ermutigt werden, die Kollegen regelmäßig zu loben und ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Jeder Fortschritt des Unternehmens in diese Richtung wird mit einer erhöhten Motivation und einer engeren Bindung der Mitarbeiter belohnt werden.


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