05.07.2017 Strategische Projektplanung

6 Erfolgsfaktoren für die Cloud-Migration

Von: Michael Hohl

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Cloud-Nutzung ist zunächst die Festlegung einer dedizierten Strategie. Aber auch hinsichtlich der eigentlichen Migration sind mehrere kritische Erfolgsfaktoren zu beachten.

Viele Wege führen in die Cloud. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Erfolg oder Misserfolg nahezu aller Cloud-Projekte von einigen elementaren Faktoren abhängt. Ins Gewicht fallen laut Transtec vor allem folgende sechs Punkte:

1. Klare Strategie

Strategische Vorarbeiten sind unerlässlich, bevor die Entscheidung für ein passendes Cloud-Angebot getroffen werden kann. Dazu gehört eine umfassende Analyse der eigenen Infrastruktur und Bestimmung der Systeme, Applikationen und Services, die in die Cloud verlagert werden können und sollen. Hierbei müssen alle möglichen Restriktionen ins Kalkül gezogen werden, etwa datenschutz- und lizenzrechtliche Bestimmungen oder Vorgaben hinsichtlich Datenverfügbarkeit und -archivierung. Aber auch technische Einschränkungen bei Applikationen mit großen Datenvolumina sind zu berücksichtigen, allein schon im Hinblick auf die interne Infrastruktur und die unterstützte maximale Upload-Größe.

2. Datenklassifizierung

Ein Thema, das nach wie vor weitgehend unbeachtet bleibt, ist die Datenklassifizierung, die im Vorfeld eines Cloud-Projektes durchgeführt werden sollte. Gerade bei mittelständischen Unternehmen wird sie kaum angewendet, bietet aber im Hinblick auf die eigentliche Cloud-Migration viele Vorteile wie eine deutlich schnellere Projektdurchführung. Als Lösung kommen hier vor allem Dokumenten-Management-Systeme in Betracht. Mit ihnen kann relativ einfach eine Datensegmentierung vorgenommen werden, und zwar in unternehmenskritische und vertrauliche Informationen, die lokal vorgehalten werden müssen, und die restlichen Informationen, die risikolos in eine Cloud übertragbar sind.

3. Selektive Verlagerung und schrittweises Vorgehen

In der Regel empfiehlt sich keine vollständige Migration der eigenen IT, sondern eine selektive Teilauslagerung in die Cloud. Für solche Teilmigrationen bieten sich in einem ersten Schritt vor allem Bereiche wie Webserver, Webshop, E-Mail-Server oder Backup- und Recovery-Systeme an. Komplexere Anwendungen wie ERP- oder CRM-Systeme sollten erst an letzter Stelle stehen. Die gesamte Cloud-Migration erfolgt ohnehin idealerweise schrittweise, das heißt, im Rahmen eines Proof of Concept (PoC) könnte beispielsweise mit der Migration einer Außenstelle des Unternehmens begonnen werden.

4. Durchführung von Funktions- und Performancetests

Zu kurz kommt meistens auch die Durchführung von Funktions- und Performancetests bei Migrationsprojekten. Gerade Input/Output-Tests (I/O) sollten aber durchgeführt werden, um nach erfolgter Migration einen reibungslosen Geschäftsbetrieb sicherstellen zu können. Idealerweise ermittelt ein auslagerndes Unternehmen sogar schon im Vorfeld seinen aktuellen und zu erwartenden Input/Output-Operations-Per-Second-Bedarf (IOPS). Auf dieser Basis kann dann auch das kostengünstigste Cloud-Angebot gewählt werden, z. B. hinsichtlich der benötigten Speicherinfrastruktur.

5. Transitionsphase

Für die eigentliche Transition gibt es unterschiedliche Provider-Angebote: von einer Offline-Migration unter Verwendung von Tapes oder USB-Festplatten bis zur Datenübertragung mittels Internet. Auslagernde Unternehmen müssen hier die für sie am besten geeignete Methode wählen, bei einer Internetnutzung vor allem auch unter Beachtung der Bandbreitenproblematik. Generell muss immer das überhaupt mögliche Zeitfenster für die Transitionsphase beachtet werden. Zu klären ist beispielsweise die Frage, in welchen Bereichen und für welchen Zeitraum eine Downtime zu akzeptieren ist. Zudem müssen gerade die bei vielen Unternehmen anfallenden Batch-Verarbeitungen Berücksichtigung finden. Eine Migration ist dann natürlich nicht möglich, weil dadurch die Datenkonsistenz verloren ginge.

6. Dokumentation

Der letzte Schritt eines Migrationsprozesses sollte eine detaillierte Dokumentation sein. Dazu gehören alle für die Transitions- und Betriebsphase konzipierten Dokumente. Zudem sollten alle im Hinblick auf die Cloud-Nutzung relevanten Verfahren und Verantwortlichkeiten festgelegt und dokumentiert sein. Auch dieser Punkt wird vielfach gänzlich außer Acht gelassen.

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