Dr. Ralf Rieken, Geschäftsführer bei Uniscon
ITM: Herr Rieken, was genau steckt hinter Ihrem cloud-basierten Web-Privacy-Dienst Idgard?
Ralf Rieken: Das Internet birgt als Bestandteil des Geschäftslebens viele Möglichkeiten, aber auch Risiken. So erfolgt der Austausch von Dokumenten über Firmengrenzen hinweg – heutzutage insbesondere per E-Mail – leider jedoch fast immer ungeschützt. Hinzu kommt, dass firmenübergreifendes File Sharing oft Dienste nutzt, die nicht den Sicherheitsanforderungen der Unternehmen genügen. Unser sofort einführbarer Dienst deckt u. a. den Dokumentenaustausch von Firma zu Firma und die Speicherung von Dokumenten in einer „versiegelten“ Cloud für den mobilen Zugriff ab.
ITM: Welchen Nutzen können sich Mittelständler davon versprechen?
Rieken: Wir schließen damit weitverbreitete Sicherheitslücken in der firmenübergreifenden Kommunikation. Ein Großteil der Risiken und Kosten durch Internetkriminalität kann dadurch vermieden werden. Der Austausch mit Kunden, Partnern und Lieferanten wird geschützt, ohne dass dafür neue Technik angeschafft werden muss.
Zudem sind weitere Anwendungsszenarien möglich: Die Absicherung der Mailanhänge, der geschützte Onlinespeicher und die versiegelten Speicher für firmenübergreifende Teams passen gut zur heute üblichen Zusammenarbeit. Gleichzeitig erhält der Kunde eine Lösung für den gesicherten Austausch sehr großer Dateien, für die bisher oft unsichere Verfahren oder selbstgebaute Eigenlösungen genutzt wurden.
Mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen, die eine unerwünschte Synchronisation von Dateien per Smartphone zu ausländischen Servern verhindert, bietet unsere Lösung weiteren Schutz.
ITM: Wie wird der Cloud-Dienst in vorhandene Infrastruktur- bzw. Softwarelösungen integriert?
Rieken: Da es kein Dienst ist, der direkt von den Clients angesprochen wird, fällt kein Integrationsaufwand an. Ein Webbrowser ist überall vorhanden, womit man bereits alle Funktionen nutzen kann. Zur bequemeren Integration in die E-Mail-Abläufe dient ein Outlook-Add-in, dass sich jeder Nutzer installieren kann. Für Nutzer von Smartphones gibt es bereitgestellte Apps.
ITM: Wie funktioniert das Berechtigungskonzept?
Rieken: Nutzerfreundlichkeit steht neben der Sicherheit immer im Mittelpunkt. Deshalb wurde auch das Berechtigungskonzept so strukturiert, dass es von allen Nutzern verstanden wird. Zunächst richtet der Administrator die Accounts für Mitarbeiter ein und verwaltet die Lizenzen. Die Inhaber dieser Mitarbeiterlizenzen haben jeweils 20-GB-Onlinespeicher zur Verfügung und richten sogenannte „Privacy Boxes“ ein, die sie zur Kommunikation je nach Thema und Arbeitsgruppe flexibel nutzen können. Der Eigentümer einer Privacy Box lädt die Mitglieder des Kommunikationskreises zur jeweiligen Box ein. Er besitzt alle Rechte und darf beispielsweise alle Dateien lesen, schreiben und löschen sowie weitere Nutzer ein- oder entsprechend ausladen.
ITM: In welchem Rechenzentrum werden die Anwenderdaten vorgehalten?
Rieken: Der Dienst wird in einem Münchener Rechenzentrum betrieben und zwar auf Basis der patentierten „Sealed-Cloud-Technologie“. Diese von uns entwickelte Technologie realisiert eine technisch „versiegelte“ Infrastruktur für Cloud Computing. Bei dieser hat nur der Eigentümer der Daten Zugriff auf seine unverschlüsselten Daten.
ITM: Wie teuer sind die Lizenzgebühren?
Rieken: Ein Kunde erwirbt zuerst ein Starterpaket. Dieses beinhaltet eine Administratorlizenz sowie fünf Mitarbeiter- und 100 Kundenlizenzen. Das Paket hat einen Endkundenpreis von 49,95 Euro pro Monat. Der Administrator richtet die Benutzer ein und kann weitere Lizenzpakete nachbuchen: Mitarbeiterlizenzen ab 6,50 Euro je Monat und Kundenlizenzen ab 0,20 je Monat.