Rudolf Kergaßner, Managing Director
Die Suche nach qualifizierten IT-Fachkräften verläuft auch im Mittelstand oft ergebnislos. Eine erfolgversprechende Alternative ist hier die Automatisierung von Routine-Aufgaben. Sie ermöglicht eine Entlastung des IT-Personals, und die Notwendigkeit zur Auslagerung von IT-Teilbereichen an externe Provider oder ein Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern besteht dann oft nicht mehr.
IT-Mitarbeiter in jedem Unternehmen verschwenden heute einen Großteil ihrer Zeit mit dem reinen Management von Applikationen, Systemen und Tools. Auf solche Routinetätigkeiten entfallen rund 60 Prozent aller IT-Aufgaben. Eine manuelle Durchführung ist allerdings nicht mehr zeitgemäß, da mit den jüngsten Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz nun auch verstärkt Automatisierungstechnologien in der IT und insbesondere im IT-Betrieb genutzt werden können.
Mit selbstlernenden Lösungen und expertensystembasierten Technologien ist es heute möglich, eine Vielzahl von IT-Prozessen zu unterstützen und einen Großteil der IT-Aufgaben automatisiert zu erledigen. Ein Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise: Automatisierungsverfahren und selbstlernende Systeme erkennen Zusammenhänge bei Fehlermeldungen und leiten Lösungsvorschläge aus ähnlichen Konstellationen ab – exakt wie ein Mitarbeiter in der IT dies auch erledigen würde. Auf dieser Basis werden Probleme schneller behoben und IT-Verantwortliche entlastet, denn sie werden erst dann informiert oder alarmiert, wenn alle Optionen zur automatischen Problembehebung erfolglos ausgeschöpft sind.
Die Erfahrung auf Basis realer Kundensituationen zeigt, dass bis zu 90 Prozent der Level-1-Fehler im IT-Betrieb durch Automatisierung und wissensbasierte Systeme gelöst werden können. Positiver Nebeneffekt ist, dass fehleranfällige manuelle Tätigkeiten überflüssig werden. Dies ist insofern nicht ganz unbedeutend, wenn man bedenkt, dass die menschliche Fehlerquote bei sich wiederholenden, manuellen Aufgaben bei etwa zehn Prozent liegt.
Abgesehen von der Beseitigung von Fehlerquellen und einer schnelleren Fehlerbehebung besteht ein zentraler Vorteil der Automatisierung natürlich auch in der Unterstützung der Mitarbeiter, die dadurch mehr Möglichkeiten haben, sich auf strategische Aufgaben und Innovationen zu konzentrieren. Die Entlastung von lästigen und langweiligen Routinetätigkeiten schafft dabei nicht nur zusätzliche Freiräume. Sie trägt ganz wesentlich auch zu einer höheren Mitarbeitermotivation bei.
Nach allgemeiner Einschätzung wird die Automatisierung in der IT ihren Siegeszug antreten und einen gravierenden Paradigmenwechsel einleiten. Dieser besteht darin, dass nicht mehr die IT-Mitarbeiter die Prozesse und Tools steuern, sondern dass durch die Automatisierung von Prozessen die IT-Mitarbeiter durch das Expertensystem entlastet werden. Dies ist natürlich nicht gleichbedeutend mit einer „Entmachtung“ des einzelnen IT-Mitarbeiters, denn selbstverständlich kann auch, falls es erforderlich ist, ein manueller Eingriff an jeder Stelle eines teilautomatisierten Prozesses erfolgen.