Anwender bleiben skeptisch

BI-as-a-Service nicht gefragt

Die Vorteile von As-a-Service-Modellen scheinen auf der Hand zu liegen und haben sich in anderen Anwendungsbereichen unter dem Schlagwort „Cloud“ scheinbar etabliert: Datenspeicherung, Software und Rechenkapazität werden an externe Dienstleister ausgelagert und können bei Bedarf abgerufen werden.

Mit As-a-Service-Modellen entfällt das Anschaffen eigener IT. Um Wartung, Unterhalt und Sicherheit kümmert sich der Anbieter, außerdem können auch kurzfristige Lastspitzen über die Cloud abgedeckt werden, ohne teure Ressourcen dauerhaft einzu­kaufen. „Dennoch gehört nicht jede BI-Anwendung in die Cloud“, schränkt Guido Adler von der SAP ein. „Um einen tatsächlichen Nutzen durch Cloud-basierte BI-Anwendungen sicherzustellen, empfehlen die Analysten von Gartner beispielsweise, nur dann BI-Anwendungen in die Cloud auszulagern, wenn das Unter­nehmen die dazugehörigen operativen Geschäftsanwendungen ebenfalls in der Cloud betreibt.“

Da dies meistens nicht der Fall ist, hält sich das Interesse in Grenzen: „Egal ob Mittelständler oder großes Unternehmen: Die Nachfrage unserer Kunden nach As-a-Service-Angeboten ist derzeit noch sehr verhalten“, berichtet Robert Schmitz von Qliktech. Generell sind Analysen in der Cloud natürlich möglich und es gebe nützliche Anwendungen, wie z. B. Apps zur Personalplanung oder zum Tracken von Sales Leads, meint Schmitz. „Der Knackpunkt ist allerdings: Analysen sollten da passieren, wo die Daten ­liegen. Viele Unternehmen halten ihre Daten in ihrer internen IT-Infrastruktur vor und sind nicht bereit, die Daten in die Cloud auszu­lagern. So lange sich daran nichts ändert, werden auch As-a-Service-Angebote nicht zur treibenden Kraft. Es wäre wenig sinnvoll, Daten nur für die Analyse in die Wolke zu schieben.“

Nachfrage gering

Ein Hauptgrund für die Skepsis sind Sicherheitsbedenken: „Für uns ist BI as a Service nicht der passende Weg – zumindest beim aktuellen Stand der Entwicklung. Hier sind wichtige Rahmenbedingungen wie Datensicherheit, Datenschutz oder auch Datenverfügbarkeit noch nicht zu unserer Zufriedenheit geregelt“, zeigt sich IT-Leiterin Sabine Höfer von der Andechser Molkerei Scheitz skeptisch. Interessant ist jedoch, dass man dies auch genau andersherum sehen kann: „Ich bin der Meinung, dass die Provider von Software as a Service in den meisten Fällen höhere Sicherheitsstandards aufweisen als der durchschnitt­liche Mittelständler, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind“, weist Matthias Krämer, Technikvorstand der Jedox AG, zu Recht darauf hin, dass leider oft auch nicht alle unternehmenseigenen Anwendungen vorbildlich abgesichert sind. 

Bildquelle: © iStockphoto.com/GuiTrasher

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