10.04.2017 Planungsprozesse vereinheitlicht

Capri-Sun optimiert seine Absatzplanung

Von: Paula Hansen

Die Erweiterung des Capri-Sonne-Getränkesortiments sorgte für zunehmend komplexe Nachfragestrukturen, die wiederum eine flexible Absatzplanung erfordern. Für stichhaltige Bedarfsprognosen ist vor allem erhöhte Genauigkeit in der Planung notwendig, die das Unternehmen mit einer speziellen Absatzplanungssoftware anstrebt.

  • Hauptsitz der Deutschen SiSi-Werke Betriebs GmbH in Eppelheim

    Hauptsitz der Deutschen SiSi-Werke Betriebs GmbH in Eppelheim

  • Dr. Andre Brunner, Capri-Sonne

    „Früher war es uns nicht möglich, auf Artikelebene zu planen. In Excel wurden außerdem Verlaufsanalysen aus der Vergangenheit nicht in die Planung einbezogen und es konnte keine Sales-Unterstützung geleistet werden", sagt Dr. Andre Brunner, Vice President Operations bei Capri-Sonne.

  • Anna-Lena Schmitt, Capri-Sonne

    Die Planung erfolgt laut Projektleiterin Anna-Lena Schmitt nun in größerer Detailtiefe, mit verbesserter Transparenz und mit Unterstützung durch qualitative Vergangenheitswerte.

Im Jahr 1969 brachte die Deutsche SiSi-Werke Betriebs GmbH sein Erfrischungsgetränk mit dem flexiblen Standbodenbeutel auf den Markt. Heute exportiert das Unternehmen in 22 Länder weltweit und beschäftigt am Hauptfirmensitz in Eppelheim 700 Mitarbeiter. 22 Abfüllmaschinen füllen täglich fünf bis sechs Millionen Beutel. Diese werden anschließend verpackt und versandfertig auf Paletten gestapelt. Teilweise füllen auch Lizenznehmer die Beutel in unterschiedlichen Ländern selbst ab. Die Absatzplanung erfolgt jedoch zentral von Eppelheim aus.

Prognosen ohne Medienbrüche

Früher bestand der Absatzplanungsprozess aus der Sammlung relevanter Daten in Excel-Listen, die von den regionalen Niederlassungen, Lizenznehmern und Großkunden in die Zentrale geschickt und dort konsolidiert wurden. Das Ergebnis wurde dann in das vorhandene SAP-System eingespeist. Dieses Vorgehen entpuppte sich jedoch in verschiedener Hinsicht als nicht ideal. „Unter anderem war es uns nicht möglich, auf Artikelebene zu planen. In Excel wurden außerdem Verlaufsanalysen aus der Vergangenheit nicht in die Planung einbezogen und es konnte keine Sales-Unterstützung geleistet werden. Weiterhin wurden die Daten in verschiedenen Regionen unterschiedlich gehandhabt, was den Planungsprozess sehr schwierig gestaltete“, so Dr. Andre Brunner, Vice President Operations.

Capri-Sonne, die kürzlich in Capri-Sun umbenannt wurde, benötigte jedoch die Möglichkeit, Daten ohne Medienbrüche zu konsolidieren und durch Priorisierung der Planungsquellen entsprechende Hierarchien zu erstellen. Auf diese Weise sollte eine höhere Transparenz bei der Planung einzelner Produktgruppen erzielt und die Absatzplanung effizienter gestaltet werden.

Konzept des Operations Research

In einem umfangreichen Evaluierungsprozess wurden verschiedene Software-Lösungen zur Absatzplanung betrachtet, letztlich fiel die Entscheidung auf den Anbieter Inform. „Vor allem der Aspekt, dass die Software das Konzept des Operations Research aus der analytischen Mathematik verfolgt, war wichtig für uns“, erinnert sich Brunner. Ziel des Projektes war es, die Planungsprozesse in einem gemeinsamen System zu vereinheitlichen, die Genauigkeit der Planung zu erhöhen, eine Planbarkeit auf verschiedenen Ebenen zu erreichen und bessere Auswertungsmöglichkeiten zu erlangen. Mit diesen Vorgaben implementierte das Unternehmen die Optimierungssoftware Add One.

Die meisten Waren werden seit Februar 2016 wie von den Prognosen der Planungssoftware vorgeschlagen ohne manuelle Überprüfung geplant. Die Kenn- und Planzahlen für jeden Zuständigkeitsbereich werden im System grafisch aufbereitet, um schnelle Auswertungen zu generieren und Handlungskonsequenzen sowie Planungsentscheidungen abzuleiten. Durch eine Priorisierung der Prognosen sowie der manuellen Planzahlen von Vertrieb und Kunden besitzt Capri-Sonne nun die gewünschte Planungshierarchie für einen abteilungsübergreifend abgestimmten Plan. „Dank der Software verfügen wir nun über ein Tool mit einer starken Aussagekraft für die Planungen, da man auf statistisch ermittelte Systemprognosen zurückgreifen kann. Außerdem können wir nun erstellte Prognosen und Ist-Zustände archivieren und somit Abweichungsanalysen erstellen, um ein fundiertes Reporting zu erhalten“, erklärt Brunner den Unterschied zu früher.

Planung mit Detailtiefe und Transparenz

Inzwischen arbeiten 50 Anwender mit dem Planungs-Tool. Derzeit wird die Software für drei Prozesse eingesetzt: bei der Absatzplanung speziell für Key Accounts, zur frühzeitigen Einspielung der Bedarfsprognosen, die von den Kunden weitergeleitet werden, und zur strategischen Planung der Produkte. „Wir konnten bisherige Forecast-Prozesse überarbeiten und neue Prozessstrukturen entwickeln. Die Planung erfolgt nun in größerer Detailtiefe, mit verbesserter Transparenz und mit Unterstützung durch qualitative Vergangenheitswerte. Somit konnten wir unser Hauptziel der optimierten Absatzplanung erreichen“, erklärt Anna-Lena Schmitt, die die Projektleitung innehat. Aufgrund der bisher erzielten Ergebnisse soll die Software in Zukunft auch in weiteren Geschäftsbereichen, wie z.B. dem Controlling, genutzt werden.


Die Deutsche SiSi-Werke Betriebs GmbH
Gründung:
1969
Hauptsitz und größter Produktionsstandort in Deutschland: Eppelheim bei Heidelberg
Mitarbeiter: 700 für Capri-Sonne
Wissenswertes: Capri-Sonne wird in 22 Länder weltweit exportiert. Pro Tag werden in Eppelheim bis zu sechs Mio. Capri-Sonne-Trinkpacks produziert.


Bildquelle: Deutsche SiSi-Werke Betriebs GmbH

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