„Wir wollen eine alternative Cloud-Plattform bieten, bei der die Datenhaltung physikalisch in einem Rechenzentrum in Deutschland erfolgt – ohne Geschäftsbetrieb in den USA und somit ohne den unkontrollierten Zugriff staatlicher Stellen, den die US-Legislatur sonst ermöglicht“, erklärt Tim Schütte, Geschäftsführer bei der Auxo GmbH.
ITM: Herr Schütte, was zeichnet Ihre Plattform aus?
Tim Schütte: Im Grunde bieten wir Mittelständlern die Möglichkeit, Cloud-Services beim Systemhaus ihres Vertrauens zu beziehen. Denn Systemhäuser sind aus Kostengründen vielfach gezwungen, ihren Kunden Cloud-Services großer amerikanischer IT-Unternehmen anzubieten. Wir wollen ihnen eine Alternative aufzeigen, bei der die Datenhaltung physikalisch in einem Rechenzentrum in Deutschland erfolgt – ohne Geschäftsbetrieb in den USA und somit ohne den unkontrollierten Zugriff staatlicher Stellen, den die US-Legislatur sonst ermöglicht.
ITM: Auf welcher Technologie basiert die Plattform?
Schütte: Wir sind der festen Überzeugung, dass die Microsoft-Plattform der Standard im deutschen Mittelstand ist – folgerichtig ist dies auch unser Angebot.
ITM: Wie ist es dabei um Interoperabilität bestellt?
Schütte: Mit Microsoft als Quasi-Betriebssystemstandard für Serverlandschaften im Mittelstand haben wir eine gute Basis für Interoperabilität gelegt. Diverse Linux-Varianten sind als Guest-OS möglich, der Betrieb von Datenbanken anderer Hersteller ebenso.Der eigentliche Charme unserer Plattform ist die Nutzung von HyperV. Kunden, die selbst ihre Applikationen darauf betreiben, können demnach einfach testen, ob unsere Plattform ihren Anforderungen entspricht.
ITM: Welche cloud-basierten Lösungen bieten Sie an?
Schütte: Wir unterteilen unser Angebot in drei Kategorien: Managed Services, Enterprise Services sowie Extended Support. Als Managed Service – damit ist eine Multitenant-Architektur gemeint – bieten wir derzeit Infrastructure-as-a-Service-Lösungen (IaaS), d.h. Windows-Server und Exchange, an. Als Enterprise Service stellen wir vorkonfigurierte Single-Tenant-Sharepoint-Farmen in unterschiedlichen Größen bereit. Damit können unsere Partner die individuellen Sharepoint-Umgebungen ihrer Kunden eins zu eins abzubilden und betreiben. Im Rahmen von Extended Support können wir einen 24x7-Support im Namen des uns beauftragenden Partners erbringen.
ITM: Wer nutzt das Angebot bereits?
Schütte: Wir haben die Plattform gemeinsam mit Partnerunternehmen entwickelt. Somit war es einfach, die ersten Partner zu überzeugen. Derzeit nutzen u.a. die Firmen Voxtron, Amexus, SuL sowie FadenIT aktiv unsere Cloud-Services.
ITM: Wo genau werden dabei die Kundendaten vorgehalten? Wer hat Zugriff darauf?
Schütte: Unsere Infrastruktur befindet sich in einem hochmodernen Rechenzentrum in Nürnberg. Der Zugriff auf die Daten ist zwischen unseren Partnern und uns vertraglich genau geregelt. Wir managen die Infrastruktur, der jeweilige Partner die Daten und Applikationen seiner Kunden.
ITM: Wie werden Datensicherheit und Hochverfügbarkeit gewährleistet?
Schütte: Das Rechenzentrum ist nach ISO 27001 zertifiziert und handelt BSI-konform. Die Infrastruktur ist mehrfach redundant ausgelegt. Wir garantieren vertraglich mindestens 99,9 Prozent Verfügbarkeit. Spannenderweise wird insbesondere die Hochverfügbarkeit massiv unterschätzt. Wenn Mittelständler ihre eigene IT betreiben, liegt die Verfügbarkeit in aller Regel unter 99 Prozent.
ITM: Es gibt bereits einige Cloud-Marktplätze – z.B. von der Deutschen Telekom. Wie grenzen Sie sich von solchen Angeboten ab?
Schütte: Cloudpartner.de ist mehr als ein Marktplatz, denn wir betreiben eine eigene Infrastruktur. Mit einem klaren Bekenntnis zum indirekten Vertrieb, dem Angebot von Infrastruktur auf Microsoft-Basis aus einem deutschen Rechenzentrum sowie zusätzlichen Support- und Serviceleistungen für unsere Partner besitzen wir ein Alleinstellungsmerkmal.
Zudem begegnen wir unseren Partnern bzw. deren Kunden auf Augenhöhe und können uns voll auf unser Angebot fokussieren, während andere Anbieter meist Rücksicht auf ein etabliertes, cloud-fremdes Kerngeschäft nehmen müssen. Wir kennen mehr als 100 interessierte Systemhäuser und Softwarehersteller, die noch keine passende Cloud-Plattform gefunden haben. Wir wollen der Lieferant dieser passenden Cloud sein.