14.09.2017 So passt das Rechenzentrum

Colocation für Mittelständler

Von: Laura König

Mittelständische Unternehmen zögern oftmals noch, wenn es um das Auslagern ihrer IT-Infrastruktur geht. Nicht selten betreiben sie noch ihr eigenes Rechenzentrum. Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten ist dies jedoch heutzutage nicht immer rentabel. Eine gute Lösung, um selbst Herr über die eigenen Daten zu bleiben und gleichzeitig den Betrieb eines physikalischen Rechenzentrums aus der Hand geben zu können, stellt Colocation dar.

Da Colocation-Kunden für den Betrieb des Rechenzentrums nicht zuständig sind und die Kontrolle abgeben, müssen sie sich auf den Betreiber verlassen können.

Da Colocation-Kunden für den Betrieb des Rechenzentrums nicht zuständig sind und die Kontrolle abgeben, müssen sie sich auf den Betreiber verlassen können.

Eine aktuelle Studie des Borderstep Institutes geht deshalb auch davon aus, dass der Colocation-Anteil in Deutschland 2020 rund 40 Prozent der gesamten IT-Fläche der Rechenzentren ausmachen wird. Bei der Auswahl eines passenden Rechenzentrums sollten kleine und mittelständische Unternehmen aber auf einige Aspekte achten.

Eine hohe Leistungsstärke des Rechenzentrums gemessen an Agilität und Skalierbarkeit ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Der Colocation-Anbieter muss jedem Kunden schnell und flexibel den benötigten Platz zur Verfügung stellen können – egal, ob es sich dabei um ein paar einzelne Racks oder größere Flächen handelt. Dasselbe gilt für die Skalierbarkeit: Fläche, Stromverfügbarkeit und Bandbreiten müssen sich flexibel erweitern lassen, damit die IT dynamisch ans Firmenwachstum angepasst werden kann.

Neben einer hohen Leistung gehört die Verfügbarkeit rund um die Uhr zum Standard. Da Colocation-Kunden für den Betrieb des Rechenzentrums nicht zuständig sind und die Kontrolle abgeben, müssen sie sich auf den Betreiber verlassen können. Deswegen sollten sie sich über die physische Sicherheit des Rechenzentrums erkundigen, angefangen von der Zutrittsberechtigung zu den Gebäuden bis zur Notstromversorgung oder Brandschutzsicherung.

Was passiert bei Hardware-Mängeln?

Außerdem sollten Colocation-Kunden wissen, wie vorgegangen wird, wenn z.B. Kabel kaputtgehen oder es zu Hardware-Mängeln kommt. Marino Fritsch, Sales Director Deutschland des Colocation-Anbieters Digital Realty, rät: „Man sollten die Rechenzentrumsbetreiber fragen, welche Unterstützung und Maßnahmen sie anbieten. Ist zum Beispiel ein technischer Servicemitarbeiter 24/7 vor Ort und kann bei Ausfällen der Hardware sofort agieren? Oder muss erst eine Fachkraft gerufen werden, sodass sich die Ausfallzeit mitunter in die Länge zieht?“ Die Serviceleistungen können je nach Anbieter variieren. Daher ist es sinnvoll, die Vorgehensweisen in solchen Notfällen zu vergleichen.

Nicht zuletzt muss der Rechenzentrumsbetrieb insgesamt effizient und kostengünstig sein. Potentielle Kunden sollten darauf achten, ob Informationen zur Verfügung stehen, die Einblicke in den Betrieb des Rechenzentrums gewähren. Wie hoch ist der Stromverbrauch? Wird grüne Energie eingesetzt? „Nachhaltigkeit spielt bei der Auswahl eines externen Rechenzentrums eine wichtige Rolle. Da in Deutschland Data Center sehr viel Strom verbrauchen, wird vor allem der Einsatz von Ökostrom auch von potentiellen Kunden zunehmend abgefragt“, weiß Marino Fritsch aus Erfahrung. Einige Kunden suchen bewusst Anbieter aus, die einen hohen Anteil grüner Energie zur Verfügung stellen können. „Digital Realty hat die Kapazitäten um diese Anforderungen zu erfüllen,“ ergänzt er. Aber nicht nur der ökologische Fußabdruck spielt bei der Auswahl eine Rolle, sondern auch das erweiterte Service-Angebot.

Nutzung digitaler Ökosysteme

Unternehmen die bei der Umstellung ihrer IT-Infrastruktur an den Aufbau einer hybriden Umgebung oder eine Multi-Cloud-Strategie denken, sollten sich Colocation-Anbieter suchen, die ihnen ein bereits existierendes, digitales Ökosystem zur Verfügung stellen. Zu diesem gehören Netzwerkpartner, die die notwendigen, schnellen Verbindungen bereitstellen, sowie Cloud-Anbieter (IaaS, PaaS) über die sich Cloud-Applikationen aufbauen lassen.

Eine carrier-neutrale Vernetzung des Rechenzentrums ermöglicht niedrigere Latenzzeiten und eine hohe Verfügbarkeit der Daten. So können Colocation-Anbieter für eine redundante und leistungsstarke Konnektivität sorgen und eine sichere, direkte und lokale Verbindung zu Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services, Microsoft Azure, Office 365, Orcale oder Google Cloud Plattform sorgen. Die Kunden können sich auf diese Weise die passenden Systeme und Dienstleister auswählen.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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