Als klassischer Katalogversand für schwer erhältliche Punk- und Hardrock-Schallplatten 1986 gestartet, entschloss sich das Management der Frontline GmbH Mitte der 90er-Jahre zu einem Modellwechsel. Seitdem gibt es im Frontlineshop Streetfashion musikafiner Labels, Skateboard- und Sportmarken. 1996 erfolgte der Einstieg ins Onlinegeschäft. Seit 2008 ist das Unternehmen auf stetigem Wachstumspfad. „Das Wachstum ging durch die Decke“, erinnert sich Sascha Kelb, System Administration Manager bei Frontlineshop. „Wir machten zu der Zeit schon einen Großteil der Umsätze im Web und hatten beschlossen, die IT nach den aktuellsten Aspekten hinsichtlich Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit neu aufzusetzen.“ Daher tauschte Frontlineshop im selben Jahr die Backend-Technologie vollständig aus, führte ein neues Warenwirtschaftssystem ein und organisierte den Kundensupport über ein ausgelagertes Call Center. Für die Verlagerung des Warenwirtschaftssystems zu einem externen Dienstleister sprachen zwei Hauptgründe. Der Betrieb des Systems gehörte erstens nicht zum Kerngeschäft. Zweitens waren Kostensteigerungen zu erwarten, wenn Frontlineshop diese IT-Komponenten selbst auf dem aktuellen Stand halten und so Ausfallzeiten vermeiden wollte. Daher wurde beschlossen, diesen Bereich auszulagern.
Die Migration eines Warenwirtschaftssystems ist immer auch mit größeren Risiken verbunden. Das Verschieben einer so wichtigen Plattform im Livebetrieb muss auf Anhieb funktionieren, denn sonst steht die Auslieferung der Waren still. Daher sahen sich Kelb und seine Kollegen im Markt nach Anbietern um und klopften sie nach Realisierbarkeit und Preis-/Leistungsverhältnis ab. „Das Angebot von Interoute passte am besten. Die Systemarchitektur war und ist durchdacht“, so Kelb.
Das gehostete Warenwirtschaftssystem Mos Tangram läuft heute auf einer Kombination aus Applikationsserver und Datenbankserver, Webserver und Loadbalancer. Zwei Citrix-Server bilden eine Farm, die mit einem Domain-Controller ausgestattet sind, um die Anmeldung zu beschleunigen. Die Terminalserver binden die Endgeräte von 200 Anwendern aus den Bereichen Call Center und Logistik an. Diese melden sich über Applikationsserver am Terminalserver an, um auf die dort physisch vorhandene Zentralanwendung zuzugreifen. Vom Unternehmenssitz in Hamburg greifen die Mitarbeiter auf das Warenwirtschaftssystem im Rechenzentrum in München zu und tauschen Dateien mit dem Logistikdienstleister in Burgkunstadt aus bzw. verwenden mittlerweile auch Webservices zur Auftragsgenerierung vom Webshop aus.
Gemeinsamer Technologiewechsel
Mittlerweile beschäftigt das Anwenderunternehmen 110 Mitarbeiter im Hamburger Headquarter. Das gesamte Geschäft läuft über den Onlineshop und das Call Center. Reibungslos funktionierende Geschäftsprozesse über die IT sind also essentiell. „Wenn das Rechenzentrum des Dienstleisters heute abbrennen würde, hätten wir ein riesiges Problem, weil wir keine Aufträge mehr verarbeiten und kommissionieren könnten. Aber das wird nicht passieren“, sagt Kelb mit einem Zwinkern. Im Jahr 2011 haben die Unternehmen einen Technologiewechsel gemeinsam durchgezogen, bei dem alle Maschinen wegen des hohen Wachstums des Anwenders ausgetauscht wurden, ohne dass es zu Problemen kam.„Alle zwei, drei Jahre aktualisieren wir unsere Technologie. Ich blicke dem Zeitpunkt gelassen entgegen, wenn 2013/14 der nächste Technologiewechsel ansteht“, so Kelb abschließend.
Frontline GmbH
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