Seit der Umsetzung des Branchenstandards EDIWheel bei Reifen Krupp vergehen im Idealfall von der Order über das Heraussuchen aus dem Lager bis zum Versand nur 10 Minuten
Tradesprint ist eine SAP-basierte Software, speziell auf die Reifenbranche zugeschnitten. In der Reifenindustrie wird der elektronische Datenaustausch (EDI) einheitlich im Branchenstandard EDIwheel geregelt. Über die darin festgelegten Datenformate kommunizieren alle beteiligten Unternehmen der Reifenbranche beziehungsweise deren Anwendungssysteme. Bei Reifen Krupp stellt Cormeta die Geschäftsprozesse mit den B2B-Partnern - hauptsächlich webbasierte Reifenhandelsplattformen - auf diesen Branchenstandard um.
"Das einheitliche EDIwheel-Format trägt nun dazu bei, die Schnittstellenprozesse zu vereinheitlichen, den Pflegeaufwand für die Schnittstellen zu reduzieren und die Fehlerhäufigkeit zu senken. Dazu müssen die B2B-Partner ihrerseits EDIwheel-konforme Daten senden und verarbeiten", erklärt Holger Behrens, Vorstand der Cormeta ag. Die von Reifen Krupp bereits seit 2005 eingesetzte ERP-Software Tradesprint wurde in einem ersten Schritt unter anderem mit der aktuellen EDIwheel-Version A2 aufgerüstet. Nach dem Standard sollen im Bestellvorgang derzeit Anfrage und Angebot sowie Bestellung und Bestellbestätigung funktionieren. Weitere Formate sollen sukzessive ebenfalls auf den EDIwheel-Standard gebracht.
Erweiterte Daten und sichere Verbindung
Die EDIwheel-Formate wurden außerdem um wesentliche Daten ergänzt, die für die Abwicklung von B2B-Prozessen im Reifenhandel nötig, aber im Standard der Reifenindustrie nicht oder noch nicht enthalten sind. Die Lösung ist also Krupp-spezifisch. Zu ihr gehören Adressdaten des Warenempfängers, Preisdaten und Lieferantenartikelnummern. Zudem will Krupp nun die Möglichkeit nutzen, selbst weitere Marktpartner wie Bestellportale anzubinden beziehungsweise zu integrieren. Das geschieht über Templates im Process Integration System, die der Anbieter so beschreibt: Wird ein neuer Marktpartner angelegt, sind wenige Schritte nötig. Zum einen wird eine Musterdatenvorlage für die zu sendenden XML-Dateien übermittelt. Darin ist festgelegt, wie die Form der Order aussehen muss. Zum anderen schickt Krupp die EDIwheel-Fehlercodeliste und zwei Links mit den URLs für Anfrage und Angebot sowie Bestellung und Bestellbestätigung an den Partner. Die Portale kommunizieren über EDIwheel online per HTTPS-Protokoll mit Tradesprint. Damit sei die Sicherheit bei der Übertragung gewährleistet, schließlich werden sensible Unternehmensdaten versendet.
Bearbeitung von Aufträgen erfolgt schneller
Bei der Integration von EDIwheel in Tradesprint sollen sich für Reifen Krupp Vorteile ergeben: Das Unternehmen erhält von seinen Partnern einheitliche Bestellungen, was aufwendige Konvertierungen und die manuelle Nachpflege überflüssig macht und damit eine potentielle Fehlerquelle ausschließt. Sollten doch Fehler in EDIwheel-Messages auftauchen, können Krupp-Mitarbeiter schnell reagieren. Sie erhalten automatische Kurznachrichten aufs Handy oder E-Mails, wenn in einer Nachricht ein Fehlercode übertragen wird. Ein weiterer Vorteil der EDI-wheel-Integration sind die kürzeren Bearbeitungszeiten. Zum Beispiel verfügt Krupp über ein hochmodernes Lager, wodurch in Kombination mit der neuen Software von der Order bis zum Versand der Lieferung im Idealfall nur noch 10 Minuten vergehen.
Weil Krupp auf allen Ebenen von der EDIwheel-Einbindung profitieren will, wird die Integration der nächsten Formate - Avis, Rechnung und Bestellstatus - bereits vorbereitet. Anfang 2013 sollen die Anpassungen abgeschlossen sein.
www.reifenkrupp.de
Bildquelle: Reifen Krupp