Checkout-Abbruch vermeiden

Das Bezahlverfahren ist entscheidend

Im Interview berichtet Artur Schlaht, CEO bei Payever, warum es für Online-Shop-Betreiber wichtig ist, Kunden eine Vielzahl an Bezahlverfahren anzubieten.

Artur Schlaht, Payever

Artur Schlaht, CEO bei Payever, über Bezahlverfahren im Online-Handel

ITM: Herr Schlaht, warum ist es wichtig als Onlineshop-Betreiber eine möglichst große Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten anzubieten?
Artur Schlaht:
Etwa 59 Prozent der Kunden brechen den Bezahlvorgang ab, wenn nicht die gewünschte Zahlungsart im Checkout des Online-Shops angeboten werden. Die Einbindung möglichst vieler Zahlungsarten erhöht die Conversion und maximiert damit den Umsatz.

ITM: Welche Bezahlverfahren eignen sich besonders gut für kleine und mittelständische Unternehmen?
Schlaht:
Generell sollten sowohl kleine, als auch mittelständische Unternehmen versuchen möglichst alle Zahlungsarten anzubieten. Das ist durch cloud-basierte Tools wie Payever kostengünstig und einfach. Je nach Produktsortiment sollte man Zahlungsarten wie den Rechnungs- und Ratenkauf in den Zahlungsmix aufnehmen.

ITM: Und welche sind hingegen nicht geeignet – aus welchem Grund?
Schlaht:
Bei Produkten mit hoher Retourenquote ist das Anbieten vom Rechnungskauf abzuwägen, da bei jeder Transaktion kosten entstehen. Auch der Ratenkauf ist insbesondere bei sehr preisgünstigen Produkten nicht sinnvoll.

ITM: Woran können sich Shop-Betreiber bei der „richtigen“ Wahl orientieren?
Schlaht:
Generell ist es sinnvoll Wettbewerber mit einem vergleichbaren Produktangebot anzusehen und eine vergleichbare Auswahl anzubieten. Darüber hinaus sollte man andere Branchen vergleichen und adaptieren.

ITM: Worauf sollten Betreiber bei der Auswahl anzubindender Payment Service Provider achten?
Schlaht:
Bietet der PSP das aktuelle Plugin für meinen Online-Shop. Oder eine REST-API? Gibt es initiale oder monatliche Kosten? Entstehen mir pro Transaktion zusätzliche Kosten? Payever ist für Händler kostenfrei, kann in Minuten integriert werden und finanziert sich durch die angebunden Zahlungspartner.

ITM: Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten von Paydirekt – dem Bezahlverfahren deutscher Banken und Sparkassen – ein? Hat dieser Dienst trotz der recht großen und etablierten Konkurrenz überhaupt eine Chance beim Kunden/Markt?
Schlaht:
Sollte Paydirekt in der breiten Masse an Online-Shops verfügbar sein, dann hätte es aufgrund der Menge an Privatkundenkonten wenigstens eine faire Chance. Das ist aktuell nicht möglich, da die Kosten für die technische Integration in Online-Shops aufgrund der komplexen IT für Händler zu hoch sind. Auch ist die Vertragsausgestaltung noch zu aufwendig.

ITM: Welche Anforderungen an ein Zahlungsverfahren sind aus Sicht des Händlers besonders wichtig?
Schlaht:
Die Zahlungsart sollte konvertieren und den Umsatz nicht gefährden.

ITM: Was sind die aus Sicht des Kunden wichtigsten Faktoren?
Schlaht:
Aus Kundensicht sollte eine Zahlungsart sicher, kostengünstig und convenient sein. Idealerweise kann der Händler die Ware direkt nach der Bezahlung versenden und nicht erst bei Erhalt des Geldes auf dem Geschäftskonto.

ITM: Wie flexibel sind Online-Kunden in Bezug auf das Bezahlverfahren – führt eine fehlende Option automatisch zu einem Kaufabbruch?
Schlaht:
Kunden haben persönliche Präferenzen bei den Zahlungsarten und wechseln oft zu anderen Online-Shops, wenn das Angebot vergleichbar und die gewünschte Zahlungsart angeboten wird.

ITM: Wie entsteht überhaupt eine Zahlungspräferenz? Anhand welcher Kriterien entscheidet sich ein Käufer für eine bestimmte Bezahlmöglichkeit?
Schlaht:
Die Zahlungspräferenz ergibt sich aus der Verfügbarkeit, Sicherheit und Convenience. Wenn ich die Zahlungsart sofort nutzen kann, diese sicher und überall verfügbar ist, einen Käuferschutz bietet und die Ware gleichzeitig vom Händler sofort versendet wird – dann werde ich diese Zahlungsart gegenüber umständlichen und weniger sicheren Zahlungsarten bevorzugen. 

ITM: Stichwort Internationalisierung: Worauf müssen Shop-Betreiber hinsichtlich der Bezahlung ausländischer Kunden achten?
Schlaht:
Generell gilt – Kreditkarte und Paypal ist ein guter Start um weltweit zu verkaufen. Um die Conversion weiter zu erhöhen muss man jedoch für das gewünschte Land die individuellen Zahlungsarten anbieten. Je nach Land und Anzahl lohnt es sich hier einen Aggregator zu verwenden. 

ITM: Bitte geben Sie mittelständischen Shop-Betreibern drei Tipps.
Schlaht:

  1. Neue Kanäle ausprobieren! Schon mal auf Facebook, Pinterest, Instagram oder Twitter verkauft? Die Konkurrenz auch (noch) nicht.
  2. Mutig sein und auf einen Cloud-Dienst setzen, der Programmierung und Wartung für immer obsolet machen kann.
  3. Kostenfreie Payever-Apps ausprobieren – die den Verkauf und die Bezahlung im Web, am Point of Sale sowie neue Formen im Marketing ermöglichen.

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