09.05.2017 Drucken ist nicht Kernkompetenz

Das Marktpotential von MPS im Mittelstand

Von: Lea Sommerhäuser

Drucken bzw. Output-Management gehören bei einem Großteil der Mittelständler nicht zur Kernkompetenz. „Infolgedessen haben wir in Deutschland ein attraktives Marktpotential bei insbesondere kleinen und mittleren MPS-Lösungen“, so Henning Rieger, BU Leiter Supplies bei der Tech Data GmbH & Co. OHG, im Interview.

Henning Rieger, Tech Data

„Unternehmen mit einer gewachsenen Druckerlandschaft haben vermutlich bzgl. Aktualität und Kompatibilität der Geräte die größten Herausforderungen“, so Henning Rieger von Tech Data.

ITM: Herr Rieger, welche sind die druckintensivsten Branchen in Deutschland bzw. in welchen Unternehmen wird am meisten gedruckt?
Henning Rieger:
Bezogen auf die Anzahl bedruckter Seiten wird auch weiterhin der größte Anteil im Zeitschriften- bzw. Medienbereich liegen. Hohes Volumen an gedruckten Seiten wird im Dienstleistungssegment (Banken, Versicherungen, Kanzleien) sowie Behörden generiert, ferner auch bei grafischen Anwendungen (Agenturen etc.).

ITM: Inwieweit haben mittelständische Unternehmen ihre eigenen Druckkosten im Blick?
Rieger:
Unternehmen, die bereits heute ihren Druckerpark über ein MPS-Konzept managen, haben eine gute Transparenz bzgl. der Kosten. Ohne einschlägige MPS-Konzepte gelingt es den meisten Unternehmen kaum, die TCO (Total Cost of Ownership) zu ermitteln bzw. zu managen.

ITM: Was sind in einem Unternehmen (die ersten) Indizien für eine ineffiziente Druckinfrastruktur?
Rieger:
Das hängt davon ab, welche Schwerpunkte man bzgl. Effizienz verfolgt. Wichtige KPIs sind z.B. Kosten (TCO), Nachhaltigkeit und Anwenderfreundlichkeit. So kann beispielsweise ein aus verschiedenen Druckermodellen (Multi Vendor) bestehender Druckerpark mit Lasertechnologie hohe Kosten für Wartung, Energie und Verbrauchsmaterialien erzeugen.

ITM: Welche Rolle spielen an dieser Stelle Managed Print Services (MPS)? Was können sie leisten?
Rieger:
MPS-Konzepte liefern eine hohe Transparenz bzgl. TCO, ferner helfen sie bereits bei der Auswahl von Druckermodellen, die Gesamtkosten im Blick zu haben. Im weiteren Verlauf können MPS-Verträge den Drucker annähernd automatisch managen (Fleet-Management) – insbesondere bei der Versorgung von Druckerverbrauchsmaterial (Auto Replenishment). Printer4you.com liefert hierzu ein umfassendes Portal.

ITM: Inwieweit beschäftigt sich der deutsche Mittelstand bereits mit dem MPS-Thema?
Rieger:
Drucken bzw. Output-Management gehören bei einem Großteil der Mittelständler nicht zur Kernkompetenz. Infolgedessen haben wir in Deutschland ein attraktives Marktpotential bei insbesondere kleinen und mittleren MPS-Lösungen.

ITM: Was sind die Hauptentscheidungskriterien für MPS? Welche Rolle spielen hierbei Umweltaspekte?
Rieger:
Die TCO stehen bei den meisten Entscheidern an erster Stelle, gefolgt von Nachhaltigkeit. Ziel von MPS-Konzepten ist u.a. die Konsolidierung von Druckerparks (Etagendrucker) und damit einhergehend die Optimierung des Druckerverhaltens. Ferner spielt die Energieeffizienz bei der Auswahl von Druckermodellen eine zunehmend wichtigere Rolle.

ITM: Welche Herausforderungen und Stolpersteine gibt es bei der Einführung einer MPS-Lösung?
Rieger:
Unternehmen mit einer gewachsenen Druckerlandschaft haben vermutlich bzgl. Aktualität und Kompatibilität der Geräte die größten Herausforderungen. Printer4you.com kann Unternehmen dabei unterstützen, auch bereits bestehende Drucker in ein MPS-Konzept zu integrieren.

Bildquelle: Tech Data

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