Caddon macht exakte Farbabstimmung möglich

Das Produkt genau im Blick

Wie gelb ist zitronengelb? Wie rot ein knackiges rot? Fragen wie diese kosten die Textilbranche viel Geld. Wenn die Designer in den europäischen Metropolen an ihre Zulieferer in Fernost Anweisungen zu Farbfragen übermitteln, startet ein teurer und aufwendiger Prozess.

  • Das Normlicht-Betrachtersystem can:view2 LED macht eine genaue Farbabstimmung möglich.

  • Auf dem NEC SpectraView PA241W-Monitor ist kein Unterschied zum Original zu erkennen.

Mit NEC-Technologie sollen diese Vorgänge preiswerter und farbverbindlicher gehen. Ein wichtiger Bestandteil der Lösung: Die Technik des Referenzmonitors NEC Spectraview 241.

Bevor ein Kleidungsstück nach den Wünschen des Herstellers gefärbt werden kann, startet ein reger Austausch von Mustern. Per Flugzeug und Expressbote tauschen Designer und Fabrikant so lange Muster aus, bis alle Farben tatsächlich den Vorstellungen der Kreativen entsprechen. „Es kommt durchaus vor, dass über 30 mal eine Probe hin und hergeschickt wird“, erklärt Michael Nothelfer, Geschäftsführer von Caddon. Mit den Möglichkeiten des Farbmanagements, also der Profilierung und Kalibrierung aller am Prozess beteiligten Geräte, lässt sich das Problem kaum beheben. Zu viele Unwägbarkeiten entlang der Prozesskette sorgen dafür, dass am Ende zwischen Wunsch und Wirklichkeit noch immer eine große Lücke klafft.

Die Lösung des Stuttgarter Farb-Spezialisten Caddon ist einfacher – jedenfalls aus Benutzersicht: Über den Sender can:scan wird das Muster erfasst. Am Empfänger can:view kann der Betrachter eine weitestgehend farbrichtige Darstellung des Objekts sehen und messen. Ein derart direktes und schnelles Feedback vereinfacht und beschleunigt den Abstimmungsvorgang. Für die Kommunikation der Hardware-Komponenten entwickelte das Unternehmen die Software can:connect, das Photoshop Plug-in can:change ermöglicht die einfache Übertragung der errechneten Farbwerte auf Fotos.

Hinter der simpel zu bedienenden Technik steckt freilich ein anspruchsvolles und in dieser Form einmaliges Verfahren. So verlässt sich das Unternehmen nicht auf das vergleichsweise ungenaue RGB-Verfahren moderner Kamerasensoren, sondern erfasst die Objekte spektral. Dazu fotografiert die Aufnahmekomponente das Objekt durch 16 Filter, die jeweils nur eine definierte Wellenlänge des vom Messobjekt reflektierten Lichts passieren. Insgesamt wird das komplette Spektrum jenseits des UV-Bereichs jeweils im Abstand von 20 Nanometern abgetastet. Aus diesen Aufnahmen errechnet die Software dann Pixel für Pixel den genauen Spektralwert aller Bildpunkte. Mit einem Spektralphotometer würde das nicht funktionieren: Dieses misst immer nur den Durchschnitt der Spektren einer Farbfläche innerhalb eines Messflecks.
Der Multispektralscanner dagegen kann auch größere dreidimensionale Teile wie zum Beispiel komplette Kleidungsstücke aufnehmen. Er erfasst jedes Muster- und Strukturdetail der Oberfläche ebenso wie Farbnuancen, die durch Licht und Schatten hervorgerufen werden können.

Der Monitor im System stellt digitale Bilder farbrichtig dar. Dazu rechnet eine Software die spektrale Aufnahme zunächst in den LAB-Farbraum um und bereitet die Daten anschließend für die RGB- Darstellung auf. Diese gelingt mit der Caddon-Lösung so gut, dass ein Vergleich zwischen Original und Reproduktion  durch direktes Auflegen des Originals auf die Monitoroberfläche per patentiertem Verfahren möglich wird. Herzstück des Systems ist die Technik des Spectraview 241 von NEC Display Solutions. Dieser Monitor gehört zur Spitzenklasse und wird überall dort verwendet, wo es auf absolut farbgenaues Arbeiten ankommt. Mit seiner 106-prozentigen Adobe-RGB- Abdeckung ist in der praktischen Anwendung garantiert, dass die Farbe im Gamut des Monitors liegt. Für seine eigenen Zwecke benötigte das Stuttgarter Unternehmen jede Menge Details zu dessen Interna. „NEC Display Solutions hat uns ohne Zögern mit den Spezifikationen und Protokollen versorgt, die wir benötigten. Diese Offenheit war der ausschlaggebende Faktor für die erfolgreiche Zusammenarbeit“ berichtet Nothelfer.

„Wir wollen mit unseren Geräten an der Spitze der farbgenauen Darstellung stehen. Auf diesem Gebiet sind sicherlich noch einige interessante Weiterentwicklungen möglich. Unsere eigenen Entwickler arbeiten mit Hochdruck daran“, erklärt Christopher Parker, der als Product Line Manager - Professional Displays die Reference-Modelle bei NEC Display Solutions verantwortet. „Wir unterstützen aber auch gerne Partner- Unternehmen dabei, die Grenzen des Machbaren weiter zu verschieben. Die Produkte von Caddon sind in dieser Hinsicht ausgesprochen interessant.“
Die aufwändige Forschung und Produktion der Komponenten hat sich für den Farb-Spezialisten gelohnt. Erste bekannte Marken aus der Textilindustrie setzen das Produkt ein. „Die Zahl der Lab-Dips und Proofs dort konnte erheblich reduziert werden“, berichtet Nothelfer. „Heute reichen bereits ein oder maximal zwei Freigabeschleifen bis zur Produktionsfreigabe“. Die Kosten eines solchen Systems sind für den Käufer damit schnell eingespielt. Nothelfer fasst zusammen: „Eine farbrichtige Darstellung bei Präsentation und Produktion spielt in vielen Bereichen eine immer größere Rolle. Mit NEC haben wir einen Partner gefunden, der uns bei unseren Plänen optimal unterstützt.“

Bildquelle: Caddon

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