26.04.2017 Agiler unterwegs

DevOps im Einsatz bei Fahrtenvermittler

Von: Kerstin Janke

Wie agile Entwicklung und DevOps in der Praxis Anwendung finden können, zeigt das Beispiel des Start-ups MyDriver, das einen Marktplatz zur Vermittlung von Fahrten mit hochwertigen Limousinen betreibt.

  • MyDriver betreibt einen Marktplatz zur Vermittlung von Fahrten mit hochwertigen Limousinen.

    MyDriver betreibt einen Marktplatz zur Vermittlung von Fahrten mit hochwertigen Limousinen.

  • „Wir wollen das interne IT-Team möglichst schlank und effizient halten. Dennoch benötigen wir Leistungsreserven, auf die wir schnell zugreifen können“, sagt Andreas Goschler, Managing Director MyDriver.

    „Wir wollen das interne IT-Team möglichst schlank und effizient halten. Dennoch benötigen wir Leistungsreserven, auf die wir schnell zugreifen können“, sagt Andreas Goschler, Managing Director MyDriver.

Mit einer mobilen App und einem Webservice übernimmt MyDriver Vermittlungsdienste für lokale Limousinenanbieter zu transparentem Festpreis. Das Start-up ist eine weitgehend unabhängige Tochterfirma des Mietwagenanbieters Sixt, der in erster Linie als Investor agiert. Der Service ist in mehr als 25 Ländern und über 150 Städten weltweit buchbar. Wer den Service erstmals bucht, kann zunächst eine Strecke oder eine Fahrzeit eingeben und die Kosten prüfen. Für die eigentliche Buchung ist ein Benutzerkonto nötig.

„Obwohl unser Geschäftsmodell auf einer aufwendigen IT-Infrastruktur basiert, wollen wir das interne IT-Team möglichst schlank halten. Dennoch benötigen wir Leistungsreserven, auf die wir schnell zugreifen können“, betont Andreas Goschler, Managing Director bei dem Mobiltätsanbieter, was typisch und logisch ist für junge Unternehmen aus der Digitalwirtschaft.

MyDriver nutzt deshalb „Infrastructure as a Service“. Die Server und Entwicklungsumgebungen sowie das Backend befinden sich in der Cloud. MyDriver hat sich dabei für den Infrastrukturanbieter Profitbricks entschieden. Die einzelnen IT-Komponenten werden in den Rechenzentren des Berliner Cloud-Dienstleisters betrieben.

Stärkere Verzahnung

Mit dem Datacenter Designer kann MyDriver seine IT-Infrastruktur in einer grafischen Benutzeroberfläche zusammenstellen und kurzfristig freischalten. „Vor allem die einfache Konfiguration der Server und Entwicklungssysteme hat uns überzeugt“, meint MyDriver-CTO Thomas Reis.

Das IT-Team besteht überwiegend aus Entwicklern, die sich um die Weiterentwicklung des Services kümmern. Deshalb nutzt MyDriver die Services des IT-Dienstleisters Centrias Colocation. Die DevOps-Spezialisten sind erfahren im Betrieb agiler Entwicklungsumgebungen, die zu schnellen und kurz aufeinanderfolgenden neuen Software-Versionen führen sollen. Diese stärkere Verzahnung von Entwicklung und IT-Betrieb ist gemeint, wenn von DevOps die Rede ist. Centrias wiederum greift auf die Cloud-Infrastruktur von Profitbricks zurück.

„Unsere Entwickler benötigen regelmäßig Testsysteme, die sie in kurzer Zeit vollkommen neu aufsetzen können“, erklärt Thomas Reis. Hier kommen Continuous Delivery und Continuous Integration ins Spiel. Dabei werden rasch aufeinanderfolgende Software-Versionen sofort in die Produktionssysteme integriert. Im Unterschied zum traditionellen Verfahren gibt es hier nicht mehr ein großes Update mit vielen neuen Funktionen. Stattdessen erscheinen kleinere Aktualisierungen, die teils sogar täglich ausgerollt werden.

Dahinter steckt die Idee, Infrastruktur als Code aufzufassen. Wer einen zusätzlichen Server, eine weitere Entwicklungsumgebung oder ein neu konfiguriertes Testsystem benötigt, muss weder Server aufbauen noch Software-Pakete installieren. Stattdessen entwickelt er ein Skript, das die entsprechenden Aufgaben auf der Infrastrukturplattform ausführt.„Doch DevOps ist mehr als nur Skripting für das Software-Deployment“, betont Thomas Reis. „Sehr wichtig für uns ist eine ausgefeilte Backup-Strategie, die Datenverluste vermeidet und dafür sorgt, dass jederzeit ein großes Archiv der Datenbestände und früherer Versionen vorhanden ist.“

Wichtig für viele Unternehmenskunden ist die Tatsache, dass sich die Rechenzentren von Profitbricks ausschließlich in Deutschland befinden.

 Bildquelle: MyDriver

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