Der Aufstieg des World Wide Web in den letzten 20 Jahren hat einen interessanten Nebeneffekt gehabt: Heutzutage werden sehr viel mehr Fotos und Grafiken in hoher Qualität benötigt als früher. Da heute praktisch jedes Unternehmen Fotos zur Illustration von Websites, Facebook-Seiten und Blogs benötigt, ist parallel zum Bedarf auch ein entsprechendes Angebot entstanden: Bilddatenbanken im Internet, die Fotos und andere Grafiken für sehr günstige Preise und zum Teil sogar kostenlos anbieten.
Stockphotos: Bilder auf Vorrat
Die Anbieter von so genannten Stockphotos ("Vorratsfotos") sind kein neues Phänomen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) bietet seit Jahrzehnten einen Bilderdienst, aus den Medien aktuelle Fotos und thematische Schmuckbilder Bitte zieren können. Leider sind diese Services extrem teuer, da sie für einen ganz anderen Bedarf gedacht sind.
Die hier vorgestellten Services bieten in erster Linie Fotos für den Einsatz in Webseiten an. Sie werden zum Teil von Hobby-und Gelegenheit von Grafen zum Download angeboten. Aber auch Berufsfotografen bieten zahlreiche Bildersammlungen für günstige Preise an.
Die Stockphoto-Sammlungen sind allerdings nicht für eine völlig beliebige Nutzung gedacht. Selbst bei den Gratisdiensten gibt es Lizenzen und Lizenzbedingungen, die mit dem Download anerkannt werden.
Lizenzen und Lizenzbedingungen
Grundsätzlich geht es immer nur um etwas, das am ehesten als "einfaches Nutzungsrecht“ zu bezeichnen ist: Der Nutzer des Bildes darf es in Publikationen und im Internet nutzen. Zudem kann er es in einem gewissen Rahmen (Beschnitt, Größe, Helligkeit, Kontrast) bearbeiten. Er darf das Bild aber weder mit Photoshop verfremden noch weiterverkaufen, auch nicht als Teil von Produkten.
Eine weitere wichtige Gemeinsamkeit bei den verschiedenen Bilderdiensten: Zu jedem Bild müssen der Name des Urhebers und des Dienstes genannt werden. Bei Pixelio zum Beispiel sieht das immer so aus: "Bildquelle: Fritz Müller / pixelio.de". Dies ist eine Lizenzbedingung, der genau gefolgt werden muss. Damit es die Nutzer etwas einfacher haben, findet sich beim Download meistens eine präzise Copyright-Angabe, die unbedingt dort kopiert werden sollte.
Im Normalfall kommt der Quellenvermerk an das Ende eines Textes, in dem sich das Bild genutzt wird oder aber in Form einer Bildunterschrift direkt neben das Bild. Es ist darüber hinaus sinnvoll, diesen Quellenvermerk auch als HTML-Bildbeschriftung zu nutzen. Sie erscheint, wenn Leser den Mauszeiger über das Bild bewegen.
Nicht kommerzielle Nutzung
Wenn es nur um diese beiden Regeln ginge, wäre die ganze Sache längst nicht so kompliziert, wie sie in Wirklichkeit ist. Denn leider sind die realen Lizenzbedingungen recht unterschiedlich, so dass bei jedem Bilderdienst immer genau auf die Lizenzen geachtet werden sollte.
Im Einzelfall kommt es auch vor, dass Urheber bestimmte einschränkende Lizenzbedingungen machen. So gibt es zum Beispiel Bilder, die nicht beschnitten werden dürfen oder die nicht kommerziell eingesetzt werden dürfen. Auch hier gibt es nur eine Abhilfe: Penibles Lesen aller Informationen vor dem Download.
Die Eingrenzung auf nicht-kommerzielle Nutzung eines Bildes ist häufig Bestandteil der so genannten CC-Lizenzen ("Creative Commons"). Im Regelfall ist jede Publikation eines Unternehmens kommerziell, da sie meist in irgendeiner Form dem Marketing dient. Anders ausgedrückt: Bilder mit einer CC-Lizenz, die den Vermerk "NC" (non-commercial) tragen, sollten von Unternehmen sicherheitshalber überhaupt nicht eingesetzt werden.
Profiservices für kleines Geld
Die drei Low-Cost-Services Fotolia, iStock und Shutterstock bieten eine deutlich größere Vielfalt und oft höhere Qualität bei Fotos und Grafiken als die Gratisdienste. Die Bilder können in verschiedenen Größen einzeln gekauft werden, wobei die kleinste Größe (Webauflösung) meist recht kostengünstig ist.
Einzelne Anbieter kennen auch so etwas wie eine „Flatrate“ Flatrate, bei der ein bestimmtes Kontingent an Bildern genutzt werden kann. In jedem Fall sollten auch bei diesen Profildiensten die Lizenzbedingungen streng beachtet werden, denn hier gibt es ebenfalls Urheber, die den Einsatz Ihrer Bilder in irgendeiner Form beschränken.
Zum Schluss noch ein Hinweis auf ein gewisses Risiko: Selbst trotz der peniblen Einhaltung aller Lizenzbedingungen kann plötzlich eine Abmahnung ins Haus kommen. Dies ist mehrfach in Fällen passiert, in denen ein Urheber sein Bild wieder aus dem Fotoservice zurückgezogen hat.
Damit erlischt die Lizenz und normalerweise müssen die Käufer dieser Lizenz sämtliche Bilder sofort aus ihrer Website entfernen. Dazu müssen sie natürlich davon wissen … Es ist also sinnvoll, gelegentlich die lizenzierten Bilder zu überprüfen und eventuell ältere Webseiten zu löschen oder zumindest die Bilder daraus zu entfernen.
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Bildquelle: Helene Souza / pixelio.de