24.07.2015 E-Commerce in der Fußballbundesliga

Die Online-Shops der Proficlubs

Von: Ina Schlücker

Während die Saison 2015/16 für die zweite Bundesliga am 24. Juli startet, müssen die Erstligisten erst wieder ab dem 14. August auflaufen. Bereits seit einige Wochen laufen die Ticketverkäufe, auch die Trikots für die neue Spielzeit sind schon in den Online-Shops erhältlich. Marco Weigel, Teamleiter Professional Services bei dem Karlsruher IT-Dienstleister Objektkultur, berichtet, inwieweit die Shops der Bundesligisten dem Fanansturm Stand halten können.

  • Marco Weigel, Teamleiter Professional Services bei dem Karlsruher IT-Dienstleister Objektkultur

ITM: Herr Weigel, inwieweit verfolgen die Proficlubs bereits eine stringente E-Commerce-Strategie?
Marco Weigel:
Das Thema spielt bei den Vereinen der ersten und zweiten Fußballbundesliga, aber auch bei diversen unterklassigen Clubs eine große Rolle. In erster Linie findet E-Commerce bei diesen Clubs über Online-Shops für den Verkauf von Tickets oder Merchandising-Produkten statt. Aber auch Reisen zu den Auswärtsspielen, Anmeldungen für Fußballschulen etc. werden online vertrieben.

ITM: An welchen Stellen läuft es dabei rund? Wo gibt es noch Nachholbedarf?
Weigel:
Das gestaltet sich meiner Erfahrung nach von Club zu Club unterschiedlich. Allgemein besteht der Eindruck, dass alle großen Vereine ihren Ticket- und Merchandising-Absatz über normale Desktop-PCs erfolgreich betreiben. Bei einem Blick auf die Web-Seiten oder -Shops der Clubs von einem Smartphone oder Tablet aus, lässt sich jedoch feststellen, dass das Angebot oft noch nicht für mobile und touch-fähige Geräte optimiert ist. Weiterhin fehlt es häufig an vollintegrierten Lösungen, z.B. einem die Produktart übergreifenden Warenkorb.

ITM: Inwieweit setzen speziell Profi-Vereine auf das Postulat „Mobile First“?
Weigel:
Das Thema Mobile First steht derzeit bei vielen Clubs auf der Agenda, wobei der Fortschritt je nach Verein sehr unterschiedlich ist. Aber: Auch die Online-Angebote eines Clubs können unterschiedlich weit fortgeschritten sein. So werden zum Beispiel Merchandising-Inhalte bereits häufig über Responsive Design auch für einen mobilen Zugriff optimiert dargestellt, während das für den Online-Ticket-Verkauf sehr oft noch nicht zutrifft.

ITM: Inwiefern werden soziale Medien eingebunden?
Weigel:
Alle Clubs nutzen soziale Medien, um Informationen, redaktionelle Inhalte sowie Emotionen zu den Fans zu transportieren. Wenn man einen Blick auf die Webseiten der Bundesligisten wirft, sind dort in unterschiedlicher Kombination Facebook, Twitter, Google-Plus, Instagram, Youtube-Kanäle etc. verlinkt. Bei einigen dieser Angebote sind auch kleine Werbehinweise zu den Shops eingebettet. In mindestens einem Fall gibt es sogar die direkte Einbettung des Online-Shops in die Facebook-Seite des Vereins.

ITM: Objektkultur ist ein zertifizierter Microsoft-Partner – welche Produkte der Redmonder eignen sich gut für die Umsetzung von modernen E-Commerce-Projekten?
Weigel:
Als unterste Basis natürlich das .Net-Framework als solches, um beispielsweise Web-Anwendungen für die Endanwender, die Fans, zu entwickeln. Die „Azure Cloud“ eignet sich darüber hinaus gut für den Einsatz im Sportbereich. Dabei bietet Azure die Möglichkeit Infrastrukturen, aber auch Anwendungen zu skalieren und sie so zu buchen, wie sie benötigt werden. Dies bedeutet, in spielfreien Zeiten kann die Ressourcennutzung entsprechend reduziert werden, während im Weihnachtsgeschäft oder zu Ticketverkaufsstarts eine Erhöhung der technischen Kapazität vorgenommen werden kann. Dies spiegelt sich dann natürlich auch in den Kosten wider, die somit bedarfsgerecht anfallen. Ein weiteres wichtiges Produkt in diesem Umfeld können die Anwendungen aus der Dynamics-Familie sein.

ITM: Können Sie uns ein erfolgreiches E-Commerce-Projekt beschreiben?
Weigel:
Wir sind bei mehreren Kunden in diesem Bereich tätig – sowohl im Sportumfeld als auch im B2B-Bereich. Alle Projekte haben gemeinsam, dass wir stets versuchen, die bereits beim Kunden vorhandenen Systeme überein zu bringen, indem wir einen übersichtlichen, endgeräteunabhängigen und skalierbaren Webshop sowie -Anwendungen allgemein gestalten, die mit zusätzlichen individuellen Infos oder Angeboten als zentraler Point-of-Contact dienen. 

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