21.04.2017 Netzwerkstrukturen im Blick

Diese 4 Tipps machen das Netzwerk fit für Industrie 4.0

Von: Oliver Burgstaller

Wo fangen IT-Verantwortliche beim Thema Industrie 4.0 am besten an? Dort, wo alles zusammenläuft: beim Netzwerk. Folgende vier Punkte gilt es zu beachten >>>

Durch die steigende Zahl an Apps, Geräten und Daten nehmen in der Industrie 4.0 unweigerlich auch die Anforderungen an die Netzwerke zu. Wer seine Produktion an die Standards des digitalen Zeitalters anpassen möchte, darf daher seine Netzwerkstrukturen nicht außer Acht lassen.

Nach der Dampfmaschine, der Elektrizität und dem Mikrochip treibt nun das Internet der Dinge die Industrieproduktion um. Die Möglichkeit, Maschinen, Produkte, Systeme und Mitarbeiter zu vernetzen, kann den Herstellern Vorteile bieten: Sie können ihre Produktion automatisieren, einzelne Produktionsschritte miteinander verknüpfen und neue Daten sammeln, um ihre Produkte besser auf ihre Kunden zuzuschneiden.

Doch wo fangen IT-Verantwortliche beim Thema Industrie 4.0 am besten an? Um von der digitalen Transformation profitieren zu können, kann es sinnvoll sein, zuerst dort anzusetzen, wo alles zusammenläuft: beim Netzwerk. In der Regel verknüpft ein Wide Area Network (WAN) die verschiedenen Standorte und Maschinen eines Herstellers. In einem stark vernetzten Unternehmen kann es jedoch schnell zur Schwachstelle in der IT-Infrastruktur werden.

Von daher sollten IT-Verantwortliche, die ihr Netzwerk fit für Industrie 4.0 machen möchten, laut dem Netzwerkspezialisten Riverbed folgende Punkte beachten:

1. Herkömmliche WAN-Strukturen sind schnell überfordert

Durch die Vernetzung vieler verschiedener Objekte entstehen unzählige neue Endpunkte. Diese sammeln Informationen, die in kurzer Zeit übermittelt werden müssen. Zugleich müssen alle Unternehmensanwendungen einwandfrei funktionieren. Herkömmliche WAN-Strukturen zeigen sich damit schnell überfordert. Die lokal vorhandenen IT-Strukturen erfordern außerdem oft hohe Investitionen, wenn sie aktualisiert oder erweitert werden müssen. Je mehr Standorte ein Unternehmen betreibt, desto größer werden die Probleme. Wird an der Wartung gespart, entsteht ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.

2. Hybride Systeme belasten die Netzwerke zusätzlich

Viele Unternehmen verschieben einen Teil ihrer Prozesse und Anwendungen daher in ihre Zweigstellen oder die Cloud. Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, verkompliziert die IT-Strukturen nur zusätzlich. Wenn Unternehmen ihre Daten teils in der Cloud, teils lokal sammeln, nimmt die Belastung der Netzwerke um einiges zu. In der Zweigstellen-IT sind Daten oft unzureichend gesichert und nur lokal verfügbar, was den Informationsaustausch im Unternehmen erschwert. Performance-Schwierigkeiten und Ausfälle können die Folge sein. Wenn die Fließbänder an einem einzelnen Produktionsstandort stillstehen, zieht das oft unzufriedene Kunden und Gewinneinbußen nach sich.

3. Neue Technologien benötigen flexible Netze

Um neue digitale Technologien integrieren zu können, sind agile und leistungsstarke Netzwerke nötig. Sie müssen auf den Betrieb mit zahlreichen Zweigstellen bestmöglich ausgelegt sein und ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit ermöglichen sowie umfassende Kontrollmöglichkeiten bieten. Zugleich sollten sie sich flexibel an die sich verändernden Anforderungen des Geschäfts anpassen lassen wie beispielsweise eine steigende oder sinkende Auftragsrate.

4. WAN ist nicht gleich WAN

Ein Software-defined WAN (SD-WAN) stellt im digitalen Zeitalter eine geeignete Lösung dar. Es basiert auf Software-defined Networking (SDN), welches das WAN des Unternehmens von der Hardware entkoppelt. Somit kann das IT-Team alle Prozesse über eine Steuerungskonsole kontrollieren, was eine gezieltere und schnellere Arbeitsweise ermöglicht. Das Netzwerk kann Anpassungen leichter vornehmen und den Anforderungen der Industrie 4.0 besser gerecht werden.

Ein SD-WAN kann es IT-Verantwortlichen ermöglichen, sämtliche Daten und Server aus den Zweigstellen zu entfernen und sie zentralisiert in Rechenzentren zu verwalten. Dadurch sollen sich die Datensicherheit und das IT-Management verbessern lassen. Zusätzliche Werkzeuge können überdies dabei helfen, das Netzwerk umfänglich abzusichern und zu überwachen. Ausfälle und Unterbrechungen der Betriebsabläufe lassen sich somit in Echtzeit kompensieren. Das IT-Team ist dann in der Lage, genau zu erkennen, wann und wo ein Problem auftritt.

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