Comarch eröffnet Rechenzentrum in Dresden

Ein stimmiges Konzept

Am 26. April 2013 eröffnete der polnische IT-Dienstleister Comarch ein neues Rechenzentrum in Dresden. Es ist das zweite Data Center des Unternehmens in Deutschland. Darüber hinaus wurden neue IT-Angebote für den Mittelstand vorgestellt.

  • v.l.n.r.: Comarch-Gründer Prof. Janusz Filipiak, der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der Vorstandsvorsitzende der Comarch Software und Beratung AG, Dr. Christoph Kurpinski, sowie der Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium in Polen, Dariusz Bogdan

  • v.l.n.r.: Stanislaw Tillich, Janusz Filipiak und Christoph Kurpinski im neuen RZ

  • Dank Dieselaggregat auf dem Dach können die Server auch längere Stromausfälle unbeschadet überstehen, während zwei Kaltwassersätze die Systeme auf einer gleichmäßig niedrigen Temperatur halten.

Mehr als 12 Mio. Euro investierte Comarch in sein neues Rechenzentrum (RZ), das südlich des Dresdner Hauptbahnhofs im Stadtteil Plauen liegt. Dort entstanden auf einer Gesamtfläche von etwa 4.800 Quadratmetern drei Gewerbeeinheiten: Büroflächen für ca. 80 Mitarbeiter und zwei RZs mit einer Nutzfläche von ca. 320 Quadratmetern. Laut Anbieter entspricht das neue Data Center dem Tier-3-Standard und ist eines der sichersten der Region Dresden und Mitteldeutschland. Finanziert wurde es zum Teil aus eigenen Mitteln, aber auch durch die Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Wir machen keinen Unterschied zwischen den Himmelsrichtungen, sprich, woher ein Unternehmen kommt“, betonte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich in seiner Veranstaltungsrede, nachdem bereits Comarch-Gründer Prof. Janusz Filipiak die zahlreichen Gäste begrüßt hatte. „Am Ende ist es entscheidend, ob das Konzept stimmig ist und ob das Unternehmen eine Perspektive liefern kann. Dann sind wir auch bereit, einzugreifen und Unterstützung zu bieten. Schließlich wollen wir, dass sich das Land wirtschaftlich weiterentwickelt, und hierzu brauchen wir Investoren, die Vertrauen in diesen Standort haben.“

Keine zufällige Wahl

Auch der Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium in Polen, Dariusz Bogdan, wohnte der Veranstaltung bei und hielt eine kurze Rede: „Wir eröffnen heute eine neue Ära der polnisch-sächsischen Zusammenarbeit. Ich bin stolz, dass sich Comarch entschieden hat, nach Sachsen zu gehen. Der Standort ist aber keine zufällige Wahl.“ Schließlich ist das sogenannte „Silicon Saxony“ ein in Europa führendes IT-Cluster. Es gibt viele junge und wachstumsstarke Hochtechnologiefirmen, starke Partner für Forschungsprojekte wie die Technische Universität Dresden und gut ausgebildete Fachkräfte.

Das betonte auch Dr. Christopher Kurpinski, Vorstandsvorsitzender der Comarch Software und Beratung AG, in seinem Grußwort: „Bei der Standortsuche haben wir viele Kriterien in Betracht gezogen: die wirtschaftsfreundliche Politik in der Region, die Nähe zu einer Universität, aber auch die geografische Nähe zu Polen und unserem Stammsitz in Krakau.“ Die Zusammenarbeit mit der Sächsischen Aufbaubank und der Sächsischen Wirtschaftsförderung habe das Unternehmen überzeugt. Zudem sei auch die Kooperation mit der TU Dresden ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor gewesen.

Noch ein paar leere Büros

Über die Jahre hat sich Comarch von einem Software­lieferanten zu einem Dienstleister entwickelt. Heute stellt das polnische Unternehmen viele Softwareprodukte aus der Cloud zur Verfügung und übernimmt mit seinen Services die gesamte IT-Verantwortung der Anwender. „Aus den beiden deutschen Rechenzentren bieten wir unsere Softwarelösungen für den Mittelstand für ERP, Financials, ECM und EDI im Virtual-Private-Cloud-Modell an“, berichtete Dr. Christoph Kurpinksi bei der Veranstaltung. „Neu ist, dass wir ebenfalls kostengünstige Public-Cloud-Services für kleine Unternehmen anbieten. Diese werden u.a. aus unserem neuen Rechenzentrum in Dresden erbracht“, das es im Anschluss an die Eröffnungsreden zu besichtigen galt.

Auf zwei Etagen verteilt bietet jedes der beiden Data Center Platz für ca. 60 Serverschränke. Um die hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten, wurden zwei Trafostationen und Verteilereinheiten für einen ausfallsicheren Betrieb installiert. Sollte das öffentliche Stromnetz einmal ausfallen, stehen Batterien für 15 Minuten Versorgungssicherheit zur Verfügung. Zusätzlich wurde ein Dieselaggregat auf dem Dach des Neubaus installiert, so dass die Server auch längere Stromausfälle unbeschadet überstehen können. Beim Rundgang wurde auch ein Blick in die neuen, großräumigen Büros des Neubaus geworfen. „Einige Büros stehen allerdings noch leer“, bemerkte Dr. Christoph Kurpinski. „Aktuell suchen wir noch mehrere Ingenieure für den Rechenzentrumsbetrieb, für die Beratung und vor allem für die Software-Entwicklung.“

Bildquelle: © Lea Sommerhäuser

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok