04.10.2017 Rugged Devices

Einsparpotential dank widerstandsfähiger Hardware

Von: Marco Rach

Mittelständische Transport- und Logistikbetriebe stehen unter Zeit- sowie Kostendruck und müssen genau kalkulieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Betrachtung der IT-Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO), die im Laufe des Nutzungszeitraums anfallen, hilft, Einsparpotentiale zu erkennen.

Die häufigsten Gründe für den Geräteausfall sind Unfallschäden und vorzeitige Abnutzung.

Die häufigsten Gründe für den Geräteausfall sind Unfallschäden und vorzeitige Abnutzung.

Bei klassischen Desktop-PCs und Servern, die in Büroräumen stehen, halten sich die Belastungen für die Geräte in Grenzen. Anders sieht es dagegen bei mobilen Endgeräten wie Notebooks, Tablets und Handhelds aus, die sich in Lager und Logistik Tag für Tag in widrigen Umgebungen und im strapazierenden Dauerbetrieb bewähren müssen. Klassische Consumer-Geräte sind nicht für diese Bedingungen konzipiert. Ein versehentlicher Sturz, und der Bildschirm ist defekt oder die Daten auf dem Speichermedium sind verloren.

Bei herkömmlichen Notebooks, Tablets und Handhelds summieren sich Zusatzkosten beispielsweise für Reparaturen, Geräte- und Mitarbeiterausfälle sowie Datenverlust daher schnell auf schmerzhafte Größenordnungen, die den günstigen Anschaffungspreis der Geräte relativieren. Insofern rechnen sich in punkto Anschaffung teurere, aber dafür widerstandsfähigere und zuverlässigere mobile Endgeräte – wenn man eben die tatsächlichen Kosten sowie den Nutzungszeitraum berücksichtigt und nicht nur den reinen Anschaffungspreis.

Unternehmen können laut einer Studie von IDC und Panasonic die Gesamtbetriebskosten über fünf Jahre um bis zu 15 Prozent reduzieren, indem sie ihre mobilen Mitarbeiter mit robusten Notebooks, Tablets und Handhelds ("Rugged Devices") ausstatten. Die Studie befragte IT-Entscheider in 800 Unternehmen aus zahlreichen unterschiedlichen Branchen. Smartphones und Handheld-PCs werden in der Kategorie namens „Handhelds“ zusammengefasst. Die Kategorie „Tablets“ umfasst sowohl Detachable- als auch Slate-Tablets.

Warum wird aber nicht längst überall widerstandsfähige mobile Hardware eingesetzt? Die Herausforderung besteht darin, die Entscheider davon zu überzeugen, dass sich heutige Investitionen später auszahlen. Aufgrund des für den Business-Einsatz konzipierten Designs, ausgeklügelter Schutzeigenschaften und umfangreicher Testverfahren sind die Anschaffungskosten für robuste Geräte oft höher als die eines Consumer-Gerätes. Jedoch zahlt sich die Investition schnell aus – und zwar bereits im ersten Jahr für Tablets oder Handheld-Geräte und im zweiten Jahr für Notebooks.

Welche Kosten verursacht ungeeignete IT?

Durchschnittlich sind pro Jahr für etwa 18 Prozent der Notebooks eines Unternehmens Reparaturen notwendig. Die Zahlen für Tablets und Handhelds liegen leicht darunter, sind aber ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Zumeist handelt es sich um Ausfälle durch Unfallschäden und vorzeitige Abnutzung. Während die Notebook-Ausfallwahrscheinlichkeit im ersten Jahr noch bei 11,5 Prozent liegt, steigt sie innerhalb von fünf Jahren mit 21,3 Prozent auf fast das Doppelte an.

Neben den Reparaturkosten verursachen defekte Geräte auch Schäden am Betriebsablauf. Produktivitätseinbußen durch Geräte- und Mitarbeiterausfall, Datenverluste, Unzufriedenheit der Mitarbeiter, sogar Verluste und Verzögerungen von Geschäftsabschlüssen sowie unzufriedene Kunden belasten die Bilanz herkömmlicher mobiler Endgeräte. Durchschnittlich werden Mitarbeiter aufgrund von Notebook-Reparaturen rund 5,8 Stunden von der Arbeit abgehalten, 4,2 Stunden aufgrund von Tablet-Reparaturen und 6,0 Stunden aufgrund von Handheld-Reparaturen – bestenfalls also einen halben und schlimmstenfalls einen dreiviertel Arbeitstag. IDC schätzt die durchschnittlichen Kosten für Reparaturen im gesamten Nutzungszeitraum bei einem Notebook auf 3.266 Euro, einem Tablet auf 2.357 Euro und einem Handheld-Gerät auf 2.956 Euro.

„Robust“ und „bedienerfreundlich“ lohnt sich

Für Einsätze im Bereich Lager und Transport sind daher robuste – „ruggedized“ – und darüber hinaus bedienerfreundliche Geräte empfehlenswert. Als wirklich „ruggedized“ gelten Geräte, die nicht nur nach dem Militärstandard MIL-STD-810G – spezielle Testparameter an Haltbarkeit, Strapazierfähigkeit und Stabilität – gefertigt, sondern auch anschließend danach zertifiziert werden. Solche Spezifikationen sind eine hilfreiche Messlatte, jedoch nur ein Aspekt.

Für die Logistik geeignete Geräte müssen darüber hinaus unter den dortigen Einsatzbedingungen bedienerfreundlich sein. Dies beinhaltet etwa Displays, die auch in grellem Sonnenlicht gut lesbar sind, im Regen funktionieren und mit Handschuhen bedienbar sind. Austauschbare Akkus, durch die das Gerät bei Bedarf jederzeit einsatzbereit ist, und stabile Anschlüsse, die sich nicht mit der Zeit abnutzen, sind ebenfalls wünschenswert. Zudem sind ergonomisch geformte Geräte entscheidend, um Arbeitsbelastungen und Mitarbeiterausfälle auf ein Minimum zu reduzieren.

Von robusten Geräten profitieren

Branchen wie die Logistik mit rauen Arbeitsbedingungen profitieren von der Einführung robuster Geräte. Laut der IDC-Studie liegt der Anteil der Mitarbeiter, die reparaturbedürftige Probleme mit ihren Geräten haben, höher als der Marktdurchschnitt. So mussten im Transportwesen in den vergangenen zwölf Monaten 13 Prozent der Mitarbeiter ihren Laptop, 12 Prozent ihr Tablet und 10 Prozent ihr Handheld reparieren oder austauschen lassen, weil dieses durch einen Unfall oder normale Abnutzung beschädigt war.

Unternehmen nutzen schon seit Jahren robuste Notebooks und immer mehr erkunden die Möglichkeit, sich diese Vorteile auch bei Tablets und Handhelds zu sichern. Die Anschaffungskosten von „Ruggedized“-Geräten mögen höher sein, angesichts der Einsparungen durch weniger Geräte- sowie Mitarbeiterausfälle, kürzere IT-Service-Zeiten und geringere andere Kosten zahlt sich die Investition über mehrere Jahre gerechnet aus. Zudem ist die neueste Gerätegeneration trotz „Ruggedized“-Schutz schlank, schnell und auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter abgestimmt. Unternehmen, die mit ihren Hardware-Investitionen einen möglichst hohen ROI (Return on Investment) erzielen möchten, sind gut beraten, bei der nächsten fälligen Hardware-Aktualisierung robuste Geräte genauer ins Visier zu nehmen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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