„Bei uns finden Unternehmen Zugang zu Best-Practice-Leitlinien, um die Effizienz in ihrer gesamten IT-Landschaft zu erhöhen“, betont David Snelling, EMEA Technical Work Group Vice bei The Green Grid.
ITM: Herr Snelling, inwiefern beschäftigt sich der Mittelstand derzeit mit dem Thema „IT-Nachhaltigkeit“?
David Snelling: Der derzeit beliebteste Weg für Unternehmen, um IT-Nachhaltigkeit handzuhaben, ist die Verlagerung in die Cloud. Unternehmen können den täglichen Verwaltungsaufwand auslagern und brauchen keine eigenen Experten mehr, wenn es ein Problem gibt. Für größere Unternehmen kann die Konsolidierung auch ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit sein. Eine Reduzierung der Anzahl der Serverräume kann Kohlenstoffemissionen deutlich vermindern und zu grünerer IT beitragen. Konsolidierte Rechenzentren verfügen in der Regel über neuere und effizientere IT als Inhouse-Server-Räume.
ITM: Welcher Aspekt steht hierbei im Fokus und warum: der ökologische, ökonomische oder soziale Aspekt?
Snelling: Alle diese Aspekte werden Brennpunkte zu einem gewissen Grad sein, aber es hängt oft von dem Stadium ab, in dem sich ein Unternehmen befindet auf seiner Reise hin zu immer mehr Energieeffizienz. In der Regel konzentrieren sich die Unternehmen, die immer umweltbewusst waren und bereits über einen längeren Zeitraum hinweg daran gearbeitet haben, energieeffizienter zu werden, weniger auf den wirtschaftlichen Aspekt, sondern mehr auf die ökologischen und sozialen Aspekte.
ITM: Inwiefern sind die Unternehmen gar gesetzlich „gezwungen“, entsprechende Anpassungsmaßnahmen in ihrer IT durchzuführen, um zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen? Mit welchen Herausforderungen haben sie hierbei zu kämpfen?
Snelling: Es gibt eine Reihe von Maßnahmen in Europa, die rechtlich von Unternehmen verlangen, Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz umzusetzen. Zum Beispiel ist das Carbon Reduction Commitment Energy Efficient Scheme (CRC) eine zwingende Regelung zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung der Emissionen in großen öffentlichen und privaten Organisationen. Laut der Website Gov.uk sind diese Organisationen für rund 10 Prozent der Treibhausgasemissionen in Großbritannien verantwortlich. Solche Schemata werden eingesetzt, um Organisationen zu ermutigen, ihren Energieverbrauch besser zu verwalten und ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.
ITM: Welche Maßnahmen lassen sich recht zeitnah umsetzen, welche müssen eher langfristig in Angriff genommen werden?
Snelling: Sicherzustellen, dass Energieeffizienz ein zentraler Faktor in jeder IT-Erneuerung ist, und die Einkaufspraktiken zu verändern, sind gute langfristige Maßnahmen, die umgesetzt werden können. Der Einsatz von Produkten und Dienstleistungen, die als umweltfreundlich ausgezeichnet sind, wie z.B. mit dem Label „Der Blaue Engel“, kann einen wesentlichen Unterschied für die Effizienz eines Unternehmens ausmachen. Der Einsatz des Data-Centre-Maturity-Modells von The Green Grid, um Verbesserungen der Nachhaltigkeit in einem Betrieb zu identifizieren und umzusetzen, ist auch ein sinnvoller Schritt, um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen. Bei The Green Grid finden Unternehmen zudem Zugang zu Best-Practice-Leitlinien, um die Effizienz in ihrer gesamten IT-Landschaft zu erhöhen.
ITM: Inwiefern können sich die Mittelständler auf entsprechende Gütesiegel und Umweltzertifizierungen der Produkte verlassen?
Snelling: Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Behörden und Unternehmen gleichermaßen auf die Schaffung effizienter Business-IT-Prozesse, die die geringste mögliche Auswirkung auf die Umwelt haben, hinarbeiten. In diesem Sinne bieten Umweltzeichen und -zertifizierungen einen zuverlässigen Leitfaden für Unternehmen, die daran arbeiten, nachhaltiger zu werden.
ITM: Wer oder was sind die Treiber für wiederum Ihr Handeln?
Snelling: Ressourceneffizienz in der IT und in Rechenzentren ist der Haupttreiber für unsere Arbeit. Unser Ziel ist es, der globalen IT-Industrie die Tools und Best Practices zu liefern, die sie brauchen, um die Ressourceneffizienz zu verbessern. Mit dem Engagement unserer Mitglieder kommen wir mit unserer Mission immer weiter voran. Wir haben eine starke Mitgliedschaft, darunter die meisten der weltweit größten Rechenzentrumsanbieter. Auf diese Weise verfügen wir über eine Fülle von Informationen und Beratung für diejenigen, die sich uns anschließen, um ihre IT nachhaltiger zu gestalten.
ITM: Welche Rolle spielt hier das Image?
Snelling: Die Rolle, die das Image spielt, hängt weitgehend davon ab, ob ein Unternehmen einen Markenwert hat. Wenn Sie eine Marke haben, spielt das Image eine große Rolle in Ihrem Unternehmen und das wiederum spielt eine große Rolle in unternehmerischen Entscheidungen. Wenn Sie hohen Markenwert haben, dann wird eine Nachhaltigkeitsstrategie einen direkten Einfluss auf Ihr Image haben.