31.08.2017 Erweiterter Inhalt bei Verpackungsspezialisten

ERP-Software sukzessive erweitert

Von: Rainer Hill

Der Ravensburger Papier- und Verpackungsgroßhändler Moosmann steuert seine Prozesse bereits seit dem Jahr 2008 durchgehend vom Lager bis zum Außendienst mittels ERP-Software. Auch der Webshop und die Katalogproduktion basieren auf den Artikeldaten aus dem ERP-System, mittlerweile ist zusätzlich das PPS-Modul im Einsatz.

  • Auch im E-Commerce ist Moosmann sowohl mit eigenen Webshops als auch auf Marktplätzen und Beschaffungsplattformen vertreten.

    Auch im E-Commerce ist Moosmann sowohl mit eigenen Webshops als auch auf Marktplätzen und Beschaffungsplattformen vertreten.

  • Harald Heine, Leiter Einkauf und Datenverarbeitung bei Moosmann,  setzt auf eine integrierte Software für Warenwirtschaft, Lagerverwaltung und Produktionssteuerung.

    Harald Heine, Leiter Einkauf und Datenverarbeitung bei Moosmann, setzt auf eine integrierte Software für Warenwirtschaft, Lagerverwaltung und Produktionssteuerung.

Die Moosmann GmbH & Co. KG zählt zu den führenden Papier- und Verpackungsgroßhändlern im süddeutschen Raum. Als im Jahr 2007 die Wartung der im Unternehmen eingesetzten Branchen-Software aufgekündigt worden war, stand die Auswahl einer neuen ERP-Lösung an.

Das seinerzeit erstellte Pflichtenheft war umfangreich: So sollte die neue ERP-Lösung über eine web-basierte Architektur verfügen, um einen langen Lebenszyklus sicherzustellen. Weitere Anforderungen waren Durchgängigkeit und Integrationsfähigkeit, beispielsweise von Office-Programmen. Hinzu kamen branchenspezifische Funktionalitäten.

Der IT-Dienstleister ERP Novum setzte sich im Auswahlprozess mit der Branchenlösung Enventa Paperpack auf Basis von Enventa ERP von Nissen & Velten durch. Seit deren Echtstart bei dem Papier- und Verpackungsgroßhändler im April 2008 hat sich dessen Software-Landschaft fortlaufend weiterentwickelt, das ERP-System bildet jedoch immer noch das Herzstück der IT.

Von der Auftragseingabe bis zum Lieferscheindruck laufen die Workflows komplett beleglos. Ein Verkauf-Einkauf-Angebotsabwicklungsprogramm, eine Zusatzprogrammierung innerhalb der ERP-Software, bewirkt, dass die Erstellung eines Angebots für den Kunden automatisch einen Beschaffungs-Workflow im Einkauf generiert. Angebote, die früher noch in Excel generiert wurden, kommen heute komplett aus dem ERP-System.

Moosmann GmbH & Co. KG
Unternehmenssitz: Ravensburg
Mitarbeiterzahl: 150
Kundenzahl: mehr als 8.000
Gründung: 1949
Geschäftsfeld: Papier- und Verpackungsgroßhändler

Als früher Anwender hat Moosmann eine Reihe von Funktionalitäten in der eigenen ERP-Lösung programmieren lassen, die nun in vielen Bereichen sukzessive durch Standardmodule ersetzt werden. Das auf Basis von Enventa entwickelte Lagerverwaltungssystem stammt hingegen nach wie vor vom IT-Dienstleister ERP Novum. Das dynamische Lager in Ravensburg ist mit WLAN ausgeleuchtet und die Mitarbeiter arbeiten in der Warenkommissionierung mit vollwertigen, lüfterlosen PCs, auf denen das ERP-System läuft. Diese sind integriert in Stapler-Terminals sowie auf Rollwägen untergebracht, mit denen sich Wareneingänge mobil verbuchen lassen. Die Kommunikation zwischen Handhelds und der zentralen Datenbank läuft über Webservices und WLAN. Auch an den Packtischen im Lager ist das ERP-System mit vollwertigen Bildschirmarbeitsplätzen im Einsatz.

Vertrieb ist auch offline handlungsfähig

Die mehr als 20 Vertriebsmitarbeiter arbeiten mit Notebooks und Touch-Geräten, auf denen die ERP-Software läuft. Als Anwendung nutzen sie die für Moosmann programmierte mobile Auftragserfassung (MAE), die beim Kunden vor Ort eingesetzt wird. Damit auch in Gegenden, die nicht so gut mit mobilem Internet versorgt sind, alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen, spielen sich die Vertriebsmitarbeiter die verdichteten Stamm- und Bewegungsdaten in wenigen Minuten auf ihre mobilen Geräte. Die mobile Auftragserfassung kombiniert die Cockpit-Ansichten der Branchenlösung Paperpack mit der eigentlichen Auftragserfassung. Über das Webshop-Warenkorb-Modul werden Kundenbestellungen übernommen und daraus anschließend vollautomatisch Aufträge im ERP-System generiert.

Auch im E-Commerce ist das Unternehmen sowohl mit eigenen Webshops als auch auf Marktplätzen und Beschaffungsplattformen vertreten. Harald Heine, Leiter Einkauf und Datenverarbeitung, betont: „Wir lehnen prinzipiell keine E-Commerce-Plattform ab. Mit jeder Plattform treten wir in einen Dialog mit neuen Kunden.“

So betreibt Moosmann neben seinem allgemeinen Webshop auch spezialisierte Angebote für Teilsortimente, die sich besonders gut für Suchmaschinen optimieren lassen. Darüber hinaus werden Sortimente auf Marktplätzen eingestellt und für Beschaffungsplattformen bereitgestellt. Die Produktdaten werden als BMEcat-Exporte aus der Warenwirtschaft bereitgestellt. Verfügbarkeiten von Artikeln und individuelle Preise werden in Echtzeit via Webservices aus dem ERP-System an die eingesetzte Webshop-Lösung eines E-Commerce-Spezialisten übermittelt.

Die Produktion von gedruckten Katalogen ist im E-Commerce-Zeitalter nicht obsolet geworden, doch deren Gestaltung ist in der Regel zeitaufwendig und teuer. Hier hat man bei Moosmann eine zukunftsweisende Lösung gefunden. Aus der Katalogverwaltung von Enventa ERP werden strukturierte Daten im Format BMEcat exportiert. Diese XML-Datei wird mithilfe eines speziellen Plug-ins in das Layout-Programm Adobe InDesign importiert und automatisch nach Templates gesetzt. Anschließend muss ein Layouter noch einmal Hand anlegen. Doch die wesentlichen Parameter des Layouts der Katalogseiten, d. h. die Formatierung, Positionierung und Skalierung der Seitenelemente, werden bei Neuauflagen übernommen und müssen lediglich angepasst werden.

PPS-Modul in der Verpackungsfertigung

Mittlerweile nutzt das Handelsunternehmen auch das Produktionsmodul von Enventa. Das heißt, das Tochterunternehmen Mössmer in Tettnang, welches Schaumstoffverpackungen fertigt, arbeitet mit dem PPS-Modul des ERP-Systems.

Harald Heine erinnert sich: „Wir haben sofort vom ersten Tag an das PPS-Modul in der ganzen Tiefe eingeführt – mit Produktionssteuerung, Produktionsplan, Terminkalender und Betriebsdatenerfassung.“ Schließlich habe man durch die Buchung der Zeiten den Herstellkostenpreis sofort ermitteln wollen, um damit herauszufinden, mit welchen Produkten das Unternehmen Geld verdiene. Im Vorfeld wurden Kalkulationsschemata vorbereitet und nach zwei Tagen Key-User-Schulung sei man in den Live-Betrieb gegangen.

Bildquelle: Moosmann

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