30.08.2017 Datenanalyse und Reporting mit BI

Fahrradproduzent automatisiert Berichtswesen

Derby Cycle setzt auf die Business-Intelligence-Lösung IBM Cognos 10. In Zusammenarbeit mit der Sievers-Group wurde nicht nur das Berichtswesen modernisiert >>>

Derby Cycle liefert eine halbe Million Fahrräder jährlich an über 5.000 Fachhändler in mehr als 60 Ländern aus.

Derby Cycle liefert eine halbe Million Fahrräder jährlich an über 5.000 Fachhändler in mehr als 60 Ländern aus.

Eine halbe Million Fahrräder liefert Derby Cycle jährlich an über 5.000 Fachhändler in mehr als 60 Ländern aus. Damit erwirtschaftet das Unternehmen den größten Umsatz aller deutschen Fahrradproduzenten. Im Mittelpunkt dieser Erfolgsgeschichte steht nicht nur die Leidenschaft für qualitativ hochwertige und zuverlässige Markenfahrräder. Basis für diesen Erfolg ist auch eine optimale simultane Beschaffungs-, Produktions- und Absatzplanung.

Die Koordination von Auftragsmenge, Produktion und Lagerbestand erfolgt nun mit der Business-Intelligence (BI)-Software IBM Cognos 10, die Derby Cycle in Zusammenarbeit mit der Sievers-Group implementiert hat. Das beauftragte IT-Architekturhaus entwickelte entsprechend den Vorgaben von Derby Cycle ein Data Warehouse, in dem alle relevanten Unternehmensdaten zusammenlaufen, die als zentrale Grundlage für strategische Geschäftsentscheidungen dienen. Dank der automatisierten Aufbereitung und Verknüpfung der Daten spart der Fahrradproduzent allein bei der Erstellung des Vertriebsreports rund 80 Arbeitsstunden im Monat ein.

Zum Portfolio von Derby Cycle gehören bekannte Marken wie Focus, Kalkhoff, Raleigh, Univega und Rixe. Kerngeschäft des Unternehmens ist der Vertrieb von E-Bikes und Pedelecs: Über 100.000 Exemplare vertreibt der deutsche Marktführer jährlich über Fachhändler an radsportbegeisterte Kunden.

Um immer am Puls der Zeit zu bleiben und neue Trends frühzeitig zu erkennen, ist Derby Cycle auf zuverlässige Geschäfts- und Vertriebsdaten für das Management angewiesen. Die Verknüpfung und die Analyse der Daten zur Vorbereitung von strategischen Unternehmensentscheidungen erfolgten bisher manuell auf der Basis von Excel-Listen. Aufgrund des ständig steigenden Datenvolumens war dieses Vorgehen jedoch mit einem immensen Aufwand verbunden.

Gleichzeitig entsprach die Datenqualität nicht immer den Anforderungen des Marktführers: „Unsere IT ist durch eine heterogene Systemlandschaft gekennzeichnet. Daten zu Vertrieb, Produktion, Lager, Kosten und Aufträgen werden in separaten Systemen erfasst und konnten früher nicht zentral ausgewertet werden“, erläutert Olaf Giesker, Leiter IT bei Derby Cycle.

Ziel des Unternehmens war jedoch, ein ganzheitliches Berichtswesen zu etablieren, das aus einem zentralen Business-Intelligence-System gespeist wird. Die Wahl fiel auf IBM Cognos 10, das der Fahrradproduzent in Zusammenarbeit mit der Sievers-Group als konzernweite Lösung einführte. Das IT-Architekturhaus verantwortete die technische Projektumsetzung, den Aufbau des Datenmodells und die Schulung der Mitarbeiter.

Reports und Berichte für alle Standorte

Über die neue Lösung generiert Derby Cycle heute zentral alle Reports und Berichte für seine deutschen Standorte sowie für die ausländischen Finanz- und Vertriebsgesellschaften in den USA, der Schweiz und Australien. Aktuelle Daten erhält die Lösung aus den internationalen ERP-Systemen, den weiteren angebundenen Datenbanken, wie beispielsweise den Systemen zur Finanzbuchhaltung, der Personalverwaltung und dem Vertrieb (CRM-System), sowie von mobilen Endgeräten.

Die Daten werden in einem Data Warehouse zusammengeführt. Das geschieht nachts während eines circa vierstündigen Ladeprozesses. Zur Auswertung der Informationen hat die Sievers-Group spezifische Datenmodelle für Derby Cycle erstellt, mit denen sich die Kennzahlen aus dem Data Warehouse extrahieren, kumulieren und zueinander in Beziehung setzen lassen. Die Lösung wurde sukzessive erweitert: Zunächst erarbeitete der Dienstleister ein Modell für Vertriebs- und Bestandsdaten, anschließend kamen Finanzcontrolling-Modelle hinzu.

„Unser System ist für Wachstum ausgelegt und wird von uns ständig weiterentwickelt“, so Giesker. „Wir pflegen mittlerweile etwa zehn unterschiedliche Datenmodelle, die auch untereinander verlinkt werden können.“

Das Ziel ist, nach und nach alle Unternehmensinformationen in IBM Cognos 10 zu integrieren. Dazu sollen künftig auch externe Daten, wie die Frachtrechnungen der Logistikdienstleister, angedockt werden.

Vertriebsreport Daily als Entscheidungsgrundlage

Das wichtigste Planungstool für Derby Cycle ist der sogenannte Daily, ein täglicher Vertriebsreport, der sämtliche relevanten Tagesinformationen für Management, Vertrieb, Lagerverantwortliche und Außendienst bündelt. Zu den erhobenen Kennzahlen gehören Produktionsmengen, Auftragseingänge, Lagerbewegungen und Umsätze.

Früher wurde der Daily manuell erstellt: Um die Daten aus den unterschiedlichen Excel-Listen zu extrahieren und aufzubereiten, benötigte der verantwortliche Mitarbeiter zuletzt rund vier Stunden pro Tag. Heute wird der Report vollautomatisch über IBM Cognos 10 generiert – der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter ist auf null gesunken.

„Die Automatisierung hat nicht nur die Qualität der Daten verbessert, sondern durch die Arbeitsentlastung auch die Motivation unserer Mitarbeiter erhöht“, freut sich IT-Leiter Giesker.

Rund 100 Mitarbeiter bei Derby Cycle arbeiten mit den Berichten, die mithilfe von Cognos generiert werden. Updates des Release, Schulungen zu neuen Funktionen und den allgemeinen Support übernimmt der IT-Partner. Derby Cycle ist heute aber in der Lage, die Software auch selbstständig an neue Erfordernisse anzupassen. Ein Mitarbeiter wurde eigens für Entwicklungsarbeiten an IBM Cognos 10 eingestellt.

„Wenn wir neue Systeme anbinden oder Änderungen an Geschäftsprozessen abbilden, benötigen wir keine externe Unterstützung mehr. Diese Unabhängigkeit ist wichtig, denn sie erlaubt uns, schnell und flexibel auf Anforderungen zu reagieren, und trägt so zu unserer Wettbewerbsfähigkeit bei“, erläutert Giesker.

Die Sievers-Group unterstützt den Fahrradproduzenten nicht nur in Sachen Business Intelligence und Big Data. Das IT-Architekturhaus zeichnet auch für Systemsicherheit, Plattformtechnologie, Hardware und virtuelle Maschinen verantwortlich. Für eine optimale WLAN-Abdeckung im Produktions- und Logistikbereich kommt ebenfalls eine Lösung des Osnabrücker IT-Architekturhauses zum Einsatz: Sogenannte Radiating Cables sorgen flächendeckend für ein gleichmäßiges WLAN-Signal. Ihr Vorteil: weniger Access Points, weniger Kanalüberschneidungen und weniger Interferenzen. Produktionsdaten, die in der Fertigung über Scanner erfasst werden, können so direkt und ohne Unterbrechungen an das ERP-System weitergegeben und ausgewertet werden.

Weiteres Unternehmenswachstum

Die Modernisierung des Berichtswesens erlaubt Derby Cycle eine verbesserte Aufbereitung und Darstellung von Massendaten, wie z. B. Umsatz pro Land, Marke und Produktsegment. Der Fahrradhersteller kann sein Geschäft genauer analysieren und Produktion, Lager und Vertrieb optimal aufeinander abstimmen.

„Entscheidungen treffen wir nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf Basis des Business-Intelligence-Systems. Die hohe Transparenz unserer Daten erzeugt ein gutes Gefühl – gerade vor dem Hintergrund unseres Wachstums und der damit verbundenen Investitionen“, sagt IT-Leiter Giesker.

Vor Kurzem hat Derby Cycle ein neues Zentrallager im Landkreis Cloppenburg in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 25.000 qm bietet das Logistikzentrum Platz für 150.000 Fahrräder und E-Bikes. Um trotz steigender Fertigungszahlen die Produktionsplanung und Artikelkalkulation weiterhin erfolgreich umzusetzen, testet Derby Cycle gerade eine weitere Business-Intelligence-Anwendung: die Softwareplattform IBM Cognos TM1.

Bildquelle: Derby Cycle

 

 

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