Cloud und Sicherheit

(Fehlende) Glaubwürdigkeit

Unser Kommentar zu Cloud und Verschlüsselung im Jahr 2015.

Mit großem Marke­ting­aufwand und dem Versprechen von un­geahnter Flexibilität propagieren die großen IT-Anbieter den Schritt in die Cloud. Keine Frage: Daten überall und jederzeit zur Verfügung zu haben, ist verlockend und praktisch, gleichzeitig ist es bereits längst gelebte Realität. Denn mobile Endgeräte wären nutzlos ohne die vielen bunten Apps, die mit Daten aus der Wolke gefüttert werden wollen.

Dem gegenüber stehen die immer wiederkehrenden Fälle, in denen Daten in der Cloud „abhanden“ kommen. Wie jetzt wieder geschehen beim Spielzeughersteller VTech aus Hongkong. Als Verbraucher sollte man mittlerweile wissen, welches Risiko man eingeht, wenn man sich bei Anbietern und Herstellern registriert, und dass man auch die tollen Services von Google und Apple nicht unmittelbar mit Geld, sondern mit persönlichen Angaben bezahlt. Wie aber sollen mittelständische Unternehmer mit diesem Risiko umgehen? Denn hier geht es nicht „nur“ um persönliche Daten, sondern um ihre unternehmerische Haftung.

Wie kann die Politik im Zuge von Terror­anschlägen immer wieder reflexartig, aber allen Ernstes das Ende der sicheren, durch Geheimdienste nicht knackbaren Verschlüsselung fordern? Sollen vertrauliche Informationen wirklich für jeden 08/15-Schlapphut ­lesbar sein?

Wer das Ende der Datensparsamkeit propagiert und gleichzeitig den Einstieg in die Cloud forciert, sollte endlich praktikable Lösungen präsentieren, die sich zudem nicht gegenseitig widersprechen. Hier geht es um Glaubwürdigkeit, die weder die Politik noch viele der großen Anbieter bei den Wählern und Verbrauchern haben.

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