Kommentar von Hubert Hohenstein, Basware

Finanzprozesse rechtzeitig umstellen

Ein Kommentar von Hubert Hohenstein, Global Account Manager bei Basware, über die Standards elektronischer Rechnungen für Automotivezulieferer

Hubert Hohenstein, Global Account Manager bei Basware

Allzu rosig sah die Entwicklung der Automobilmärkte in Europa 2012 nicht aus. Deutschland bildet mit stagnierenden Zuwächsen keine Ausnahme. Sicher, auch 2013 setzt wieder das eine oder andere Unternehmen den Rotstift beim Personalbestand an, um den Kostendruck zu lindern. Dabei lassen sich beträchtliche Einsparungen an sozialverträglicherer Stelle realisieren: bei den Geschäftsprozessen.

Die haben es in sich, da der Automotivesektor zahlreiche Spielregeln aufgestellt hat – sei es die Berücksichtigung branchenüblicher Datenübermittlungsverfahren, die Nutzung der korrekten elektronischen Formate oder die Umsetzung von Richtlinien der Branchenverbände.

Für gewöhnlich ist die Einführung von E-Invoicing-Lösungen käufer-getrieben, also von den Automobilherstellern. Tritt dieser Fall ein, bleibt mittelständischen Zulieferern oft keine Wahl, sie müssen die Vorgaben umsetzen – in Deutschland, aber auch international. Die Prozesse müssen revisionssicher und obendrein effizient sein.

Immer komplexer werden z.B. die Anforderungen an Electronic Data Interchange (EDI). Unterschiedliche Bedürfnisse der Geschäftspartner fordern in der Implementierung und Wartung der EDI-Verbindungen einen hohen Zeit-, Kosten- und Personalaufwand.

Ein weiteres Beispiel ist die Norm VDA 4938. Die Mitglieder des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) haben sich auf eine neue Norm zum Austausch von Rechnungsdaten geeinigt, die internationalen Ansprüchen genügt. Heute sind Automobilhersteller dabei, diese Norm flächendeckend umzusetzen.

Für den Mittelstand gilt es daher, rechtzeitig die notwendigen Strukturen und Prozesse aufzubauen. Es existieren bereits offene Plattformen für den Dokumentenaustausch, die Unternehmen aller Größen verbinden und international Rechtssicherheit schaffen. Zudem werden Ressourcen in den Bereichen Einkauf, Controlling sowie in den Fachabteilungen freigesetzt. Wichtig ist, dass die Umstellung auf VDA 4938 nicht auf den letzten Drücker erledigt wird, sondern proaktiv. Damit steigen Zulieferer auch in der Gunst der großen Hersteller.

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