02.05.2017 Innovative Forschungsprojekte gesucht

Fördermittel für Mittelständler

Von: Ann-Kathrin Fleckner

Das Förderprogramm „KMU-Innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) will die Forschung stärken und setzt auf einen schlanken Antragsprozess mit dem Stichtag am 15. Oktober 2017, wie Dr. Barbara Wellmann vom Beratungshaus Förderbar erklärt.

„In etwa jeder dritte Antrag wird von der Förderinitiative bewilligt“, berichtet Beraterin Barbara Wellmann.

„In etwa jeder dritte Antrag wird von der Förderinitiative bewilligt“, berichtet Beraterin Barbara Wellmann.

Die Forschung im deutschen Mittelstand stärken – das ist das Ziel der Förderinitiative „KMU-Innovativ“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Denn der technologische Fortschritt wird in vielen Bereichen der Spitzenforschung in kleinen und mittleren Unternehmen geschaffen. Um Innovationsvorhaben zu unterstützen, bietet das BMBF  einen kompakten Antragsweg hin zu Fördermitteln. Um welche Inhalte es geht, was beim Antragsprozess zu beachten ist und welche Förderung zu erwarten ist: Auskunft gibt Barbara Wellmann, Expertin für das Programm bei der Fördermittelberatung „Förderbar“.

ITM: Frau Wellmann, wer genau wird gefördert? Um welche Inhalte bzw. Forschungsvorhaben geht es?
Barbara Wellmann:
Mit „KMU-Innovativ“ will der Bund vor allem „Förderneulinge“ erreichen, d.h. Unternehmen, die sich bisher noch nicht um BMBF-Fördergelder beworben haben. Diese zumeist jungen kleinen und mittleren Firmen sollen motiviert werden, anspruchsvolle Forschungsvorhaben mit hohem wissenschaftlich-technischen Risiko anzugehen. Gefördert werden Projekte in diversen Technologiefeldern, wie Informations- und Kommunikationstechnologien, Photonik, Medizintechnik oder Elektronik.

Informationen zum Förderprogramm „KMU-Innovativ“:
www.bmbf.de/de/kmu-innovativ-561.html
www.foerderinfo.bund.de/de/KMU-innovativ-761.php

ITM: Wie lange gibt es das Programm schon? Und wie sind die Erfahrungen bisher?
Wellmann:
Das Programm gibt es seit 2007. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es funktioniert und in ganz Deutschland gut angenommen wird – und zwar tatsächlich vor allem von den „Förderneulingen“. Bisher wurden Fördergelder in einer Höhe von über 1 Mrd. Euro bewilligt. Mehr als 2.300 Unternehmen mit rund 1.500 Einzel- und Verbundprojekten im Bereich der Spitzenforschung wurden unterstützt.

ITM: Wie genau wird gefördert? Welche Förderanteile können die Unternehmen erwarten?
Wellmann:
Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses und erreicht in der Regel bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

ITM: Und wie stehen die Chancen auf eine Bewilligung?
Wellmann:
Insgesamt wird etwa jeder dritte Antrag bewilligt. Dabei besteht die Möglichkeit, nach Ablehnung eines Projekts dieses erneut einzureichen –  verbessert oder ergänzt. Bei Zweit- oder Drittanträgen zeigt sich schließlich eine deutlich höhere Quote.

ITM: Die Initiative fördert neben Einzelprojekten auch Kooperationsprojekte. Bringt eine Kooperation besondere Vorteile?
Wellmann:
In der Praxis haben Kooperationen zwischen Mittelständlern und Forschungseinrichtungen deutlich bessere Erfolgsquoten. Die geschickte Wahl starker strategischer Partner erhöht die Chancen auf Fördermittel – vor allem für junge Firmen – also erheblich.

ITM: Viele verbinden mit Förderanträgen vor allem einen langwierigen und aufwendigen Prozess – was ist hier anders?
Wellmann:
Der Antragsprozess ist schlichter und schlanker gestaltet, als dies bei anderen Programmen der Fall ist: Einzureichen ist zunächst eine zehnseitige Projektskizze. Aber Achtung, statt Quantität zählt die Qualität. Bei dem kompakten Format kommt es natürlich umso mehr darauf an, die Inhalte präzise darzustellen.
Genauso fokussiert ist auch das weitere Verfahren: Antragsteller erfahren schon zwei Monate nach Einreichung, ob ihr Vorhaben grundsätzlich fördergeeignet ist. Wenn dann in der nächsten Stufe die vollständigen Unterlagen vorliegen, erfolgt ebenfalls innerhalb von zwei Monaten die Entscheidung über die Bewilligung. Nicht zuletzt gelten besonders einfache Regeln in puncto Nachweis des Eigenkapitals, sodass auch kleinere Unternehmen gute Chancen haben.

ITM: Trotzdem, bis zum 15. Oktober ist nicht mehr so viel Zeit. Ist das zu schaffen?
Wellmann:
Es ist auf jeden Fall zu schaffen, vor allem, wenn man schon einen klaren Fahrplan für sein Projekt hat. Die Herausforderung ist dann, dieses so klar wie möglich für den Förderantrag aufzubereiten. Dabei ist es empfehlenswert, auf die Unterstützung von Experten zurückzugreifen. Das kann eine Förderberatung sein oder auch der „Lotsendienst für Unternehmen“, ein spezieller Service des Bundes. Nicht zuletzt ist zu beachten, dass das Projekt zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht laufen darf. Zu viel Vorlaufzeit wäre also auch kontraproduktiv.  

 

 

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