27.03.2017 Fraunhofer-Studie

Gebrauchte Notebooks und PCs schonen das Klima

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) hat im Rahmen einer Studie die Aufarbeitung von PCs und Notebooks durch einen Dienstleister untersucht. Mit positivem Ergebnis: Primärressourcen werden eingespart und der Ausstoß schädlicher Klimagase kann vermindert werden.

Die Nutzungsdauer von IT- und Kommunikationsgeräten wie PCs oder Notebooks ist insbesondere im Arbeitsalltag z.B. durch bestehende Leasing-Verträge begrenzt. Nach dem Austausch durch neue Geräte sind die alten Modelle in vielen Fällen jedoch keineswegs unbrauchbar. Im Gegenteil: Für zahlreiche Aufgaben ist ihre Leistung mehr als ausreichend.

Vor diesem Hintergrund kauft der Umweltdienstleister Interseroh gebrauchte Geräte und organisiert sämtliche Schritte auf dem Weg zur Wiederverwendung – von der Abholung über die sichere und zertifizierte Datenlöschung und/oder Datenträgerzerstörung bis zur Endabnahme.

Nun haben Forscher des Instituts die Aufarbeitung von PCs und Notebooks durch den Dienstleister detailliert untersucht. In einer Studie bestätigen sie den messbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung natürlicher Ressourcen. Als Bezugsgröße wurde die Nutzung eines Notebooks bzw. PCs über sieben Jahre gewählt. Es wird angenommen, dass die Altgeräte nach 3,5 Jahren ausgetauscht werden. Die Aufarbeitung der Geräte verlängert die Nutzung um weitere 3,5 Jahre.

Nutzung von Ersatzteilen

  • Danach spart die einmalige Wiederverwendung eines gängigen Business-Notebooks allein 181 Kilogramm Primärressourcen ein. Hierbei berücksichtigt wird auch das tote Gestein, das bei der Gewinnung von Erzen für Metalle oder bei der Erdölförderung als Rohstoff für Kunststoffe anfällt.
  • Zugleich vermindert sich durch die längere Lebensdauer der Ausstoß von schädlichen Klimagasen um 154 Kilogramm. Das entspricht laut Studie rund 1.100 gefahrenen Kilometern eines durchschnittlichen PKWs – einmal die Strecke Berlin-München und zurück.
  • Noch ressourcenschonender sei die Aufbereitung eines PCs Hier werden durch die verlängerte Lebensdauer 387 Kilogramm Primärressourcen und 229 Kilogramm klimaschädliche Gase eingespart, heißt es seitens der Forscher.

„Zudem kann nach der Wiederverwendung des Geräts die zusätzliche Nutzung von Ersatzteilen folgen und dann das Recycling der enthaltenen Wertstoffe realisiert werden“, erklärt Dr. Markus Hiebel aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcen-Management bei Fraunhofer Umsicht.

Und Jan Höschel, Leiter Business Center ReUse bei der Interseroh Dienstleistungs GmbH, fügt hinzu: „Durch die längere Lebensdauer der Geräte tragen wir dazu bei, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung auch die Informationstechnologie durchdringt.“
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