Die Ergebnisse des Logistic-Trend-Index 2017 der Messe "transport logistic" in München geben einen guten Überblick über die Stimmung der Logistik-Branche. Wie steht es um die Digitalisierung der Branche, was sind die Geschäftsmodelle der Zukunft und wo liegen die Hindernisse?
Bei der konkreten Umsetzung zeigen sich bei vielen Logistikern jedoch Schwächen - so tritt die digitale Transformation in wichtigen Einsatzfeldern auf der Stelle: Nicht einmal jedes vierte Unternehmen analysiert derzeit die Möglichkeiten digitaler Technologie für die Vernetzung mit den Kunden oder verfolgt eine digitale Gesamtstrategie für alle Bereiche des Unternehmens.
„Die Start-up-Szene in den USA arbeitet mit Hochdruck daran, nach dem Taxigewerbe auch im klassischen Logistikgeschäft einzusteigen“, sagt Robert Schönberger, Projektgruppenleiter transport-logistic 2017 der Messe München. „Dazu zählen beispielsweise webbasierte Apps, mit denen sich Warensendungen direkt bei den Transporteuren buchen lassen – ganz ohne Umweg über eine Spedition. Wie die Umfrageergebnisse zeigen, nimmt die deutsche Logistikbranche solche disruptiven Entwicklungen ernst und will die Chancen digitaler Geschäftsmodelle für den eigenen Markterfolg nutzen.“
Mit Blick in die Zukunft halten viele Logistiker daher eine Datenaufbereitung in Echtzeitplanung für wichtig (67 Prozent) oder wünschen sich eine Big-Data-Auswertung, um beispielsweise die Tourenplanung zu verbessern (56 Prozent). Rund 60 Prozent geben allerdings zu bedenken, dass es bei der Einführung neuer Angebote entscheidend auf das richtige Timing ankommt. Aktuell besteht eines der wichtigsten Risiken für Digitalisierungsprojekte in der fehlenden Akzeptanz bei den Kunden. Zusammen mit hohen Investitionskosten und Kompetenzmängeln im eigenen Haus werden diese Themen als die größten Hindernisse für die Digitalisierung der Transport- und Logistikbranche in Deutschland genannt.
Bildquelle: Thinkstock / iStock