Der Onlinehandel von Steinberg konnte sich neben dem stationären Handel in kurzer Zeit etablieren.
Nicht, dass Steinberg in Sachen Onlinevertrieb spät dran gewesen wäre. Bereits vor einigen Jahren wollte das Hamburger Unternehmen, als Teil des japanischen Yamaha-Konzerns, dem Hersteller von Musikinstrumenten, seine Produkte international über das Internet verkaufen. Man merkte schnell, dass die aktuelle E-Commerce-Lösung für die weltweite Ausrichtung nicht mehr geeignet war. Innerhalb von sechs Monaten wollte Steinberg daher mit einem neuen und modernen Onlineshop live gehen, der sukzessive international ausgebaut werden sollte.
Der angestrebte Termin war sportlich, denn allein die Suche nach einem geeigneten Anbieter war anspruchsvoll. Die Grundlagen in Sachen Onlinevertrieb bieten viele; doch wenn es darum geht, ob E-Commerce-Anbieter weltweit Warenkorb, Versand, Payment, Steuern und die unterschiedlichen lokalen Anforderungen wie beispielsweise Währungen oder Bezahlmethoden managen können, wird es kompliziert.
„Wir wollten sichergehen, dass wir mit einem Partner zusammenarbeiten, mit dem wir auch gemeinsam wachsen können“, erinnert sich Daniel Röper, Head of E-Commerce bei Steinberg Media Technologies. Nach intensiven Gesprächen mit verschiedenen Anbietern fiel die Wahl auf die Karlsruher Asknet AG. „Der Grund für diese Entscheidung war die internationale Expertise des Unternehmens“, erklärt Daniel Röper. Trotz des straffen Zeitplans ging man wenige Monate später im deutschsprachigen Raum mit einem neuen Shop online. Drei Monate später wurde das Konzept europaweit ausgerollt, so dass auch Kunden in Skandinavien, Benelux, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien Steinberg-Produkte über das Internet beziehen konnten.
Ab diesem Zeitpunkt wickelte der Karlsruher Spezialist für Steinberg die gesamte Logistik, Steuerthematik und Zollanforderungen ab, so dass sich die Hamburger auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren konnten. Und nicht nur das: Bei Steinberg brummte auf einmal das Geschäft über das Internet und der Onlinevertrieb konnte sich erfolgreich neben dem stationären Handel etablieren. Als sich zwei Jahre später Steinberg North America, eine eigene Abteilung innerhalb von Yamaha in den USA, von seinem bisherigen E-Commerce-Partner trennt, kommt Asknet auch hier zum Zug. „Wir hatten gute Erfahrungen gemacht und außerdem war es interessant, dass der Anbieter in den USA bereits einen Logistikpartner hatte“, erläutert Daniel Röper.
Parallel online verkaufen
Gemeinsam mit dem Anbieter erarbeitete man einige Meilensteine. Zunächst begann die Zusammenarbeit mit dem klassischen Musikboxengeschäft im deutschsprachigen Raum, das dann europaweit ausgerollt wurde. Ergänzt wurde dies mit dem Onlinevertrieb von Softwaredownloads. Auch im US-Geschäft konnte sich der neue Vertriebskanal schnell behaupten. Die Verkaufszahlen belegen, dass es gelungen ist, Boxen und Downloads parallel zu verkaufen, auszuliefern und abzurechnen.
Im Frühjahr 2012 führte der Hamburger Musikspezialist erstmals ein kostenpflichtiges Update seines Produkts „Cubase“ ein, das ausschließlich als Download erworben werden konnte. „Wir hatten die Befürchtung, dass bei den zu erwartenden extrem hohen Downloadzahlen Probleme auftreten könnten“, erzählt Daniel Röper. „Doch die Server konnten der enormen Nachfrage jederzeit entsprechen.“
Bildquelle: © Steinberg Media Technologies