Dynamics-NAV-Runderneuerung bei Schniewindt

Hochleistung mit System

Die Verantwortlichen beim Elektrotechnikpionier Schniewindt entschieden sich zu einem ERP-Neuanfang und machten sich auf die Suche nach einem zukunftsfähigen System und einem zuverlässigen Systempartner.

Hochleistungswiderstand, Bildquelle: Schniewindt

Das Familienunternehmen Schniewindt fertigt elektrische Hochleistungswiderstände.

Wenn sich ein Familienunternehmen seit über 180 Jahren erfolgreich am Markt behauptet, dann muss es etwas Besonderes damit auf sich haben. Das Besondere im Falle der Schniewindt GmbH & Co. KG sind natürlich ihre Produkte, aber es ist noch mehr: Die Firma mit Sitz im sauerländischen Neuenrade hat es über all die Jahre verstanden, das Bewährte und das Neue, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden. Das 1829 von Carl Schniewindt gegründete und inzwischen von Dr. Sarah Schniewindt in sechster Generation geführte Familienunternehmen fertigt seit der Erfindung des sogenannten „Schniewindt-Gitters“ (heute eines der Grundelemente der modernen Widerstandstechnik) im Jahre 1902 elektrische Hochleistungswiderstände und zählt mit seinen weltweiten Geschäftsbeziehungen zu den führenden Unternehmen elektrotechnischer Lösungen in der industriellen Beheizungs-, Widerstands- und Messtechnik.

Gesucht und gefunden

Es gibt wahrscheinlich viele gute Gründe dafür, dass ein Unternehmen so lange so erfolgreich sein kann wie Schniewindt. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ein mit der Geschichte und seinem Umfeld verbundenes Familienunternehmen langfristig denkt und langfristige Beziehungen pflegt – zu den eigenen Mitarbeitern, zu Kunden und zu Geschäftspartnern. Gerade bei Letzterem gab es jedoch im Jahr 2002 ein Problem: Der damalige IT-Dienstleister war in wirtschaftliche Schieflage geraten und die Betreuung und Weiterentwicklung der vorhandenen Unternehmenssoftware war nicht mehr gewährleistet. Also entschlossen sich die Verantwortlichen bei Schniewindt zu einem ERP-Neuanfang.

Gesucht wurden ein zukunftsfähiges System und ein zuverlässiger Systempartner. Ein wichtiger Punkt war zudem die reibungslose Anbindung der vorhandenen Microsoft-Office-Umgebung. Schniewindt entschied sich für Microsoft Dynamics NAV, denn hier hatte man den Anbieter gefunden, der die geforderte Investitionssicherheit bot und für die bestmögliche Integration der Office-Lösungen stand. Und auch beim IT-Dienstleister machten die Schniewindt-Verantwortlichen keine Kompromisse: Die Wahl fiel auf den MS-Partner Tectura: Branchenkompetenz und nicht zuletzt die räumliche Nähe waren dabei ausschlaggebende Faktoren.

Update (ge)fällig?

Gemeinsam mit Tectura wurde NAV eingeführt und in der Folge ausgebaut und den spezifischen Anforderungen angepasst. Über die Jahre wuchs das System, neue Funktionalitäten wurden für Schniewindt hinzu programmiert, immer mehr individuelle Anpassungen an der Software vorgenommen. Je genauer die Lösung auf Schniewindts spezifische Prozesse passte, desto mehr entfernte sie sich jedoch vom Microsoft-Standard. „Wir hatten ein typisches 80-20-System“, stellt Gerhard Barth, kaufmännischer Leiter bei Schniewindt, fest. „80 Prozent unserer ERP-Lösung waren individuelle Anpassungen, nur noch 20 Prozent Standard.“ Dies war so lange unkritisch, wie ein Update des eigentlichen ERP-Kerns nicht notwendig wurde. Doch genau dieses Update war fällig, als der offizielle Support für die vorhandene und inzwischen in die Jahre gekommene 2.6er-Version von NAV auslief. Es wurde höchste Zeit für einen Release-Wechsel – aber die Modernisierung des hochgradig individualisierten und nicht standardkonformen Systems hätte einen immensen Programmieraufwand bedeutet.

Zurück zum Standard

Die Entscheidung des Schniewindt-Managements war also schon allein aus wirtschaftlicher Sicht klar: zurück zum Standard. Gemeinsam mit Tecturas Business-Reengineering-Team, das auf Upgrade-Projekte und Prozessoptimierung spezialisiert ist, machte man sich daran, die vorhandenen Arbeitsabläufe durch NAV-Standardfunktionalitäten bzw. Microsoft-zertifizierte Tectura-Lösungen abzubilden. „Standardnähe ist unser Credo“, so Henning Ruppel, bei Tectura verantwortlich für Service und Support. „Das moderne NAV-System ist so ausgereift, dass die meisten Anforderungen unserer Kunden ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand abgebildet werden können. Das senkt die Kosten sowohl bei der Implementierung als auch im laufenden Betrieb. Und es erleichtert zukünftige Erweiterungen und Upgrades.“

Auch für Gerhard Barth ist dies der richtige Ansatz, und ein Spezialteam, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Softwareumgebung zu verschlanken und zu modernisieren, macht für Schniewindts kaufmännischen Leiter absolut Sinn: „Die Reengineering-Spezialisten von Tectura wussten genau, wo bei uns der Schuh drückte und was zu tun war. Tecturas Konzept passte perfekt zu unserer strategischen Entscheidung für den NAV-Standard.“

So viel NAV wie möglich

In Zusammenarbeit mit Tecturas Reengineering-Experten machten die Schniewindt-Verantwortlichen eine Bestandsaufnahme aller relevanten Unternehmensprozesse. Das Ziel war, die Anforderungen wo möglich mit den Standardfunktionalitäten des neuen NAV-Systems abzudecken. Die Rundumerneuerung umfasste die gesamte ERP-Infrastruktur Schniewindts von der Umstellung auf die moderne Microsoft-SQL-Server-Datenbank über Finanzbuchhaltung, Lager- und Versandmanagement bis hin zu Tecturas Branchenlösung für die auftragsbezogene Einmalfertigung inklusive Leitstandintegration und den Speziallösungen für Workflow-Management, Lieferantenbewertung und Reklamationsverarbeitung. Die Beteiligten hatten sich einen straffen Zeitplan verordnet, und so kam es, dass zum festgesetzten Starttermin noch nicht alles perfekt lief. Besonders der Fertigungsbereich machte anfangs noch Schwierigkeiten. „Man sollte sich bei Projekten dieses Umfangs nicht zeitlich unter Druck setzen“, rät Gerhard Barth Unternehmen in vergleichbaren Situationen. „Es ist zwar wichtig, Zeitpläne einzuhalten, noch wichtiger ist jedoch ein von Anfang an funktionierendes System.“ Aber auch diese Schwierigkeiten bekam Schniewindt gemeinsam mit Tectura in den Griff. „Wir haben hier einen IT-Partner mit kompetenten und engagierten Mitarbeitern“, lobt der Schniewindt-Verantwortliche seinen Dienstleister. „Gerade in problematischen Phasen zeigt sich, wie viel eine solche Partnerschaft wert ist.“

Die Generalüberholung der Unternehmenssoftware ist inzwischen abgeschlossen. Einige Punkte wie z.B. eine Barcode-Scannerlösung oder die mobile Anbindung des Lagers werden noch abgearbeitet, aber das große Ganze steht: „Wir haben heute ein System, das rund läuft“, so Gerhard Barth, „ein zuverlässiges System und zugleich ein System mit Zukunft.“ Es sei eine Unternehmenslösung, die zu Schniewindt passt, weil sie wie das Neuenrader Traditionsunternehmen das Bewährte und das Neue erfolgreich miteinander verbindet.

Bildquelle: Schniewindt

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