Mittelständische Unternehmen verfügen über vergleichsweise dünne Kapitaldecken. Sie müssen mit eigenen Ressourcen auskommen und können nicht wie börsennotierte Konzerne auf die Einlagen der Share-holder zurückgreifen. Gefragt ist daher ein ausgereiftes Liquiditätsmanagement, das auf der Grundlage von Ist-Daten eine Planung, Steuerung und Kontrolle der „flüssigen Mittel“ nachhaltig ermöglicht. Jedoch trifft man im Mittelstand oft nur auf bloße Behelfskonstruktionen, die meist auf gängigen Standardwerkzeugen wie Excel und Access aufsetzen. Deren Hauptproblem liegt im hohen Aufwand des Berichterstellens. Denn wer nur alle zwei Wochen Reports „basteln“ kann und dafür ein oder zwei Tage benötigt, begibt sich zwangsläufig in unsicheres Fahrwasser.
Auf Liquiditätsmanagement setzen
Dabei gibt es probate Mittel und Wege, die Informationen schneller und mit überschaubarem Aufwand zu erstellen – und zwar weitestgehend automatisiert. Die hierfür eingesetzten Liquiditätsmanagementlösungen basieren auf dem Business-Intelligence-Ansatz nach folgendem Prinzip: Das operative Zahlenmaterial wird zunächst aus beliebigen Vorsystemen wie Enterprise Resource Planning (ERP) und Buchhaltungsprogrammen übernommen und für die weitere Nutzung in einer mehrdimensionalen Online-Analytical-Processing-Datenbank (OLAP) für die folgenden Analysen aufbereitet. Hierfür geeignete Plattformen sind beispielsweise Microsoft Analysis Services, Infor10 ION BI oder IBM Cognos TM1. Über ein Frontend wie IDL Cockpit lässt sich schließlich das so strukturierte Datenmaterial nach verschiedensten Gesichtspunkten auswerten und berichten.
Auf diese Weise können zur Beurteilung der tagesaktuellen Liquidität die vielfältigsten Aspekte mit einbezogen und Gewinn bringend genutzt werden. So lassen sich Valuten von Eingangszahlungen auf Basis des historischen Zahlungsverhaltens der Kunden realistisch beurteilen und dabei mögliche Ausfälle berücksichtigen oder die offenen Posten mit den Verbindlichkeiten korrelieren, um Kontostände vorwegzusehen und Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Aussagekräftiger und näher am Ereignis
Das Durchspielen von Szenarien hilft zudem, die eigenen Eingriffsmöglichkeiten zu analysieren: Wie beispielsweise wirkt sich in verschiedenen Simulationen das verspätete Ausgleichen von Kreditorenrechnungen auf den Erhalt der Zahlungsfähigkeit aus? An anderer Stelle ermöglicht das Cash-Pooling, also das Verschieben von Liquiditätsüberschüssen aus einem Unternehmensbereich in einen anderen zur Deckung von Engpässen, teure Kredite einzusparen. Und wer seine „flüssigen Mittel“ in mehreren Währungen verteilt hält, kann sogar von schwankenden Kursen profitieren, indem er seine Zahlungen vom für ihn günstigsten Devisenkonto ausführt. Je nach Zuständigkeit erzeugen Liquiditätsmanagementlösungen individuelle Berichte (oder auch OP- und Alert-Listen) für verschiedene Verantwortliche und Entscheider. Erst einmal definiert, können diese künftig per Knopfdruck abgerufen werden und liegen aktualisiert vor – im gewünschten Format, ohne dafür noch etwas manuell aufbereiten zu müssen.
BI-Lösungen als wertvolle Grundlage
Liquidität bedarf steter Kontrolle und weitsichtiger Planung. Der Markt bietet hierfür BI-Lösungen zur Planung und Steuerung, die sich in überschaubaren Projektzeiten einführen lassen und zu schnellen Erfolgen führen. Flexible Systeme sind eigenständig lauffähig oder können auch auf bestehenden BI-Strukturen aufsetzen. Im Aufbau einer gut strukturierten OLAP-Datenbank liegt zudem eine wertvolle Grundlage, um weitere Herausforderungen der Unternehmenssteuerung wie die Analyse von Bilanz- sowie Gewinn- und Verlustrechnung zu meistern.
Checkliste
Wann sollten Anwender über eine Lösung für aktives Liquiditätsmanagement nachdenken?
Quelle: IDL GmbH Mitte
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