Mehr Transparenz via Sensoren

Industrie 4.0 macht Druck

Die Integration von Industrie-4.0-Anwendungen hat viel zu bieten – auch in der Druck- und Output-Branche.

Die Installation von Sensoren an Druckmaschinen erlaubt eine erhebliche Verringerung der Reparaturkosten.

Die Installation von Sensoren an Druckmaschinen erlaubt eine erhebliche Verringerung der Reparaturkosten.

Grundsätzlich steht das mittelständisch geprägte Druckgewerbe vor der gleichen Herausforderung wie viele andere Branchen: In kürzester Zeit müssen sie auf Veränderungen reagieren. Bis vor wenigen Jahren war das Ziel, größtmögliche Auflagen in der kürzesten Zeit zu den niedrigsten Preisen zu produzieren. Im Zuge der Digitalisierung hat sich das gewandelt: Die Anforderungen der Kunden haben sich verschoben hin zu kleineren, individuelleren Serien bis zu Losgröße eins. Wer da schwerfällig agiert, auf alten Mustern beharrt und die Entwicklung verweigert, bleibt schnell auf der Strecke.

Große Unternehmen können flexibler auf die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung reagieren. Sie können es sich leisten, größere Summen in neue Technologien und Innovationen zu investieren und so den Markt mit hoch qualitativen Produkten zu bedienen.

Bloß keine Fehlinvestition

Der Mittelstand muss nun auf die veränderten Kundenerwartungen reagieren. Das heißt: Die gelieferten Produkte müssen qualitativ mithalten können mit denen der Konkurrenz – und das bei limitiertem Budget. Eine Fehlinvestition können sich Mittelständler nicht erlauben, ebenso wenig wie lange Ausfallzeiten. Entscheiden sich kleine und mittlere Unternehmen also für die Anschaffung von Technik für Industrie-4.0-Anwendungen, dann muss der Return on Investment (RoI) stimmen.

Dabei müssen viele der bestehenden Prozesse an die neue Technikwelt angepasst werden und das schreckt noch viele Unternehmen ab. Dokumente schnell drucken und versenden hat doch bisher auch mit vorhandenen Maschinen gut funktioniert, warum sollte man daran etwas ändern und das Risiko von Ausfallzeiten eingehen? Ganz einfach: Weil die Digitalisierung und insbesondere Industrie 4.0 bereits dabei sind, die gesamte Branche stark zu verändern. Sie steigern die Produktivität der Anlagen, minimieren Ausfälle und heben die Kundenkommunikation auf eine neue Ebene.

Industrie 4.0 macht es möglich, Daten zusammenzuführen und das „Wissen“ der Maschinen zu nutzen. Die Installation von Sensoren an Druckmaschinen erlaubt etwa eine erhebliche Verringerung der Reparaturkosten: Mit „Predictive Maintenance“ werden potentielle Probleme früh erkannt und so eine Wartung ermöglicht, bevor Schäden entstehen. Hierdurch können Mittelständler ihre Ausfallzeiten reduzieren und ihre Produktivität steigern – was ihnen einen entscheidenden Vorteil bietet. Die zunehmend automatisierten Betriebsabläufe moderner Maschinen ermöglichen zudem vereinfachte Jobumstellungen und laufende Formatwechsel, wodurch die Nachfrage effizient bedient werden kann.

Anhand der Sensordaten können Unternehmen auch Schwachpunkte in ihrer Produktion identifizieren und analysieren. Mit Produktivitätsmessungen wird darüber hinaus die Leistung von Geräten bewertet und bei Bedarf die Produktionskapazität angepasst. Insgesamt bietet eine vollumfängliche Überwachung des Maschinenparks via Sensoren mehr Transparenz als je zuvor. Mehr Transparenz bedeutet mehr Kontrolle, mehr Kontrolle bedeutet mehr Flexibilität, weniger Probleme und damit eine stärkere Position im Wettbewerb.

Kundenbeziehung auf Dauer stärken

Die erzeugten Daten bieten eine weitere Chance für mittelständische Unternehmen: den ganzheitlichen Ansatz. Laut Frankiermaschinenspezialist Pitney Bowes geht es dabei nicht mehr nur noch um das fertige Produkt, sondern um ergänzende Dienstleistungen im Umfeld. Durch die zunehmende Vernetzung steigen die vorhandenen Datenmengen exponentiell an – sie müssen „nur“ ausgewertet, aufbereitet und genutzt werden. Mit neuen Diensten zu bestehenden Produkten können Unternehmen die Kundenbeziehungen auf Dauer stärken.

Kleine und mittelständische Unternehmen werden zwingend die Scheu vor anfänglichen Investitionskosten überwinden und die Vorteile von Industrie-4.0-Anwendungen in ihre Geschäftsprozesse integrieren müssen. Nur wer die digitalen Möglichkeiten nutzt, um die Potentiale der physischen Prozesse, etwa von Druckmaschinen, optimal auszuschöpfen, wird sein Geschäft zukunftssicher machen. Auch wenn die Investitionskosten abschreckend wirken können – sie rechnen sich ganz sicher und können den entscheidenden Unterschied für Unternehmen machen.

Bildquelle: Thinkstock

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