Anforderungen an Consulting-Unternehmen

IT-Beratung im Mittelstand

In diesem Jahr werden mittelständische Unternehmen laut gängigen Marktanalysen verstärkt in Softwarelösungen investieren, was auch das Auftragsvolumen im IT-Consulting mit entsprechenden Services anheben könnte. Doch was ist bei der Auswahl des passenden IT-Beraters zu beachten?

Mit IT-Beratung durch den Investitionsdschungel?

Der gehobene Mittelstand treibt in Deutschland das IT-Wachstum voran. Knapp über die Hälfte der IT-Ausgaben werden in der Bundesrepublik von Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern getätigt. Dabei investiert der Mittelstand in Software und IT-Services prozentual gesehen sogar mehr als die Großunternehmen. Die Investitionen des Mittelstands bilden ab, was für die gesamte IT-Industrie, neben den Plattformen Mainframe-Welt und Client-Server, zunehmend gilt: den Weg zur dritten IT-Plattform – aufbauend auf den Kerntechnologien Cloud, Mobile, Social und Big Data. Wachstum ist auch im Bereich der Deskopvirtualisierung und in den verschiedenen Variationen des Hosted und Managed Desktop zu erwarten. Der Fokus des Mittelstands liegt dabei auf der Verbesserung des Managements und der Netzwerkeffizienz, was aufgrund der limitierten IT-Ressourcen nachvollziehbar ist.

Trotz der Erwartungshaltung an die verstärkte Nutzung von Cloud-Technologien liegt der deutsche Markt für Cloud-Services nach wie vor im internationalen Vergleich zurück. Die NSA-Affäre hat in diesem Zusammenhang zu Verunsicherung und verstärkten Sicherheitsanfragen aus dem Mittelstand geführt. Dennoch steht zu erwarten, dass auch mittelständische Unternehmen zunehmend in Software as a Service (SaaS) investieren werden. Die Art des Cloud-Deployment-Modells hängt dabei von vier Faktoren ab: IT-Sicherheitsvorgaben, Reifegrad und Größe des Unternehmens sowie Art des Geschäftsprozesses.

Hauptthema des Mittelstands in 2014 bleibt das Thema IT-Security und Data Privacy. Netzwerk und End-Point-Security werden stärker in den Fokus rücken, insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Heterogenität der Gerätelandschaft. Dazu hat das Marktforschungsinstitut Pierre Audoin Consultants (PAC) eine Befragung mit insgesamt 140 IT-Entscheidern und Produktionsleiter aus unterschiedlichen Branchen in ganz Deutschland durchgeführt. Das Top-Ten-Ranking der größten IT-Herausforderungen im produzierenden Gewerbe wird vom Thema Sicherheit und Compliance angeführt. 67 Prozent der Befragten werteten diesen Bereich als „sehr große“ Herausforderung. In der Automobilbranche waren sogar drei Viertel der Befragten dieser Ansicht. Auf Platz zwei und drei folgen Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit mit 65 Prozent bzw. Servicequalität, Performance und Verfügbarkeit mit 64 Prozent.

IT-Berater hinzuziehen

Um die genannten Herausforderungen zu meistern, können Mittelständler für bestimmte IT-Projekte Beratungsunternehmen hinzuziehen. Doch bereits vor der Initiierung eines jeweiligen IT-Projektes und der Auswahl der beteiligten Mitarbeiter sollte berücksichtigt werden, dass im Unternehmen Mitarbeiter existieren, die nicht nur einer Schulung bedürfen, sondern deren Arbeitsaufgaben sich weitgehend verändern, weil sich neben der IT-Unterstützung eben auch Geschäftsprozesse und Strukturorganisationen neu definieren. Deshalb ist eine vorangehende Schwerpunktsetzung im Unternehmen sinnvoll. Daraus ergibt sich in der Regel schon, ob das Projekt eine Full-Service-Beratung benötigt oder ob eine Teilbegleitung ausreichend ist.

Beratungsunternehmen wie z.B. Etvice empfehlen Mittelständlern zu allererst, darauf zu achten, wie sich das Consultingunternehmen in der Angebotsphase verhält. Wenn zu diesem Zeitpunkt festgestellt wird, dass Ziele nicht eindeutig definiert sind, sollten passende IT-Berater dies bereits in dieser Phase deutlich machen.

Im IT-Consulting bestimmen zudem methodische Vorgehensweisen viele Handlungsschritte. Ein gutes Beratungsunternehmen wird sich proaktiv ohne Zuruf des Auftraggebers in branchenspezifische Abläufe sowie Ge­schäfts- und Supportprozesse einarbeiten und damit auch die branchentypischen Ausprägungen der IT-Prozesse vorhalten. Dennoch kann es für den Verlauf sinnvoll sein, wenn beim Dienstleister bereits Branchenkenntnis vorhanden ist. Denn daraus wird der Berater dem Unternehmen passgenaue Lösungen erarbeiten können, ob z. B. eher eine pragmatische Struktur oder eine automatisierte, flächendeckende IT-Unterstützung für das jeweilige Geschäftsfeld sinnvoller ist.

Ebenfalls sollten mittelständische Unternehmen darauf achten, ob im Angebot nur eine Lösungserarbeitung offeriert wird oder ob sich der Dienstleister auch in der Verantwortung sieht, die Umsetzung zu begleiten und einen Wissenstransfer sicherzustellen. Mittelständler sollten auch berücksichtigen, ob das gesamte Beraterteam bis Projektende im Unternehmen wirkt oder ob die Besetzung dem Projektfortschritt angepasst wird. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, Zeit in das persönliche Kennenlernen der betreuenden IT-Berater zu investieren und sich von diesen und nicht nur vom Vertriebsteam den Ansatz des Beratungsunternehmens erläutern zu lassen. Daraus lässt sich in der Regel ebenso eine Schlussfolgerung über die soziale Kompetenz im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern erzielen, die für den Projekterfolg relevant ist.

Wenn das mittelständische Unternehmen – nach persönlichem Kennenlernen der Berater und der Angebots­prüfung – feststellen kann, dass ein IT-Dienstleister alle Kriterien erfüllt, ist dieser mit großer Sicherheit der optimale Berater für das Projekt. Preis oder persönlich gestellte Ansprüche sind die besten Entscheidungshilfen für den Fall, dass es nach Durchgehen der Kriterien noch weitere in Frage kommende IT-Consultants gibt. Sollte sich in der Folge die Situation dennoch so darstellen, dass diese nicht alle Anforderungen erfüllen und dies zudem in unterschiedlichen Graden, ist es sinnvoll, die im Erfüllungsgrad wichtigsten Projektkriterien in den Fokus zu rücken, um den Erfolg sicherzustellen. 



Während der Angebotsphase ...
... ist es sinnvoll, folgende Fragestellungen hinsichtlich des Beratungsangebots präsent zu haben:

  •  Passt die vorgeschlagene Vorgehensweise zur Aufgabenstellung und erfüllt auch den Bedarf an Transparenz?
  • Kann sie an auftretende ­Veränderungen einfach angepasst werden?

Mit der Beantwortung dieser Fragen lässt sich für Mittelständler abschätzen, ob die Relation von Gesamtaufwand zu Leistung im Kostenumfang plausibel ist und ob mit der angebotenen Leistung das Erreichen der Ziele sichergestellt werden kann.

Quelle: Etvice

Bildquelle: ©Thinkstock/iStockphoto

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