Ein Mitarbeiter bei der Beladung eines Giga-Tiefkühlcontainers.
Bei der Einkaufsgenossenschaft sind heute nur noch Lastwagen mit der Euro-Norm 5 oder höher im Einsatz.
Kommissionierung im Warenumschlagszentrum West-Rothenburg
Im Jahr 1916 gründeten Schweizer Bäcker und Konditoren die Handelsgemeinschaft Pistor, um von den Vorteilen eines gemeinsamen, konzentrierten Einkaufs zu profitieren. Was mit einem kleinen Lager in der Luzerner Altstadt begann, entwickelte sich während der letzten 100 Jahre zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 617 Mio. Schweizer Franken. 2016 wurden über 150.000 Tonnen Waren ausgeliefert. Heute agiert Pistor als ein Handels- und Dienstleistungsunternehmen für lebensmittelverarbeitende Branchen. Dabei bietet man mit der Tochtergesellschaft Pistor AG den Kunden Unterstützung in nahezu allen Bereichen des Bäcker-Confiseur-Gewerbes und der Gastronomie an.
Die Pistor AG operiert wie die beiden anderen Tochtergesellschaften, die Proback AG und die Fairtrade SA, auf einer Ebene. Alle drei Gesellschaften sind zu 100 Prozent im Besitz der Pistor Holding Genossenschaft.
Die Schweizer betreiben ein großes Lager, das in drei Temperaturzonen unterteilt ist. Gleichzeitig besitzt man einen großen Fuhrpark mit Lkws und Transportern, wobei man in der Logistik bewusst Standards bei der Nachhaltigkeit setzen möchte. So sind bei Pistor heute nur noch Lastwagen mit der Euro-Norm 5 oder höher im Einsatz. Für die Kühlung verwenden die meisten Lkw und Transporter ein umweltfreundliches Hybrid-Kühlsystem, das eigenen Angaben zufolge keinen Lärm und keine CO2-Emissionen verursacht. Darüber hinaus ist bereits ein Elektro-Lkw im Einsatz. Die Auslieferung der Waren wird durch moderne Tourenplanungs-Software unterstützt, sodass die Anzahl der zurückgelegten Kilometer auf ein Minimum reduziert werden kann.
Ein Unternehmen wie Pistor, das mit eigenem Fuhrpark seine Kunden, das Bäcker-Konditor-Confiseur-Gewerbe und die Gastronomie mit über 15.000 Produkten beliefert, stellt hohe Anforderungen an seine IT, da viele Prozesse äußerst zeitkritisch ablaufen. Um diesen Anforderungen zu genügen, wurde die IT-Infrastruktur in zwei Rechenzentren aufgeteilt und damit redundant ausgelegt.
Zum Einsatz kommen hierbei Server-Systeme von HP, Speicherlösungen von Netapp sowie Switches und Netzwerkkomponenten von Extreme Networks. Das ERP-System hingegen basiert auf einer Pistor-Eigenentwicklung. Besonders kritisch sind bei den Schweizern alle Vorgänge rund um die Waren: Jeder Fehler und Systemausfall bedeutet hier ein Imageverlust. Die Geschäftsführung erwartet einen ausfallsicheren 24-Stunden-Betrieb.
„Damit die IT-Infrastruktur diesen Anforderungen genügt, ist Redundanz wichtig und die Spiegelung von Daten und Prozessen notwendig. Zwei Rechenzentren sorgen dafür, dass Sicherheit großgeschrieben wird. Darüber hinaus gibt es auch Notfallpläne, die bis heute jedoch noch nie benötigt wurden“, beschreibt Werner Tschanz, Leiter Informatik bei Pistor, die Sicherheitsvorkehrungen. Dazu gehört naturgemäß auch eine unterbrechungsfreie Notstromversorgung für etwaige Stromausfälle.
Insgesamt 17 Experten orchestrieren die IT-Infrastruktur, wobei die Aufgaben in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Sechs Mitarbeiter sind zuständig für die Software-Entwicklung und deren Anpassung. Die zweite Gruppe ist zuständig für die IT-Systeme und den Support. Bei der Wartung der Infrastrukturen setzen die Schweizer auf die Dienste der Technogroup aus Hochheim am Main.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung war in erster Linie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus passt die Mannschaft des Dienstleisters zu den Anforderungen von Pistor und konnte alle Vorstellungen erfüllen. In den Service Level Agreements (SLAs) ist ein 7x24-Service mit einer Antrittszeit von vier Stunden festgelegt. „Für uns ist dabei wichtig, dass davor eine Reaktionszeit von 15 Minuten nach einer Fehlermeldung festgelegt wurde. Das gibt uns allen im IT-Team das gute Gefühl, schnell einen erfahrenen Partner zur Seite zu haben“, erklärt Alexander Wiget, Mitarbeiter der Systemgruppe bei Pistor. Zu den weiteren Aufgaben des Dienstleisters gehört es, alle Garantiefälle im IT-Bereich mit den Herstellern abzuwickeln.
Die Pistor AG
Hauptsitz: Rothenburg/Schweiz
Gründung: 1916
Mitarbeiter: 500
Jahresumsatz: 617 Mio. Schweizer Franken
Bildquelle: Pistor