Lernen Informatik-Studenten das, was die IT-Branche braucht? Quelle: Msg
Zu den Schwerpunkten im Informatikstudium gehören heute Softwareentwicklung, Programmiersprachen und Datenbanken. IT-Fachkräfte wünschen sich vom Nachwuchs hingegen vor allem Fertigkeiten in Bereichen wie IT-Sicherheit und IT-Architekturen.
So lauten die Ergebnisse zweier gegenübergestellter Befragungen, die das IT-Beratungshaus Msg unter 500 Informatik-Studierenden und 700 IT-Fachkräften durchgeführt hat.
IT-Fachkräfte wurden zudem befragt, welche Skills aus ihrer Sicht in fünf Jahren relevant sein werden: IT-Architekturen und insbesondere IT-Sicherheit werden hier laut Panel noch wichtiger sein als heute. Beide Gruppen wurden auch zur Bedeutung sozialer Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Kreativität befragt. Hier stimmen beide Gruppen hinsichtlich der Prioritäten gut überein.
Gemäß der Umfrage nannten IT-Fachkräfte folgende Themen, auf die in Unternehmen heute besonderer Wert gelegt wird.
Studierende dagegen berichteten, dass im Studium folgenden Themen eine sehr hohe Bedeutung zugemessen wird:
Fragt man IT-Fachkräfte nach den fachlichen Skills, die in fünf Jahren am wichtigsten sein werden, so werden ebenfalls IT-Architekturen und IT-Security genannt, sowie außerdem Projektmanagement.
„Programmiersprachen und Datenbanken gehören zu den Grundlagen, daher nehmen sie an den Hochschulen zu Recht großen Raum ein“, so Dr. Frohnhoff, Mitglied im Vorstand bei Msg. „Themen wie IT-Security und IT-Architekturen werden vor dem Hintergrund der Digitalen Transformation allerdings immer wichtiger und sollten in der Lehre vielleicht einen größeren Anteil ausmachen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bedeutung von datenzentrierten Themen wie Business Intelligence, da durch die Digitalisierung Daten und ihre Nutzung in den Vordergrund rücken.“
Die Studie untersuchte auch den Stellenwert sozialer Fähigkeiten. Hier zeigen die Ergebnisse eine annähernde Übereinstimmung: Die Fachkräfte schätzten Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und analytische Kompetenz als besonders wichtig ein. Die Studierenden nannten Lernbereitschaft, Teamfähigkeit, analytische Kompetenz und Durchhaltevermögen als die Fähigkeiten, auf die im Studium besonderer Wert gelegt werde. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Hochschulen in Bezug auf die sozialen Skills die Studierenden sehr gut auf den Beruf vorbereiten. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan, das merken wir auch an den jungen Kolleginnen und Kollegen, die von den Hochschulen kommen“, sagt Dr. Frohnhoff.
Abgefragt wurde auch die Bedeutung von Kreativität für den IT-Sektor. Laut Umfrage scheinen weder IT-Fachkräfte noch Studierende dieses Talent als besonders bedeutsam einzuschätzen: 22 Prozent der IT-Fachkräfte sehen Kreativität als Schlüsselqualifikation, 28 Prozent der Studierenden gaben an, dass darauf im Studium besonderer Wert gelegt wird. Dies kommentiert Frohnhoff als überraschend vor dem Hintergrund der digitalen Transformation. "Kreativität ist ein Schlüssel zum Erfolg: Neue Ideen sorgen für innovative Lösungen, mit denen Unternehmen schnell und agil auf die Digitalisierung reagieren und sich ihren Wettbewerbsvorteil sichern. Dies schlägt sich bisher anscheinend weder an den Hochschulen noch in den Unternehmen nieder.“
Zur Umfrage
Für die Studie wurden rund 500 Studierende an der RWTH Aachen, der Universität Augsburg, der Universität Magdeburg, der Universität Bayreuth sowie der Technischen Universität (TU) Darmstadt befragt. Die Auswahl der Hochschulen erfolgte auf Basis des Rankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) für das Fach Informatik für das Jahr 2016/2017. Für den Abgleich mit den Anforderungen in den Unternehmen wurden deutschlandweit 700 IT-Fachkräfte verschiedener Ebenen interviewt. Abgefragt wurde unter anderem, auf welche fachlichen und sozialen Skills an den Hochschulen besonderer Wert gelegt wird und welche dieser Fähigkeiten die IT-Fachkräfte für ihre aktuelle Position als besonders wichtig erachten.
Bildquelle: Thinkstock/iStock / Medienhaus Verlag