10.10.2017 Datamate

Mainzer Server für die eigene Cloud

Von: Robert Schindler, Tobias Gallun

Mit neuem Markenauftritt, erweitertem Produktportfolio und individueller Kundenbetreuung will der Mainzer IT-Dienstleister Ionas seine Mini-Server als Privat-Cloud-Lösungen etablieren. Wir haben es ausprobiert.

  • Den Small Business Server ("Fellow") durfte unsere Redaktion mehrere Wochen testen.

    Den Small Business Server ("Fellow") durfte unsere Redaktion mehrere Wochen testen.

  • „Wir sind stolz, Homie mit seinen neuen Features und im schicken Holz-Design präsentieren zu können. Besonders wichtig ist uns natürlich weiterhin der Fokus auf Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit – Homie kann jeder“, so Dr. Ralf Dyllick-Brenzing

    „Wir sind stolz, Homie mit seinen neuen Features und im schicken Holz-Design präsentieren zu können. Besonders wichtig ist uns natürlich weiterhin der Fokus auf Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit – Homie kann jeder“, so Dr. Ralf Dyllick-Brenzinger. Die Gehäuse aus dem nachwachsenden Rohstoff werden vollständig in Deutschland gefertigt und montiert.

  • „Mit Homie, Buddy und Fellow möchten wir die anspruchsvollen Anwender abholen, die sowohl auf Design, als auch auf Leistung setzen. Die Leistungsfähigkeit deckt locker die Bedürfnisse anspruchsvoller Server-und Computernutzer“, erklärt Gründer Dr

    „Mit Homie, Buddy und Fellow möchten wir die anspruchsvollen Anwender abholen, die sowohl auf Design, als auch auf Leistung setzen. Die Leistungsfähigkeit deckt locker die Bedürfnisse anspruchsvoller Server-und Computernutzer“, erklärt Gründer Dr. Dyllick-Brenzinger.

In Mainz entwickeln die Brüder Christoph und Dr. Ralf Dyllick-Brenzinger mit zehn Mitarbeitern die Datamate-Produktfamilie. Diese richtet sie sich sowohl an B2B- als auch an B2C-Kunden. Der Fokus des IT-Dienstleisters Ionas OHG liegt auf Open-Source-Software und dem Prinzip der Datenhoheit.

Mit einem neuen Markenauftritt Datamate und einem erweiterten Produktportfolio wollen die Mainzer nun mit ihrer Server-Produktfamilie neue Zielgruppen im B2B- und B2C-Bereich erschließen. Eine Besonderheit ist die individuelle Betreuung der Kunden: Im Kaufpreis enthalten ist der persönliche Support via Service-Hotline.

Das Start-up bietet drei Produkte an:  


1) Buddy ist ein Micro-PC für Zuhause und das Büro. Ein edles Vollholzgehäuse, Linux Betriebssystem, oder auch als Dual-Boot Variante mit Windows. Der Preis liegt bei 999 Euro.

  • Mainboard: ASRock Deskmini 110
  • Prozessor: Intel Celeron G3390
  • Arbeitsspeicher: 4GB DDR4
  • Datenträger: 256GB M.2 PCIe SSD
  • Netzwerk: GbE, Wifi, BT
  • Erweiterbarkeit (extern): 2x USB 3.0, USB 2.0, USB 3.0 Typ C, DisplayPort, D-Sub, HDMI

2) Homie ist ein schickes Mini-Rechenzentrum für die Familie: Die Verwendung als Gaming- und Multimedia-Server aber auch Funktionalitäten wie Mail-Archivierung oder Webseitenentwicklung sollen den kleinen Server zu einer modernen Schaltzentrale für die ganze Familie machen. Der Preis liegt bei 999 Euro.

  • Mainboard: ASRock Deskmini 110
  • Prozessor: Intel Celeron G3390
  • Arbeitsspeicher: 4GB DDR4
  • Datenträger: 2TB SATA SSHD
  • Netzwerk: GbE
  • Erweiterbarkeit (extern): 2x USB 3.0, USB 2.0, USB 3.0 Typ C, DisplayPort, D-Sub, HDMI

3) Der Small Business Server tritt in Zukunft unter dem Namen Fellow auf. Als leistungsfähige Collaboration-Lösung bietet er alle typischen Server-Dienste, die kleine und mittelständische Unternehmen benötigen. Dazu gehören File Sharing, Kalendersynchronisation, Projektmanagement und ein CRM-System mit integrierter Telefonie.

Small Business Server Fellow im Test

Den Small Business Server ("Fellow") durfte unsere Redaktion mehrere Wochen testen: Die Private-Cloud-basierte Server-Lösung für kleine Unternehmen gibt es bereits seit 2014. Die Ausstattungsvarianten sind individuell konfigurierbar, das Angebot beinhaltet immer:  

  • Serversystem mit 24 Monaten Vor-Ort-Hardware-Support
  • Softwarepaket mit Termin-, Adress- und Projektmanagement, CRM und Telefonie, Fernzugriff über Open VPN
  • Einrichtung des Systems

Insbesondere der letzte Punkt, die Einrichtung (und gegebenfalls Fernwartung), hat uns im Test überzeugt. Freundlich, kompetent und geduldig wurde der Server in unser nicht ganz simples Netzwerk eingebunden und unseren Wünschen entsprechend konfiguriert, außerdem gab es einen Crashkurs für die mitgelieferte Software.

Zum Softwarepaket gehören unter anderem:

 

  • Termin- und Kontaktsynchronisation

SabreDAV synchronisiert Termine, Kontakte und Aufgabenlisten zwischen den mobilen und stationären Geräten eines Nutzers. Gemeinschaftskalender- und Adressbücher mit individuellen Berechtigungen werden unterstützt. Die Synchronisation erfolgt durch die Verwendung der quelloffenen CalDAV- und CardDAV-Protokolle plattformübergreifend.

  • Dateisynchronisation

Seafile und SeaDrive sind private Filesharing Alternativen zu Dropbox, OneDrive oder Google Drive. Damit sind Dateisynchronisationen, Dateifreigaben an andere Benutzer und Gruppen, Dateifreigaben an Dritte per Downloadlink, Datei-Uploads per Link und Dateiversionierungen möglich. Kein Upload der wertvollen Firmendaten auf fremde Server ist nötig – Seafile speichert Dateien nur auf den eigenen Geräten. Die Lösung synchronisiert plattformübergreifend Dateien zwischen den mobilen und stationären Geräten eines Nutzers. Der Dateiaustausch zwischen Nutzern erfolgt durch Freigaben und geteilte Bibliotheken. Zum Schutz der Daten bietet Seafile eine vollständige Dateihistorie.

Wir fanden praktisch, dass SeaDrive die Bibliotheken auf dem Seafile-Server in die Verzeichnisstruktur unserer Arbeitsplatzrechner als virtuelles Laufwerk einbindet und so direkten Zugriff ermöglicht. Eine weitere interessante Funktion – gerade für Mittelständler – ist die Domain-Integration von Seafiles Weboberfläche: Dank Customizing-Optionen lässt sich alles optisch mit dem bestehenden Webauftritt verschmelzen. Dank AD/LDAP-Unterstützung ist auch die technische Integration keine Hürde. Die Verschlüsselung der Bibliotheken, Zweifaktorauthentifizierung und Remote Wipe schützen die eigenen Daten vor ungewolltem Zugriff, falls ein Gerät verloren gehen sollte.

  • Projektmanagementsuite

OpenProject unterstützt die mitarbeiter- und standortübergreifende Zusammenarbeit in Projekten. Projekte werden durch Meilensteine und Arbeitspakete strukturiert; Zeitpläne erlauben die Überwachung des Arbeitsfortschritts. Der Wissensaustausch im Projektteam wird durch eine Wiki-Funktion unterstützt. Die Zuweisung von Arbeitspaketen und die granulare Berechtigungsverwaltung erlauben die Steuerung von Zuständig- und Verantwortlichkeiten.

  • CRM / ERP

Ebenfalls möglich ist es, mithilfe der Lösung Odoo ein "kleines" CRM-/ERP-System auf dem Server zu starten. Odoo ist ein Open Source ERP- und CRM-System. Mit dem Ionas-Server Small Business kommt eine einsatzbereite Odoo-Installation, welche bereits mit der Telefonanlage und der zentralen Benutzerverwaltung gekoppelt ist. Die Basisinstallation ermöglicht einen direkten Einstieg, sie kann erweitert und skaliert werden.

Gut gefiel uns der bereits auf den konkreten Bedarf vieler Unternehmen zugeschnittene Auslieferungszustand, in dem Odoo schon mit der Benutzerverwaltung gekoppelt und auch mit der Telefonanlage verbunden ist. Letztere kann nämlich auch über den Server laufen, um größtmöglichen Nutzen aus der Kombination zu ziehen. 

  • Telefonanlage/Chat

Bei der VoIP-Telefonanlage handelt es sich um AskoziaPBX, basierend auf Asterisk Software, die über eine Weboberfläche administriert wird. Mit Ejabberd ist zudem ein Chatserver an Bord, welcher das Chatten mit dem Browser oder mit diversen (XMPP-)Clients ermöglicht. Für den schnelle Austausch zwischen den Mitarbeitern eine sinnvolle Ergänzung.

  • System

Gründlich sind die Systeminformationen, die stets übersichtlich Cronjobs, RAID-Status und die SMART-Festplattenwerte dargestellt werden. Über Updates wird gut sichtbar informiert, auch die Benutzerverwaltung ist sinnvoll gegliedert. Insgesamt gefiel uns die Anmutung und Nutzerführung der modernen Oberfläche gut. Beim Einsatz der größeren Open-Source-Anwendungen (OpenProject, Odoo) wechselt man in deren Oberflächen.

Der Ansatz, bewährte Open-Source-Produkte als Lösungen anzubieten, macht Sinn: Für den Kunden gibt es somit jede Menge auch von Datamate unabhängiges Know-how, Schnittstellen, Apps und mehr auf dem Markt. Und die Mainzer machen nicht den Fehler, alles in Eigenregie entwickeln und betreuen zu müssen. Den Irrtum verfolgte bereits Protonet, die mit einer ähnlichen Idee eines Mini-Servers bekanntlich scheiterten.

Bildquelle: Datamate

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH