Die letzten Monate haben es gezeigt: Die Bedrohung von Unternehmen und Privatleuten durch Ransomware (Lösegeld-Trojaner) wächst stetig. „Seit Mitte September 2015 hat sich die Bedrohungslage deutlich verschärft“, konstatiert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einem Bericht zu Cyberrisiken.
Dass BSI weiter: „Weil der Leidensdruck für die Betroffenen so hoch ist, zahlen Opfer in vielen Fällen das geforderte Lösegeld.“ Dieser Erfolg führe dazu, dass mittlerweile Kapazitäten aus anderen Geschäftsbereichen des organisierten Cyber-Verbrechens abgezogen werden und viele Botnetze nun Ransomware verteilen.
Dabei investieren die Kriminellen recht viel Gehirnschmalz. Es gibt vermehrt Ransomware-Varianten, die im Moment als sicher geltenden Verschlüsselungs-Algorithmen einsetzen, sodass eine Entschlüsselung nicht ohne weiteres möglich ist. Außerdem sind seit einiger Zeit auch Mobilgeräte in den Fokus der Verbrecher geraten.
Die Schadprogramme werden derart schnell weiterentwickelt, dass zumindest in den ersten Tagen nach Erscheinen praktisch jeder Virenscanner wirkungslos ist. Ganz generell gehört es zum Sport der Cyberkriminellen, Schutzprogramme trickreich zu umgehen. So gibt es beispielsweise Word-Makroviren, die Skripts der Windows Powershell enthalten und damit Malware am Virenscanner vorbei in den Arbeitsspeicher einschleusen.
Kurz: Die Bedrohungslage hat sich gegenüber der Situation vor einem Jahr deutlich geändert. Die Folgen eines Ransomare-Angriffs können in Unternehmen zu kritischen Situationen führen, die es bis an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen. Zur Bekämpfung müssen in der Regel alle IT-Systeme teilweise für Tage heruntergefahren werden, damit die Software neu installiert und Sicherungskopien wiederhergestellt werden können.
Das BSI empfiehlt ein Unternehmen jeder Größe einige Maßnahmen, die eine Infektion verhindern oder zumindest das Ausmaß des Schadens begrenzen können:
Eine wichtige Maßnahme fehlt noch in dieser Aufzählung: Awareness-Schulungen für die Mitarbeiter. Denn sie sind das eigentliche Einfallstor für Schadprogramme, etwa durch unbedarftes Öffnen von Anhängen in E-Mails oder durch den Besuch kompromittierter Websites im Internet.
Jeder Mitarbeiter in einem Unternehmen benötigt ein gesundes Misstrauen gegenüber zugesagten Mails mit Links und Dateianhängen. So sollten die Empfänger den E-Mails nicht blind vertrauen und vor allem Mails von unbekannten Absendern besonders kritisch betrachten. Im Zweifel ist es hilfreich, beim Absender einer ungewöhnlich erscheinenden E-Mail per Telefon nachzufragen.
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BSI-Infos zu Ransomware