Stephan Heimel, verantwortlich für den internationalen Vertrieb bei der iQSol GmbH
ITM: Herr Heimel, die "Compliance"-Thematik und die Cyberspace-Gefahren begegnen uns nahezu täglich in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Vor welchen Herausforderungen stehen Sicherheitsbeauftrage und Unternehmen?
Stephan Heimel: Es entstehen immer komplexer werdende Netzwerkinfrastrukturen. Daher sollte man nicht nur die IT, sondern die Sicherheit der Geschäftsprozesse in den Vordergrund stellen. Zudem muss das Sicherheitsbewusstsein aller Beteiligten – von der Unternehmensleitung bis zum Anwender – geschärft werden. Das umzusetzen und zu leben, ist eine große Herausforderung für alle Unternehmen, Behörden oder sonstige Institutionen.
ITM: Viele Unternehmen überschätzen ihr eigenes Abwehrpotential. Man spricht vom neuen Phänomen „Hacktivism“. Wie können sich mittelständische Unternehmen vor Angriffen schützen?
Heimel: Durch den Einsatz entsprechender Tools. Mit herkömmlichen Sicherheitslösungen ist man gegen konventionelle Angriffe gut abgesichert. Ein weiterer Ansatz folgt dem Prinzip des Honigtopfs, mit dem Angreifer nicht gesucht, sondern angelockt werden. An strategischen Punkten im Netz positioniert, simulieren Softwareagenten wichtige Tasks. Die Angreifer werden somit zuerst kompromittiert und dadurch sichtbar. Eine gute Security Management-Lösung sollte diese Honeyspot-Funktionen bieten können.
ITM: Worauf sollte man bei der Auswahl einer IT-Security-Lösung achten, wenn gesetzliche Vorgaben, z. B. dem Telekommunikations- oder Bundesdatenschutzgesetz, eingehalten werden müssen?
Heimel: Ein Verstoß gegen geltende Gesetze kann für Unternehmen teuer werden – und im Extremfall sogar existenzbedrohend. Unternehmen sollten daher versuchen, wieder selbst „Herr der Lage“ zu werden und proaktiv agieren, statt nur zu reagieren. Die Erstellung eines Notfallhandbuchs oder eines Betriebsführungsleitfadens und dieses auch softwaretechnisch abzubilden und auf Stand zu halten wäre der Idealfall. Wichtig ist auch eine manipulationssichere Archivierung aller Logdaten mit Auswertungsmöglichkeiten sowie ein rasches, flexibles Handeln aller Beteiligten im Notfall. Dies kann durch eine Alarmierungslösung, die systemrelevante Alarme via E-Mail, SMS und Voice-Anruf äußerst zeitnah an das Bereitschaftspersonal aussendet, abgedeckt werden.