Showrooming

Mit Smartphone im Laden online kaufen

Im Laden gucken, mit dem Mobilgerät Preise vergleichen und online kaufen - Händler sind von Mobility nicht nur begeistert. Doch es gibt Gegenstrategien.

Gucken, aber nicht kaufen: Der Handel leidet unter Showrooming

Der Kunde ist König, heißt es. Doch er ist auch eine verwöhnte Diva: Wenn er einen Laden betritt und ihm das Angebot dort nicht zusagt, kauft er woanders. Und immer öfter ist dieses ”woanders” das Internet.

Zwar ist es dort oft schwierig, sich einen Eindruck vom gewünschten Produkt zu machen. och es gibt ja immer noch den stationären Handel. Der kaufwillige Kunde betritt einen Laden, informiert sich dort und kauft dann bei einem besonders günstigen Online-Shop.

Dieses Kundenverhalten nennen Händler üblicherweise “Showrooming”. Häufig ist dabei ein Smartphone im Spiel, mit dem vor Ort eine bessere Quelle für das Produkt gesucht wird. Dieser Effekt lässt sich sogar statistisch festmachen. In einer repräsentativen Handelsstudie der Strategieberatung SMP AG gaben mehr als 81 Prozent der Befragten an, sich trotz fester Kaufabsicht im Ladengeschäft mindestens einmal entschieden zu haben, online zu kaufen.

„Die Händler sprechen von der Showrooming-Bedrohung, bei der ihre stationären Flächen nur noch zum Schauen, Anfassen und Beraten dienen“, sagt Fritze von Berswordt, SMP-Partner und Autor der Studie, die SMP unter dem Namen Cross-Channel-Performance-Index (CPX) einmal im Jahr erhebt.

Im Rahmen der Studie hat SMP die Endkunden unter anderem nach ihrem Kauf- und Wechselverhalten bei bestimmten Händlern befragt. Die Antworten zeigen: Besonders unter Kundenschwund leiden derzeit die Elektronikanbieter. Allein bei dem Händler Media-Markt wechseln knapp 60 Prozent der Kunden von stationär zu online und gleichzeitig zur Konkurrenz.

Aber auch Kaufhäuser mit Schwerpunkt Textilien verlieren eine große Menge von Kunden, wenn diese nach dem Showrooming im Internet kaufen. Mit diesem Wechsel ist etwa bei den Händlern Karstadt sowie Kaufhof immerhin die Hälfte der Kunden verloren. „Gerade das breite, preislich vergleichbare und überall zu beziehende Sortiment macht Einzelhändler zu leichten Opfern für Online-Shops“, sagt von Berswordt.

Doch nicht nur in Deutschland wird das Showrooming wortreich beklagt. Auch der Handel in den USA kämpft mit den im Doppelsinne mobilen Kunden von heute. Die Branche im Mutterland des iPhone ist schon recht erfahren im Umgang mit den Effekten der mobilen Revolution. Zahlreiche Fachgeschäfte oder Handelsketten ergreifen Gegenmaßnahmen.

So finden sich im Fachblog eConsultancy zahlreiche Tipps für den Umgang mit dem Showrooming. Der wichtigste Ratschlag: Die Händler sollten die Digitalisierung freudig umarmen und auf den Mobile-Trends aktiv reagieren, zum Beispiel mit einer eigenen App, gut sichtbaren QR-Codes für den App-Download, iPads für die Produktinformation, kostenlosem WiFi und einer Präsenz auf Facebook.

Auch der Business Insider beschäftigt sich ausführlich mit den Motiven für Showrooming und wie man ihnen am besten begegnet. Er kommt zu dem Schluss, dass die Technologie einerseits diesen Effekt auslöst, aber andererseits auch die Gegenmaßnahmen anbietet.

Vor allem die Analyse der Kundendaten kann Wege zeigen, die Wünsche und Bedürfnisse im stationären Handel besser zu erfüllen. Die meisten Kunden wählen den Online-Einkauf vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, online schneller und bequemer zu den gewünschten Produkten zu kommen.

Bildquelle: Peter Smola  / pixelio.de

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