25.03.2015 Welche Kompetenzen werden benötigt?

Mitarbeiter für Industrie 4.0 gesucht

Von: Angela Keuneke

Das Gelingen des digitalen Wandels hängt maßgeblich davon ab, ob auch die Mitarbeiter mitziehen können. Der Zusammenhang wird leider häufig unterschätzt. Es gibt nur wenige Personalverantwortliche, die eine Vorstellung davon haben, welche Fähigkeiten die Mitarbeiter für die Herausforderungen der digitalen Revoultion (Industrie bzw. Produktion 4.0) haben müssen.

Welche Kompetenzen benötigen Mitarbeiter, damit Mensch und intelligente Maschinen produktiv zusammenarbeiten können?

Industrie 4.0 kann nur erfolgreich sein, wenn die Beschäftigten von Beginn an in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Sie spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Innovationen in ihren Arbeitsalltag zu integrieren und auch zu nutzen.

Aufgaben und auch Prozesse werden sich durch die Interaktion mit intelligenten Maschinen und die zunehmende Automation deutlich verändern. Grundsätzlich ist ein ausgeprägtes Verständnis für das Geschäftsmodell des Unternehmens unabkömmlich. Kenntnisse über Branchentrends, Wettbewerbsfaktoren sowie die eigene Unternehmensstrategie sollten vorhanden sein, um einen Beitrag zum Geschäftsmodell und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit leisten zu können.

Interdisziplinäre Kompetenzen sind mitunter stark gefragt

Für die Organisation der Arbeit entstehen durch Industrie 4.0 neue Chancen, zum Beispiel Flexibilisierung oder neue Arbeitszeitregelungen. Die Beschäftigten werden stärker gefragt, Abläufe zu koordinieren, die Kommunikation zu steuern und eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Durch das Zusammenwachsen von Informationstechnologien, Automatisierungstechniken und Software werden die Tätigkeiten sowohl in technologischer als auch in organisatorischer Perspektive anspruchsvoller.

Die Bedeutung von „lebenslangem Lernen“ nimmt zu

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 gilt es für Arbeitgeber ihre Mitarbeiter fit zu machen. Es bedarf vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten und einer Arbeitsorganisation, die das Lernen fördert. Die berufliche sowie auch akademische Aus- und Weiterbildung muss sich im Dialog mit der Industrie weiterentwickeln. Dadurch wird gewährleistet, dass die Anforderungen in der neuen Arbeitswelt realisiert werden und auch im Bildungswesen angesiedelt werden.

Reines IT-Wissen ist nicht ausreichend

IT-Fachwissen ist weiterhin sehr wichtig, genügt aber nicht allein, um die geforderten Kompetenzen abzudecken. Nicht zu vernachlässigen sind die „Soft Skills“ wie eine hohe Flexibilität und gute Teamfähigkeit. Der Produktionsmitarbeiter wird in der Industrie 4.0 der Dirigent der Wertschöpfungskette sein.

In der Industrie 4.0 erweitert sich der Zuständigkeitsbereich der Beschäftigten. Sie werden nicht mehr nur für einen bestimmten Fertigungsabschnitt oder eine bestimmte Maschine zuständig sein, sondern für den gesamten Produktionsprozess bis hin zu Kunden und Zulieferern. „Für diese erweiterten Aufgaben müssen Mitarbeiter entsprechend befähigt und vorbereitet werden. Sie benötigen mehr Wissen, vor allem aber auch mehr Kompetenzen als bisher. Dies wird nur gelingen, wenn die Unternehmen sowohl ihre Organisationsstrukturen als auch ihre hierarchischen Strukturen anpassen“, so Andreas Wartenberg, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung.

 

Die wichtigsten Schlüssel­kompetenzen für den ­Mitarbeiter 4.0 sind:

  • Ausgeprägtes Verständnis der Geschäftsmodelle des Unternehmens (Trends, Wettbewerbsfaktoren, Unternehmensstrategien)
  • Gute Mischung aus Analysefähigkeit und Kreativität
  • Interdisziplinäre Fähigkeiten
  • IT-Kenntnisse
  •  Fertigungswissen
  • Tiefe Erfahrungen im Bereich der jeweiligen Herstellungsindustrie

Quelle: Hager Unternehmensberatung

Bildquelle: © Thinkstock/stockbyte

©2016 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH