Rund 40.000 Produkte hat der internationale Fahrradteilehändler Paul Lange auf Lager. Jährlich kommen bis zu 4.000 Artikel hinzu.
Paul Lange importiert Fahrradteile aus der ganzen Welt und beliefert sowohl die Industrie als auch Groß- und Einzelhändler. Mittlerweile haben die Württemberger rund 40.000 Produkte im Sortiment. Dabei kommen jährlich bis zu 4.000 Artikel hinzu, wobei der Produktzyklus bei drei Jahren liegt. Diese Teile werden über eigene Niederlassungen in sieben Ländern vertrieben. Von der Einführung des neuen ERP-Systems Infor LN verspricht sich der Familienbetrieb, das komplexe Auftragsmanagement künftig transparent und effizient steuern zu können: Nachdem ein Kunde bestellt hat, gehen die Lieferungen innerhalb von 24 Stunden am Bestimmungsort ein. Mit den bisher eingesetzten IT-Systemen sind diese Prozesse hingegen nur umständlich realisierbar: Kombinierte Bestellungen lassen sich nicht abbilden. Stattdessen muss für jeden bestellten Artikel eine eigene Bestellung vom System abgewickelt werden.
Desweiteren sollen sich mit dem ebenfalls neu eingesetzten Framework Infor Ion verschiedene IT-Systeme an das ERP-System anbinden lassen – so auch die Supply-Chain-Execution-Lösung (SCE) des Herstellers in Kombination mit EDI-Verbindungen. Über die Lagermanagement-Applikation könne der Mittelständler sämtliche Warenflüsse von der Einlagerung bis zum Versand abwickeln. Die durchgängige, zentrale Datenerfassung solle überdies den Überblick auf den Lagerbestand erlauben und dabei den EDI-Nachrichtenverkehr berücksichtigen. Übertragungen der Kunden gehen direkt an die SCE-Lösung und bilden die Datenbasis für neue Aufträge. Umgekehrt erhalten Kunden so die Auftragsbestätigung. Nicht zuletzt wird mit dem Framework der Datenexport unterstützt. Beim Import von Produkten aus zollbelegten Ländern wie China profitieren die Stuttgarter laut Anbieter von der integrierten elektronischen Zollabwicklung.
Flexible ERP-Architektur
Parallel zu diesen Projekten will der Stuttgarter Familienbetrieb seine Finanz-IT modernisieren: Mit der Business-Intelligence-Lösung des Anbieters kann das Unternehmen seine Standorte sowohl einzeln analysieren als auch international konsolidieren. So hat man beispielsweise die österreichische Tochtergesellschaft auf den Tag genau im Blick, seien es die Deckungsbeiträge oder die Profitabilität von Produkten sowie Kunden. Verschiedene Echtzeitanalysen lassen sich dabei nicht nur generieren, sondern dank der Software Ming.le auch teilen. Generell soll die unternehmensweite Kommunikation mit dem Social-Collaboration-Tool einfacher und schneller vonstatten gehen, da es in eine intuitive Oberfläche integriert ist.
„Mit den neuen Software-Lösungen und der Unterstützung des Systemintegrators Azteka, Mannheim, runderneuern wir unsere gesamte ERP-Umgebung, inklusive Finanzbereich und Warenwirtschaft. Das Ziel: mit einer ERP-Architektur unser internationales Handelsgeschäft zukunftssicher zu machen“, erklärt Barbara Schattmaier, Chief Financial Officer bei Paul Lange, und weiter: „Die Kombination aus ERP-System und Framework bildet die Basis für standortübergreifende Prozesse sowie automatisierte Workflows entlang der Lieferkette. Die Module BI und SCE wollen wir ergänzend nutzen, um Controlling und Warenwirtschaft auf den neuesten Stand zu bringen.“ Während zunächst die Standorte in Deutschland und Österreich von der Einführung betroffen sind, ist im Anschluss der Rollout in weiteren europäischen Länder geplant.