24.01.2017 Deutschland-Cloud

Office 365 aus deutschen Rechenzentren

Microsoft-Kunden können künftig das Bürosoftware-Paket Office 365 auch aus deutschen Rechenzentren in Frankfurt/Main und Magdeburg beziehen.

Microsoft-Kunden können künftig Office 365 aus der mit einem Treuhänder-Modell geschützten Cloud beziehen. Foto: Matthias Balk/Archiv

Microsoft-Kunden können künftig Office 365 aus der mit einem Treuhänder-Modell geschützten Cloud beziehen. Foto: Matthias Balk/Archiv

Microsofts-Angebot richte sich speziell an datensensible Branchen etwa aus dem Finanzsektor, dem Gesundheitswesen oder dem öffentlichen Dienst, sagte Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland. Die Arbeit mit Office 365 habe für Microsofts Kunden große Bedeutung. So könnten nun auch Kunden mit hohen Sicherheitsmaßstäben und speziellen Anforderungen die Software in besonders geschützter Umgebung nutzen. 

Als ein «Datentreuhänder» kontrolliert T-Systems bei der «Deutschland-Cloud» den Zugang zu den Daten, so dass beispielsweise US-Behörden nur über den Rechtsweg in Deutschland Zugriff erhalten können. Microsoft selbst hat keinen Zugriff auf die Daten.

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«Sicherheit und Vertrauen sind die wichtigsten Themen beim Cloud-Computing», sagte Bendiek. Ohne die Cloud werde die digitale Transformation der Unternehmen jedoch nicht funktionieren. Mit dem erweiterten Angebot will Microsoft weiter Kunden gewinnen und die Zufriedenheit der Bestandskunden erhöhen. Herzstück werde künftig ein Kontrollzentrum im Berliner Stadtteil Mitte sein, sagte Bendiek. Dort werden künftig Mitarbeiter von T-Systems rund um die Uhr den Datenfluss der deutschen Cloud kontrollieren.

Daten in Deutschland

Unter den Unternehmen in Deutschland gebe es aus allen Branchen laut Microsoft ein großes Interesse daran, dass ihre Daten in Deutschland gespeichert werden. Besonders im öffentlichen Sektor würden mehr als 65 Prozent der Befragten einer Studie zufolge die Nutzung einer öffentlichen Cloud erwägen, sofern sich das Rechenzentrum des Anbieters in Deutschland befindet. 

Das Treuhänder-Modell der deutschen Cloud sei Ergebnis von vier Jahren Planung und zwei Jahren Realisierung, sagte Bendiek. Neben der Cloud-Plattform Azure und Office 365 sollen Kunden darüber auch Zugriff auf Analyse-Werkzeuge erhalten, um ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und neue Produkte zu entwickeln. 

Mit dem Treuhänder-Modell werde sichergestellt, dass ein mögliches Auskunftsersuchen von staatlicher Seite ausschließlich nach deutschem Recht erfolgen könne, sagte Igl. Microsoft-Managerin Julia White verwies darauf, dass sich Microsoft vor Gericht zuletzt auch erfolgreich gegen mögliche Auskunftsersuchen der US-Regierung durchgesetzt habe. 

Die Daten der Kunden werden in Rechenzentren in Biere bei Magdeburg und in Frankfurt/Main gesichert, die T-Systems betreibt. Der zusätzliche Schutz koste den Kunden wegen des teils erheblichen Aufwands jedoch auch rund 25 Prozent mehr im Vergleich zu herkömmlichen Cloud-Diensten, sagte Microsoft-Manager Alain Geneveaux. Microsoft hat nach eigenen Angaben in Europa gut drei Milliarden Dollar in den Aufbau von Cloud-Infrastruktur investiert.

dpa/rs

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