22.09.2017 Mitarbeiterbefragung bei Wooga

Organisationskultur managen

Wie das Berliner Unternehmen Wooga es schafft, mithilfe einer Umfragesoftware Mitarbeiter aus über 40 Nationen zu motivieren.

Die Umfragesoftware von Peakon ersetzt bei Wooga die Mitarbeitergespäche.

Die Umfragesoftware von Peakon ersetzt bei Wooga die Mitarbeitergespäche.

Unternehmen, die um die Belange ihrer Mitarbeiter bemüht sind und sich um deren Wohlergehen kümmern, können viel Geld sparen. Eine Studie des Gallup Instituts zur Mitarbeiterbindung hat gezeigt, dass der deutschen Volkwirtschaft allein durch unmotivierte Mitarbeiter jährlich bis zu 105 Milliarden Euro entgehen. Viele haben innerlich bereits gekündigt und führen ihre Aufgaben nicht mehr mit dem Engagement durch, das eigentlich möglich wäre. Laut der Studie ist die mangelhafte Kommunikation zwischen Angestellten und Vorgesetzten die gravierendste Ursache für eine geringe emotionale Bindung zum Unternehmen.

Das Unternehmen Wooga hat sich schon früh, mit dem Thema zufriedener und motivierter Mitarbeiter auseinandergesetzt. Anlass war die starke Internationalisierung im Personalbereich. Wooga beschäftigt Mitarbeiter aus über 40 Nationen und um diese auf der ganzen Welt rekrutierten Spezialisten zu halten, wurde von Beginn an daran gearbeitet durch zufriedene Mitarbeiter ein höheres Engagement zu erreichen und die Bindung ans Unternehmen zu stärken. Dadurch konnten unnötige Kosten, die durch Abwanderung oder unmotivierte Arbeitnehmer entstehen, klein gehalten werden.

Mitarbeitermotivation managen: Mit welchem Tool?

2009 in Berlin gegründet, wuchs das Unternehmen sehr schnell zu einem bekannten Entwickler für Casual Mobile Games. Zu den Erfolgen zählen Spiele wie Jelly Splash, Pearls Peril und Diamond Dash. Beschäftigt werden inzwischen über 250 Mitarbeiter – liebevoll auch Woogas genannt. Dabei wurde deutlich, dass ab einer bestimmten Größe persönliche, informelle Feedback-Prozesse ins Hintertreffen geraten, die bei einem kleinen Start-up noch möglich sind. Managern fällt es schwer die genauen Wünsche und Bedürfnisse ihrer Belegschaft zu kennen und zu verstehen, wenn viele neue Angestellte dazu kommen und diese Wurzeln in über 40 Nationen haben. Gesucht wurde nach einer Lösung, die es erlaubt Echtzeit-Feedback der einzelnen Mitarbeiter zeitsparend zu erfassen und auszuwerten.

Die Entscheidung viel auf die Umfragesoftware Peakon, die automatisch Mitarbeiter-Feedback einholt, die Ergebnisse anschließend auswertet und in aggregierter Form auf einem Dashboard für das Management präsentiert. So können Manager erkennen, in welchen Bereichen alles gut läuft oder welche Bereiche Defizite aufweisen. Dieses Echtzeit-Feedback hilft bei der Verbesserung des Mitarbeiterengagements, der Motivation und Zufriedenheit und nicht zuletzt fördert es eine positive Entwicklung von Unternehmensstrukturen.

Kulturelle Unterschiede erkennen

Für Unternehmen wie Wooga ist eine kreative Unternehmenskultur essentiell. Ideen und impulsive Vorschläge aus den Kreativabteilungen müssen weiterhin gedeihen, auch wenn die wachsende Zahl an Projekten eine strengere organisatorische Gliederung erfordert und aufwändige Verwaltungsprozesse mit sich bringt.

Die vielfältigen Kulturen der Mitarbeiter sind im internationalen Wettbewerb ein großer Vorteil. Was jeden einzelnen Mitarbeiter bewegt, was er sich wünscht und was ihm wichtig ist, ist dabei durch das in Deutschland übliche jährliche Personalgespräch nicht zu erfassen. Genau hier setzt die Software an und unterstützt dabei, die unterschiedlichen Bedürfnisse häufiger zu erfragen und genauer zu erkennen, um dann sinnvoll darauf reagieren zu können. Ausschlaggebend ist dabei die Zeitersparnis durch automatisierte Umfragen und Auswertungen, die einen monatlichen oder sogar wöchentlichen Feedback-Prozess ermöglicht.

Zu den erfragten Bereichen gehören Themen wie Mitarbeiterbindung, Belohnung und Autonomie. Die Fragen oder Aussagen werden auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet und können außerdem mit einem freien Text kommentiert werden. Aus diesen Bereichen und mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse der Unternehmens- und Organisationspsychologie setzen sich Werte zusammen, die als Benchmark auch im Branchenvergleich verwendet werden können. Diese werden direkt anschaulich aufbereitet, bebildert und übersichtlich in einem Dashboard aufgeführt. Auf Grundlage dieser Richtwerte besitzen Manager die Möglichkeit direkt auf konstruktive Kritik oder positives Mitarbeiterfeedback sowie Vorschläge zu reagieren.

Dazu ein Beispiel: Aus den Umfragen konnten die Verantwortlichen entnehmen, dass sich Angehörige zugezogener Mitarbeiter anfangs oftmals einsam fühlen. Insbesondere wenn diese weder Freunde noch weitere Angehörige in Deutschland haben. Es fällt ihnen schwer sich ein Netzwerk aufzubauen und sich wohl zu fühlen. Dadurch kann auch die Zufriedenheit und das Glück des Arbeitnehmers beeinträchtigt werden. Darum entschloss sich die Geschäftsführung, betriebsinterne Partys und Events familienfreundlicher auszurichten. So können Angehörige und Lebenspartner zusammenfinden, sich kennenlernen und ein Netzwerk aufbauen.

Mehr Kreativität und Produktivität durch eine veränderte Organisationsstruktur

In jedem größeren Unternehmen müssen ganz verschiedene Abteilungen zusammenarbeiten. Game- und Interface-Designer lieben es, die neusten Trends aufzugreifen und sprudeln vor Ideen. Aber um ein fertiges Produkt abzuliefern, müssen Designer mit Software-Entwicklern zusammenarbeiten, die einen klaren Aufgabenplan brauchen und daher Prioritäten setzen. Ein typischer Interessenskonflikt, den man immer wieder in vielen Unternehmen findet.

Das Mitarbeiter-Feedback zeigte deutlich, dass dieser Interessenskonflikt und die fehlgeschlagene Kommunikation zwischen den Mitarbeitern der Abteilungen für Frustration sorgte. Um das zu ändern und um die Kommunikationswege zu verkürzen, wurden die Arbeitsplätze so umstrukturiert, dass die beiden Abteilungen jetzt näher zusammen sitzen. Von dem Umbau profitierten nicht nur Designer und Ingenieure, es wurden auch Ruheräume für die Mitarbeiter geschaffen, die sich mehr stille Bereiche wünschten, um sich zu entspannen oder konzentrierter arbeiten zu können. Im Nachgang hat Wooga festgestellt, dass sowohl die Kreativität als auch die Produktivität gestiegen sind, da sich der Kommunikationsprozess durch die Umstrukturierung deutlich verbessert hat.

Ein Vorteil für Wooga war es, dass Peakon nicht nur auf einer Skala misst und nackte Zahlen liefert, sondern die Ergebnisse direkt mit relevanter Fachliteratur verknüpft.

Ein Beispiel: In der Vergangenheit wurden Manager identifiziert, die gegenüber ihren Mitarbeitern eher über ein geringes Einfühlungsvermögen verfügten. Dies ergab die Auswertung des Themenbereichs „Anerkennung“. Die HR-Abteilung erkannte, dass diese Führungspersonen von ihren Teams distanziert waren und eher eine Hands-off-Mentalität mitbrachten. Durch die empfohlene Literatur konnte die HR-Abteilung einen Aktionsplan für diese Führungskräfte erstellen, mit dem sie ihre Mitarbeiter besser motivieren konnten. Hierbei wurden bewährte Technologien, wie beispielsweise Feedback-Runden vorgeschlagen, um die Zufriedenheit zu steigern.  

„Mit Peakon sparen wir Zeit und Geld. Wenn wir Ersatz für einen Mitarbeiter suchen müssen, ist das sehr teuer, da hier Kosten für Schulungen und Recruiting anfallen. Außerdem kann es zu Projektausfallzeiten führen. Daher versuchen wir, eine hohe Abwanderungsrate zu vermeiden. Gute Kommunikation und Follow-up-Aktionen auf der Grundlage spezifischer, funktionierender Rückmeldungssysteme helfen uns dabei, die Abwanderungsrate niedrig zu halten und sorgen so für glückliche und motivierte Mitarbeiter“, resümiert Andreas Bundi, HR-Manager bei Wooga.


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