06.03.2017 Product Information Management

PIM: Sammelstelle für Produktinformationen

Von: Kathrin Zieblo

Der Schlüssel zur erfolgreichen Verwaltung von Produktdaten für Webshop-Betreiber ist ein Product Information Management (PIM). Welche Aufgaben das System übernimmt, berichten Stephan Bösel, Marketing-Leiter der SDZeCOM GmbH, und Oliver Frömmer, Vertriebsleiter im Unternehmen.

  • Oliver Frömmer, SDZeCOM GmbH

    „Wichtig bei der Einführung von PIM-Systemen sind Testläufe.“ Oliver Frömmer, SDZeCOM GmbH

  • Stephan Bösel, SDZeCOM GmbH

    „Ein PIM-System fungiert als einheitliche und zentrale Sammelstelle für alle Produktdaten.“ Stephan Bösel, SDZeCOM GmbH

ITM: Herr Bösel, welche Rolle spielt ein PIM für mittelständische Webshop-Betreiber? Handelt es sich dabei nicht einfach nur um ein weiteres Tool, das die Systemlandschaft vergrößert?
Stephan Bösel:
In vielen Fällen verkaufen Webshop-Betreiber ihre Produkte nicht nur über Online-Shops, sondern auch über Online-Marktplätze, Social-Media-Kanäle, Newsletter, Kataloge oder am Point of Sale. Die Anforderungen an die benötigten Produktinformationen sind dabei von Kanal zu Kanal verschieden. Diese Informationen werden entweder mühsam zusammengesucht oder kommen aus den unterschiedlichsten Systemen wie ERP, CRM oder CM. Jedes dieser autarken Systeme enthält bestenfalls einen bestimmten Datenbestand für eine detaillierte Produktbeschreibung, und die Aktualisierung dieser Daten gestaltet sich oft unübersichtlich.

Für einen lückenlosen Kunden-Service sind allerdings stets aktuelle und vollständige Produktinformationen unabdingbar. Hier kommt das Product-Information-Management-System ins Spiel. Es vergrößert an sich die Systemlandschaft, erfüllt dabei aber einen ganz bestimmten Zweck: Ein PIM fungiert als einheitliche und zentrale Sammelstelle für alle Produktdaten. In diesem „Single Point of Truth“ verwaltet, pflegt und aktualisiert der Webshop-Betreiber seine Produktinformationen.

ITM: Herr Frömmer, welche Daten und Informationen werden darin vorgehalten und wie werden diese aktualisiert?
Oliver Frömmer:
In einem PIM liegen alle relevanten Produktinformationen wie Produktbeschreibungen, ERP-Stammdaten, Artikelnummern, Bilder, Videos und suchmaschinenrelevante Attribute vor – und zwar für sämtliche Ländershops. Was die Aktualisierung der Daten betrifft: An sich sind diese immer aktuell, denn die Dateneingabe oder -veränderungen erfolgen stets direkt im PIM oder werden über Schnittstellen dem PIM-System mitgeteilt.

Darüber hinaus lassen sich bestimmte Workflows und Verantwortlichkeiten hinterlegen: Wenn sich etwas an einem bestehenden Produkt geändert hat oder ein neues Produkt hinzukommt, erhält der verantwortliche Mitarbeiter per E-Mail oder direkt auf seinem Dashboard eine entsprechende Nachricht. So weiß er genau, welche Informationen er im PIM anpassen muss. Die aktualisierten Daten werden anschließend an die definierten Systeme und Touchpoints ausgespielt.

ITM: Welche spezifischen Anforderungen muss ein PIM-System erfüllen?
Bösel:
Die Anforderungen an ein PIM unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Was jedes System aber auf jeden Fall mitbringen muss, sind die notwendigen Schnittstellen, um Daten aufnehmen und an andere Systeme abgeben zu können. Desweiteren sind entsprechende Funktionen zur Produktpflege von großer Bedeutung:

  • Kann ich genaue Produktbeschreibungen und deren Übersetzungen im PIM hinterlegen?
  • Lassen sich Querverweise einfügen?
  • Und wie viele Zusatzinformationen zu Produktbeziehungen oder ganzen Produktpaketen kann ich speichern?

Dabei ist wichtig, dass Datenhaltung und -pflege medienneutral und so granular wie möglich sind, damit Produktinformationen jederzeit passgenau zur Verfügung stehen.

ITM: Worauf sollten Webshop-Betreiber bei der Auswahl eines PIM-Systems achten und welche Tipps können Sie für eine erfolgreiche Einführung geben?
Frömmer:
Die Auswahl an PIM-Systemen ist sehr groß. Dabei steht der Webshop-Betreiber einer Funktionsvielfalt gegenüber, die er für sich sortieren muss. Gleich zu Beginn sollte er also die Anforderungen an ein PIM festlegen, um über die wirklich benötigten Funktionen zu entscheiden. Bestenfalls denkt man dabei in konkreten Anwendungsfällen. Wichtig bei der Einführung sind zudem Testläufe, in denen man prüfen kann, ob das System den jeweiligen Anforderungen gerecht wird.

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