Fashion aus Bad Marienberg: Exklusive Modehighlights aus der Herbst-/Winter-Kollektion 2013 von Lebek
Schon 2008 hatte die IT-Abteilung von Lebek begonnen, ihre Server mit einer Projektlösung von Dell und VMware zu virtualisieren. Es war die übliche Konfiguration mit zwei Virtualisierungsservern und einer Storage-Komponente von EMC, welche die bis dahin 15 physischen Server ablöste. Datenbankanwendungen sowie ERP-, Libreoffice- und sonstige zentrale Programme ließ der Modehersteller virtualisiert auf den zwei Servern laufen. „Die Technik entwickelt sich aber laufend weiter, weshalb das System im Laufe der Zeit den steigenden Anforderungen nicht mehr gerecht wurde“, erklärt Olaf Betz, IT-Leiter von Lebek International Fashion. Die beiden Hostrechner waren schon zu 80 Prozent ausgelastet; so existierte die Ausfallsicherheit – ein Server übernimmt die virtuellen Maschinen, wenn der andere ausfällt – nur noch auf dem Papier. Eine Raumtrennung in verschiedenen Brandabschnitten war nahezu unmöglich, da es nur eine Storage-Komponente gab. Diese aufzurüsten kam aus Budgetgründen nicht infrage.
Als IT-Leiter eines mittelständischen Unternehmens muss man bekanntlich auf die Kosten schauen. Gerade Speicherplatz ist teuer, und wenn alles gespiegelt werden soll, kommen noch Zusatzkosten für Switches oder etwa Netzwerkverbindungen hinzu. Einen zusätzlichen EDV-Raum in einem anderen Brandabschnitt im Nachbargebäude hatte sich Olaf Betz nämlich bereits ausgesucht und dorthin Lichtwellenleitungen gelegt. Statt sich nun je zwei neue Virtualisierungs- und Storage-Server zu kaufen, entschied er sich für die Server-Cloud-Lösung von NullPC. Sie besteht aus zwei HP-Servern mit integriertem SAN-Storage und vorinstallierter Virtualisierungssoftware „vSphere ESXi“. Hochverfügbarkeit ist dabei durch die Spiegelung über die beiden räumlich getrennten Cluster-Zonen gegeben.
Abkehr von üblicher Trennung
Die Speicherfestplatten sind in den HP-Servern als lokale Festplatten (Direct Attached Storage) integriert und werden durch iSCSI-basierte Softwaretechniken zu einem hochverfügbaren Speicherpool zusammengefasst. Auf diese Weise beherbergen die eingebauten Festplatten sowohl den lokalen als auch hochverfügbaren Storage. Auf den physischen HP-Servern laufen Storage-Dienste parallel mit den virtuellen Servern. Die sonst übliche Trennung von Storage- und Virtualisierungsservern mag für höchste Leistungsanforderungen notwendig sein, ist aber dafür auch wesentlich teurer und aufwendiger zu installieren. „Für die Anforderungen eines typischen Mittelständlers ist der von uns hier gewählte All-in-one-Ansatz mehr als ausreichend“, findet Geschäftsführer Jürgen Lebek. Die Lizenzen der bisherigen Virtualisierungslösung konnte Lebek vom Altsystem übernehmen.
Wenige Standardkomponenten
Das Cluster beherbergt nun zwanzig virtuelle Server und sieben virtuelle PCs, verteilt auf die beiden Hostrechner und gespiegelt über ein 10 Gbit/s-Glasfasernetzwerk. Installiert sind nur Standardkomponenten, die am Markt mit normaler Herstellergarantie erhältlich sind. Dies soll die Wartungskosten, anders als bei der bisherigen Storage-Lösung, minimieren. Der geringere Stromverbrauch ist für den Anwender ein weiterer Pluspunkt. Die Server-Cloud läuft mit 350 Watt pro Server und könnte so bei einem Stromausfall über die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) noch zwei Stunden weiter betrieben werden – normal sind zehn bis zwanzig Minuten, währenddessen man das System gerade herunterfahren kann.
Ein weiteres Thema, die Desktopvirtualisierung, spielt bei Lebek eine untergeordnete Rolle, denn die Standardanwendungen werden historisch über Windows Terminal Server 2003 auf 60 Arbeitsplätze im Unternehmen verteilt – dies schon, bevor man überhaupt an Servervirtualisierung dachte. Die Endgeräte sind normale Windows-PCs oder Thin Clients; per RDP-Protokoll werden Tastatur- und Mauseingaben an die Anwendung auf dem Server übertragen und dieser liefert das Bild zurück an das Endgerät. Die übrigen Anwender, wie etwa Designer, arbeiten mit lokal installierter (CAD-)Software.
Finanzbuchhaltung virtualisiert
Mit der ursprünglichen Lösung hatte Lebek den Terminal Server bereits virtualisiert, ohne damit aber die Leistung verbessern zu können. Inzwischen ist serverseitig so viel Kapazität vorhanden, dass der IT-Leiter auch die bis dahin lokal betriebene Finanzbuchhaltungssoftware virtualisieren konnte. Deren Informix-Datenbank wurde auf den SSD-Datenträgern des Clusters installiert, so dass Transfers zwischen Anwendung und Datenbank nun schnell möglich sind. Denn auf die Daten wird nur noch innerhalb des virtuellen Netzwerks in der Appliance zugegriffen.
Vereinzelt hat sich das IT-Team bei Lebek doch bereits für virtuelle Desktops entschieden – dort, wo sich auf dem PC ganz spezielle Anwendungen samt Daten befinden. Programme von DHL und UPS z.B., die mitsamt dazugehöriger Datenbank lokal installiert sind, oder Software für den Druck von Auszeichnungs- und Pflegeetiketten. Bei Ausfall des Rechners sind diese nur umständlich wiederherzustellen. Sieben PCs dieser Art gab es bei Lebek. Olaf Betz hat sie komplett mit dem VMware-Konverter eins zu eins übernehmen können. Die Nutzer können nun per Remote-Desktop darauf zugreifen – von ihrem bisherigen PC ebenso wie von jedem anderen Endgerät. Dabei setzt der Modehersteller u.a. Zero Clients ein. Der entscheidende Vorteil ist laut Olaf Betz, dass die bisher lokal am PC gespeicherten Informationen in der täglichen Datensicherung jetzt mit erfasst werden.
Das Thema Virtualisierung hat Lebek International Fashion mit dem neuen System bis auf Weiteres abgedeckt – Hochverfügbarkeit soll nun auch im Backup-Bereich weiter vertieft werden. Bereits jetzt nutzt das Unternehmen eine integrierte Backup- und Recovery-Lösung, ein Standardprodukt zur Sicherung virtueller Server. Täglich werden im laufenden Betrieb von den Serversystemen Sicherungskopien erstellt und auf entfernt gelagerten Festplattenspeichern gesichert. Hier will Olaf Betz die Wiederherstellung der Daten bzw. ganzer Systeme noch beschleunigen, um Hochverfügbarkeit in jeder Hinsicht zu realisieren. Künftige Verbesserungsmöglichkeiten sieht der IT-Leiter zudem im Netzwerkbereich, wo er sich zum Ziel gesetzt hat, die Redundanz und Ausfallsicherheit weiter zu erhöhen.
Lebek International Fashion Group
Bildquelle: © Lebek International Fashion